Zehnkampf-Sieger Ashton Eaton Ausgelaugter König der Athleten

Am Ende kann er kaum noch stehen: Ashton Eaton ist Olympiasieger im Zehnkampf. Der US-Amerikaner galt als großer Favorit und lag sogar auf Weltrekord-Kurs - doch das klappte nicht. Pascal Behrenbruch, der vermeintlich beste Deutsche, erreicht nur Platz zehn. Er wird von einem Teamkollegen überholt.

Von Jürgen Schmieder, London

Ashton Eaton bekam an den vergangenen beiden Tagen ungefähr 300 Mal die gleiche Frage gestellt - und auch beim 300. Mal sagte der amerikanischen Zahnkämpfer geduldig und mit einem Lächeln auf den Lippen: "Nein, ich denke nicht an den Weltrekord. Ich möchte gewinnen, das hier sind die Olympischen Spiele, alles andere ist mir erst einmal egal."

Multitalent Ashton Eaton: Souveräner Olympiasieg in London.

(Foto: REUTERS)

Natürlich gewann Eaton, mit deutlichem Vorsprung sogar. Die Frage vor dem abschließenden 1500-Meter-Lauf war vielmehr, ob der 24-Jährige den Weltrekord würde brechen können, den er erst Ende Juni bei den US Trials aufgestellt hatte.

Dazu brauchte er allerdings eine persönliche Bestleistung, die ihm zuvor trotz teils herausragender Versuche in keiner einzigen Disziplin zuvor gelungen war. "Ich bin fit", sagte er vor der letzten Disziplin, "mein Körper fühlt sich noch ziemlich stark an." Er sagte auch noch einmal: "Nein, ich denke nicht an den Weltrekord." Dann begann der Lauf.

Eaton lief entspannt und locker seine Runden, es war ihm aber auch anzumerken, dass ihn die beiden Wettkampftage äußerst viel Kraft gekostet hatten. Er brauchte 4:33,59 Minuten, das war viel zu lange, um den Weltrekord zu brechen. Er verpasst auch die Olympische Bestmarke von 8893 Zählern, die Roman Sebrle 2004 in Athen aufgestellt hatte. Eaton siegte mit 8869 Punkten. Zweiter wurde Eatons Landsmann Trey Hardee mit 8671 Punkten, Bronze gewann der Kubaner Leonel Suarez (8523 Zähler).

Olympische Spiele sind keine Europameisterschaft. Das ist bisweilen nicht so gut für deutsche Sportler, hat so eine EM doch den nicht zu unterschätzenden Vorteil, dass keine Amerikaner daran teilnehmen dürfen und auch keine Chinesen. Für die Schwimmer ist das besonders vorteilhaft, weil sie dort dann auch mal ein paar Medaillen gewinnen, den Fußballern bringt es nicht allzu viel, weil die Spanier immer noch mitspielen.