Wortwitz um Pep Guardiola Gaudiola mit aufgepepten Bayern

Pep Guardiola, der Name des kommenden Bayern-Trainers, lädt zu den schrillsten Wortkreationen ein. Kaum eine Überschrift wird ohne "Pep" auskommen und manchmal dürfte er sogar spinnen, der Pepi. Ein sorgenvoller Blick in die Zukunft des Münchner Pepismus.

Von Jonas Beckenkamp

"Dabei war unser PEP doch schon immer da", stand über dem Link zum Shoppingcenter Neuperlach. Weil das eigentlich "Perlacher Einkaufspassagen" heißt und in München unter einem formschönen Kürzel bekannt ist, bot sich der Kalauer eines Facebook-Kommentators einfach an.

Nun mögen viele Puristen der Sprache anmerken, dass der profane Namenswitz eigentlich tabu ist ("No games with names"), aber seit der bayerischen Mondlandung mit der Verpflichtung von Pep Guardiola dürfte klar sein: Das war nur der Auftakt für ein bevorstehendes Feuerwerk des Wortwahnsinns. Noch ist Guardiola gar nicht da, doch das ist den findigen Menschen im Internet herzlich wurscht. Wo die schnelle Schlagzeile Gold wert ist, zögert kaum einer, sie auch entsprechend schmuckvoll zu gestalten.

"Habemus Pep!" titelte das Fachblatt 11Freunde noch am gestrigen Abend - auch das ist im Gegensatz zu nun folgenden Schöpfungen noch recht amüsant. Den ersten richtigen Volltreffer auf dem Grabbeltisch der Plattitüden landete dann der Kicker: "Das hat Pep! Guardiola wird Bayern-Trainer" hieß es auf der Webseite des Sportmagazins. Damit war ausgesprochen, was zu erwarten war.

Pep, diese katalanische Kurzform des Namens "Josep", lädt ja geradezu dazu ein, sich in sprachliches Sumpfgebiet zu begeben. Bevor der Leser allzu überrascht sein wird von den Kreationen der Überschriftentüftler, sei deswegen an dieser Stelle alles vorweggenommen, was uns noch blüht: "Bayern bringt Pep ins Spiel" wird - verlassen Sie sich drauf - binnen der kommenden Monate ebenso zu lesen sein wie "Bayern aufgepept". Es wird vom "Hoffen auf den Pep-Hammer" berichtet werden, vom gelandeten "Pep-Coup" und von "Peps Paukenschlag".

Pep ist überall

Wenn der verhallt ist, werden wir feststellen: Pep ist überall. Im Spiel des FC Bayern, im Münchner Mannschaftsgefüge oder auf dem Trainingsplatz. Der FC Bayern ist ab sofort in jeder Hinsicht "Im Bann des Pep" gefangen. Und nicht nur das: Guardiola wird den "Tiki Taka an der Säbener Straße" etablieren (sogar ohne Messi!), wenn es auf der Wiesn ("Pep in Lederhosen", "Prosit mit Pep") zünftig wird, muss man sich auf "Gaudi mit Guardiola" einstellen. Zu späterer Stunde vermutlich sogar auf die "Gaudiola!"

Überhaupt dürfte allumfassend jede Facette dieses an Folklore nicht armen Fußballvereins jetzt noch "pepiger" sein als zuvor. Und sollten die Bayern trotz dieses Fußball-Buddhas mal ein Spiel verlieren (nicht auszudenken!), ist der im Freistaat verwurzelte Ausruf "Spinnt der Pepi!" nicht weit.

Was soll man bei solch zu erwartender Wortakrobatik noch sagen? Vielleicht, dass Pep Guardiola es ja schon gewohnt sein könnte. In Spanien erfanden sie ihm zu Ehren sogar den Begriff "Pepismus", um die erhabene Haltung und Stilsicherheit ihres Lieblings-Peps zu dokumentieren.

Fassen wir also zusammen: Der Heilsbringer ist bald da, die Journalisten und Internet-Kommentatoren schärfen ihre Gedanken. Und wenn dann noch einer ganz ausgiebig einen Clown gefrühstückt hat, wird in monströsen schwarzen Lettern jemand feierlich verkünden: "Mia san Pep."