Mit einem verdienten Remis verlässt Schalke 04 die Wolfsburger Arena - und das gegen am Ende nur noch zehn Wolfsburger.

Wolfsburg - Mit Trauermiene sah der Brasilianer Josué vom Spielfeldrand aus, wie sich seine neuen Teamkollegen verzweifelt wehrten. In seinem ersten Spiel für den VfL Wolfsburg war er nach 51 Minuten des Feldes verwiesen worden, mit einer unberechtigten gelbroten Karte. Der VfL schaffte es zu zehnt bis zur 86. Spielminute, den 1:0-Vorsprung zu verteidigen, nachdem Jacek Krzynowek in der 36. Minute mit einem Freistoß getroffen hatte. Halil Altintop erzielte mit einem Gewaltschuss von der Strafraumgrenze den Ausgleich, doch zu mehr reichte es für die Schalker nicht. Sie hätten sich als erster Bayern-Jäger in Position bringen können, doch nun haben auch sie schon vier Punkte Rückstand auf die Münchner. ,,Wenn man auswärts so spät den Ausgleich erzielt, muss man eigentlich zufrieden sein'', sagte Schalkes Trainer Mirko Slomka und fügte hinzu: ,,bin ich aber nicht.'' Ihn ärgerte der matte Schalker Auftritt in der ersten Halbzeit.

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Slomka hatte versucht, sein Team mit der Erinnerung an das letzte Spiel in Wolfsburg zu motivieren. Am fünften Spieltag der Rückrunde hatten die Schalker eine 2:0-Führung verspielt; mit dem 2:2 verpassten sie die Gelegenheit, sich mit sieben Punkten Vorsprung auf Stuttgart abzusetzen. Felix Magath hat mit dieser Geschichte nichts am Hut. Er war damals gerade beim FC Bayern entlassen worden und versucht sich nun in Wolfsburg am Komplettumbau. Als weiteren Neuling präsentierte er am Sonntag Josué. ,,Ein Stratege mit großem taktischen Verständnis, er wird die zentrale Rolle im Mittelfeld einnehmen'', sagte Magath, nicht ahnend, dass der Brasilianer eine zentrale Rolle im ganzen Spiel einnehmen würde. Mit einer gelben Karte aus der ersten Halbzeit vorbelastet, ließ er sich in ein verhängnisvolles Laufduell mit Jermaine Jones verwickeln. Einer zerrte den anderen am Trikot, Jones zerrte heftiger, Josué fiel, und über ihn hinweg hechtete Jones theatralisch. Schiedsricher Felix Brych, ansonsten souverän, entschied auf Foul von Josué.

Die Schalker mochten es als Wiedergutmachung für den Freistoß werten, den Brych vor dem 0:1 gegeben hatte. Sergiu Radu hatte sich willig fallen lassen, den Ellbogen von Marcelo Bordon im Rücken spürend. Marcelinho, überraschend selbstlos, überließ den Freistoß an Jacek Krzynowek, und der Pole schlenzte den Ball aus halbrechter Position hoch ins linke Eck. Dort hätte Manuel Neuer stehen müssen, doch der Torwart hatte auf einen Schuss über die Mauer hinweg spekuliert. Bis dahin hatten die Schalker die Partie beherrscht, ohne zu Torchancen zu kommen. Kuranyis Kopfball, den Simon Jentzsch parierte (50.), gab den Schalkern neuen Mut, und nach dem Platzverweis war das 1:1 nur eine Frage der Zeit. Ivan Rakitic traf die Unterkante der Latte (70.), sechs Minuten später lenkte Jentzsch einen weiteren Kopfball Kuranyis über die Latte. Dann zog Altintop ab. Die größte Torchance des Spiels aber hatte Marcelinho gleich nach Josués Platzverweis vergeben. Nach einem Querpass von Dejagah ließ er einen Meter vor dem leeren Tor den Ball über seinen linken Fuß hüpfen. Mit dem 2:0 hätte er die Partie entscheiden - und Landsmann Josué trösten können.

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