Ausstellung zu UnterwäscheKleine Geschichte des Drunter

Warum sollten Unterhosen um 1900 besonders kratzen? Welcher Schweizer revolutionierte die Wäschewelt? Eine Stuttgarter Ausstellung zeigt Buxen und BHs aus drei Jahrhunderten.

Was auf den ersten Blick aussieht wie Mode aus den 1970er Jahren, ist in Wirklichkeit Unterbekleidung aus dem ausklingenden 19. Jahrhundert. Nicht gedacht, um darin gesehen zu werden, zumindest nicht in der Öffentlichkeit.

130 Jahre Wäsche-Historie werden derzeit im Stuttgarter Haus der Geschichte Baden-Württemberg gezeigt. In der Ära dieser züchtigen Stücke stritten die Experten nicht über Stil - sondern über das beste Material für Unterbekleidung. Und zwar aus medizinischer Sicht: "seuchenfeste" Wollware, Leinen oder Baumwolle? Hauptsache kratzig, so die Überzeugung zeitgenössischer Experten - das sollte die Durchblutung fördern.

Bild: HDGBW/Sacha Dauphin 23. Mai 2015, 20:142015-05-23 20:14:15 © Süddeutsche.de/leja/vs