Wolfsburger 3:1 gegen Leverkusen Hyypiä spielt mit dem Panikknopf

Bas Dost (vorne, im Zweikampf mit Jens Hegeler) schoss als einziger Wolfsburger in der ersten Halbzeit auf das Leverkusener Tor - und traf

Vierte Pflichtspiel-Niederlage in Serie: Bayer Leverkusen verliert trotz einer ordentlichen Leistung 1:3 beim VfL Wolfsburg. Der Gastgeber agiert so, wie es vor einigen Wochen noch Bayer tat: gnadenlos effektiv - Leverkusens Trainer muss sich langsam Sorgen machen.

Von Benedikt Warmbrunn

Manchmal wäre es äußerst praktisch, wenn das Leben ein Armaturenbrett wäre. Es gäbe einen Gute-Laune-Knopf, einen Ausschlafen-Knopf und vielleicht noch einen Anti-Mundgeruch-Knopf. Und Sami Hyypiä hätte einen Panikknopf.

Den Panikknopf gäbe es natürlich nur exklusiv für Bundesliga-Trainer, es wäre ein fetter, roter Plastik-Buzzer, und keiner würde ihn gerne drücken. Auch nicht nach drei Niederlagen in Serie, in DFB-Pokal, Bundesliga, Champions League. Wie es Hyppiä zuletzt innerhalb von einer Woche erlebt hatte. Und doch sagte der Trainer von Bayer Leverkusen vor der Partie beim VfL Wolfsburg: "Wir brauchen keinen Panikknopf zu drücken."

Vierter Pflichtspiel-Sieg in Serie für Wolfsburg

Sicher nicht? Leverkusen verlor durch Gegentore von Bas Dost (13. Minute), Luiz Gustavo (58.) und Ricardo Rodriguez (73.) bei einem eigenen Treffer von Sidney Sam (45.) 1:3 (1:1) und verpasste die Chance den zweiten Tabellenplatz zu sichern - an einem Spieltag, an dem die unmittelbaren Verfolger gepatzt hatten.

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Wolfsburg etwa, der Tabellenfünfte, hat jetzt nur noch vier Punkte Rückstand auf Leverkusen. Der Sieg des Gastgebers war ein weiteres Signal, dass das Team nicht länger der Fünfter bleiben will. Sondern auf einen der Champions-League-Plätze vorrücken möchte. Zum Beispiel auf jenen, den derzeit noch Leverkusen belegt. "Solche zehn Tage hatte ihn noch nie", sagte Bayer-Stürmer Stefan Kießling enttäuscht.

Nach der 0:4-Niederlage in der Champions League am Dienstag gegen Paris veränderte Hyppiä die Startelf auf drei Positionen, für den zuletzt überforderten Kapitän Simon Rolfes spielte Stefan Reinartz, zudem Sebastian Boenisch und Jens Hegeler für Andres Guardado und Heung-Min Son. Für Wolfsburg durften wieder der zuletzt gelbgesperrte Naldo und Christian Träsch ran, viel mehr musste Trainer Dieter Hecking ja auch nicht wechseln, sein Team hatte zuletzt drei Spiele hintereinander gewonnen.

Als Strategie für die ersten Spielminuten hatte Hyypiä den Kompaktheit-Knopf gedrückt. Leverkusen stand zunächst tief in der eigenen Hälfte, attackierte Wolfsburg kurz vor der Mittellinie, konzentrierte sich darauf, Passwege zuzustellen. Der Gastgeber wusste damit lange nichts anzufangen. Was auch daran lag, dass Kevin de Bruyne überhaupt nicht den Ball berührte, elfeinhalb Minuten lang nicht.

Dann kam die zwölfte Minute: Erster de-Bruyne-Ballkontakt, in der gegnerischen Hälfte. Immer noch zwölfte Minute: Zweiter de-Bruyne-Ballkontakt, im gegnerischen Strafraum. Und schon war mehr Bewegung im Wolfsburger Offensivspiel. Eine Minute später passte Innenverteidiger Robin Knoche den Ball beinahe über eine halbe Spielfeldhälfte in den Lauf von Ivan Perisic, der direkt quer spielte zu Bas Dost. Der Stürmer musste nur noch ins leere Tor einschieben (13.).

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