Zwei Jahre nach tragischem Unfall Wie es Michael Schumacher geht, erfährt die Öffentlichkeit nicht

Wie geht es Michael Schumacher? Diese Frage interessiert die Öffentlichkeit.

(Foto: dpa)
  • Wie geht es Michael Schumacher? Auch zwei Jahre nach seinem tragischen Skiunfall erfährt die Öffentlichkeit davon nichts.
  • Das stellt sein Medienanwalt noch einmal klar: "Ein Recht auf Information über seinen Zustand hat die Öffentlichkeit nicht."
  • Dafür stehen vermehrt seine beiden Kinder im Blickfeld.
Von René Hofmann

Der 29. Dezember 2013 war ein schöner Tag im Skigebiet Méribel in den französischen Alpen. An schlechter Sicht lag es nicht, dass sich gegen 11 Uhr ein Unfall ereignete, über den in den Tagen danach Schlagzeilen in vielen Sprachen geprägt wurden. Wenige Meter abseits der markierten Piste stürzte Formel-1-Rekordsieger Michael Schumacher, wobei er schwere Kopfverletzungen erlitt.

Eine Notoperation in der Universitätsklinik Grenoble rettete sein Leben. Erst neun Monate später erlaubte es Schumachers Zustand, dass er nach Hause verlegt wurde - in sein Haus am Genfer See. Dort wird seine Rehabilitation seitdem fortgesetzt. In der gebotenen Privatsphäre. Daran soll sich auch in Zukunft nichts ändern - das hat sein Umfeld zum zweiten Jahrestag des Unglücks nun noch einmal klargestellt.

Felix Damm, der Medienanwalt der Familie, sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Ein Recht auf Information über seinen Zustand hat die Öffentlichkeit nicht." Die Tatsache, dass Schumacher während seiner Formel-1-Karriere von 1991 bis 2006 und später noch einmal von 2010 bis 2012 in der Öffentlichkeit gestanden habe, ändere daran nichts. "Der Unfall selbst war natürlich ein zeitgeschichtliches Ereignis", so Damm, "aber in dem Moment, wo die Phase der Genesung beginnt und die Öffentlichkeit auch räumlich ausgeschlossen wird - es spielt sich ja im Krankenhaus oder jetzt in den eigenen vier Wänden ab -, da besteht kein Anspruch mehr."

Am Dienstag gegen 19.20 Uhr plant die ARD die Ausstrahlung einer überarbeiteten Version einer Dokumentation des preisgekrönten Filmemachers Andreas Troll: "Michael Schumacher. Zwei Jahre danach". Auch in diesem Film kommt Damm zu Wort - und versucht, eine Antwort auf die Frage zu geben, wieso die Familie eben keine Antwort auf die Frage gibt, wie es Michael Schumacher genau geht. Damm: "Ich kann verstehen, dass es Leute gibt, die sich dafür interessieren, die ein ernsthaftes Interesse daran haben, zu wissen, wie es ihm geht." Aber: "Man wird niemals in der Lage sein zu sagen: Ich gebe jetzt einmal ein Statement und damit kläre ich alle offenen Fragen. Sondern jedes Statement führt zu weiteren Fragen." Die Möglichkeit einer Schlussstrich- Erklärung, die gebe es nicht.

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Schumacher lag nach dem Unfall Ende Dezember mehrere Monate lang im Koma. Bereits Ende Januar war bekannt gegeben worden, dass seine Narkosemittel reduziert wurden. Die Mitteilung, dass er sich nicht mehr im Koma befand, folgte dann im Juni 2014. Dem Eindruck, unmittelbar vor Weihnachten habe es nun einen Durchbruch gegeben, war Schumachers Managerin Sabine Kehm zuletzt entgegengetreten.