Der Spickzettel des Nationaltorwarts im Elfmeterschießen des WM-Viertelfinals gegen Argentinien kommt ins Bonner Haus der Geschichte. Die Frage: Half der Zettel wirklich?
Von der Handschrift eines Trainers hat man schon oft berichten hören, aber man hat nie gedacht, dass sie es einmal bis ins Museum schaffen könnte - erst recht, wenn es sich nur um die Handschrift eines Torwarttrainers handelt. Die Handschrift des DFB-Torwarttrainers Andreas Köpke wird von sofort an aber im Haus der Geschichte in Bonn zu bestaunen sein, ,,als Teil des kollektiven Gedächtnisses der deutschen Sportgeschichte'', wie Hans Walter Hütter, der Direktor des Museums, am Dienstag sagte.
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Aus der Handschrift des Trainers ist der berühmteste Zettel der deutschen Fußballgeschichte geworden, und es war gar nicht nett vom Torwart Jens Lehmann, dass er den Mythos am Dienstag beschädigte. Der Zettel habe ihm beim Elfmeterschießen im WM-Viertelfinale gegen Argentinien gar nicht richtig geholfen, sagte Lehmann bei der Präsentation, er sei schwer zu lesen gewesen - ,,außerdem haben zwei Argentinier ja in die andere Ecke geschossen und nicht dorthin, wohin ich geflogen bin''.
Es war die Koketterie eines Siegers. Lehmann hatte den Deutschen am 30. Juni 2006 eigenhändig den Einzug ins Halbfinale gesichert, indem er die Strafstöße von Ayala und Cambiasso parierte. Nach der Verlängerung hatte ihm Köpke den aus einem Hotel-Schreibblock entwendeten Zettel zugesteckt, auf dem er mögliche Schützen samt Vorlieben (,,Heinze, Nummer 6, links flach'') notiert hatte.
Vor dem Elfmeterschießen strich Köpke fein säuberlich jene Spieler durch, die bereits ausgewechselt waren, aber dann schritt Cambiasso zum entscheidenden Elfmeter, ein Schütze, auf den Köpke seinen Torwart nicht vorbereitet hatte. Aber Lehmann hielt. Ganz ohne Zettel.
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(nee)
Drogeriekette wird abgewickelt
... wegen des deutschen Fußballs?
Selbst heute fährt man ab und zu noch über die abgerissenen Fähnchen und fragt sich dann, wer die jemals an sein Auto klemmte, wenn er sie nach dem Sportereignis nur durch Windkraft wieder entfernt bekommt.
Waren wir das, die sich da so freuten, Einigkeit und Freundlichkeit präsentierten? Mmh ... ich hoffe, ich für meinen Teil habe sowohl vor als auch nach der WM richtig deutsch gedacht, mich nicht in lustlose Arbeitsmarktlethargie und Politkverdruss fallen lassen und auch an meiner bisherigen Gastfreundschaft und Toleranz wenig verändert. Vielleicht hatte ich deswegen auch nicht plötzlich die Landesfarben am Auto und gab mich auch nur wenig begeistert dem Begriff "public viewing" hin ... bin wohl anders, als Volkes Stimme und Herz.
Sei´s drum ...
Äh ... schöner Zettel, interessante Taktik, ernsthaft und gar erheiternde Begeisterung darum.
Da viel zu viele Griesgräme, wie Sie es einer zu sein scheinen, dieses schöne Land bevölkern, hat es leider bis zur Fußball-WM 2006 gedauert, bis die Leute hier endlich die Schnauze voll davon hatten, angesichts der vielen ungelösten Probleme auf dieser Welt ständig mit einem obligatorischen Stirnrunzeln und einer politisch korrekten Bedenkenträgermiene durchs Leben zu schleichen. Sie hatten einen Sommer lang - und ich habe in der Tat das Gefühl auch darüber hinaus! - einfach keine Lust mehr, ihre Gesichter mit heruntergezogenen Mundwinkeln zu verschandeln und wollten mit anderen Menschen aus aller Welt für ein paar Momente alle Sorgen hinter sich lassen und einfach nur eine unbeschwerte Zeit genießen.
Wer die friedliche und fröhliche Stimmung in und außerhalb der Stadien, die Begegnung mit wunderbaren Menschen im Sommer 2006 in Deutschland live erlebt hat, braucht noch nicht einmal ein Museum. Für den bleiben diese Eindrücke ein Leben lang unvergessen.
Ich bin kein Fussballfan, aber die Stimmung zur WM war einfach großartig. Es war fast egal wer gewann hauptsache die Sonne schien und mann konnte HUMPA HUMPA TÄTERÄ brüllen... Es war der beschwingteste Sommer seit Langem und zeigte, dass wir doch aus unserer spießigen deutschen Haut raus können... wenn wir nur wollen.
Ich denke die WM wird als einer der besten Sommer in Deutschland eingehen. Ganz zu schweigen von dem aussschließlich positiven Feedback das ich auf der ganzen Welt zur WM bekomme.
Ach, habe ich was versäumt. Ist Deutschland 2006 doch Weltmeister geworden?
Der Weltmeister der Zettelherzen?
Und was geschah mit Lehmanns Socken? Wurden die von H. Hütter gut durchgekaut, bevor Sie im Haus der Geschichte eine Geschichte erzählen? Eine Geschichte darüber, was 2007 die Menschen in Deutschland ausstellungswert fanden? Dieser Zeitraum wird als die "Alberner Periode" in den Geschichtsbüchern der Zukunft übergangen werden.