WM-Ticker Ausreiseverbot für 1300 englische Hooligans

Bei der EM in Frankreich sorgten unter anderem englische Hooligans für Aufsehen

(Foto: dpa)

Den gewaltbereiten Fans werden die Pässe entzogen. Eine russische Abgeordnet warnt vor Sex mit Ausländern. Auf dem roten Platz wird ein Messi-Double festgenommen.

WM-Meldungen im Überblick

England: Das britische Innenministerium hat ein Ausreiseverbot für 1300 Fußball-Hooligans verhängt. Den Problemfans wurden die Pässe bis zum Finale der Weltmeisterschaft in Russland am 15. Juli entzogen.Sollten die gewaltbereiten Anhänger gegen die Auflagen verstoßen, drohen Geldstrafen von mindestens knapp 6000 Euro oder sogar sechsmonatige Gefängnisstrafen. Die Three Lions werden ins WM-Gastgeberland voraussichtlich von insgesamt 10.000 Fans begleitet.Bei der EURO 2016 in Frankreich hatte es in Marseille heftige Krawalle von russischen Hooligans gegen größtenteils friedliche englische Fans gegeben.

Russland: Eine Moskauer Abgeordnete hat Russinnen vor Sex mit Ausländern bei der Fußball-Weltmeisterschaft gewarnt. Aus solchen One-Night-Stands gingen Kinder hervor, die fallengelassen oder nur bei ihren Müttern aufwachsen würden, sagte Tamara Pletnjowa, Vorsitzende des Familienausschusses in der Staatsduma, am Mittwoch. Pletnjowa sprach sich dabei auch gegen Kinder von Russinnen mit WM-Gästen anderer ethnischer Herkunft aus. "Wir müssen unsere eigenen zur Welt bringen", sagte sie dem Radiosender Goworit Moskwa. "Ich bin keine Nationalistin, aber trotzdem", sagte die 70-jährige Politikerin von der Kommunistischen Partei. Rassismus ist ein seit langem ein bekanntes Problem im russischen Fußball. In der Vergangenheit gab es immer wieder Vorfälle, bei denen dunkelhäutige Spieler von Fans etwa mit Affenlauten verunglimpft wurden. Der Fußballweltverband Fifa hat angekündigt, hart gegen Rassismus bei der WM vorzugehen.

Der Berg vor Joachim Löw

Der Blick des Bundestrainers auf das WM-Turnier ist nicht so romantisch wie vor vier Jahren. Sind seine Weltmeister noch auf dem Gipfel ihres Könnens - oder schon darüber hinaus? Von Christof Kneer mehr ...

DFB: Mit einem öffentlichen Training hat die deutsche Fußball-Nationalmannschaft in Watutinki die finale Vorbereitung auf den WM-Start am Sonntag gegen Mexiko aufgenommen. Alle 23 Spieler standen am Mittwoch bei Sonnenschein auf dem Platz. Auch Spielmacher Mesut Özil, der beim jüngsten 2:1-Testspielsieg gegen Saudi-Arabien wegen einer Knieprellung noch geschont wurde, konnte dabei sein. Rund 500 Zuschauer bejubelten den Weltmeister beim ersten Training im Moskauer Vorort, in dem rund 12 000 Menschen wohnen. Die Mannschaft von Joachim Löw stellte sich nach einem Aufwärmprogramm im Fitnesszelt den Gastgebern auf dem Rasen vor. Mit einer kurzen Ansprache des Bundestrainers begann das Programm. Das Übungsgelände des russischen Armeeclubs ZSKA Moskau ist von hohen Zäunen umgeben, normalerweise lässt Löw auch in Russland hinter verschlossenen Türen trainieren. Zahlreiche Sicherheitskräfte und Soldaten sicherten die Anlage. Das DFB-Team hat in Watutinki auch sein WM-Stammhotel.

Roter Platz: Auszusehen wie Lionel Messi, mag manchmal von Vorteil sein - Reza Parastesh wurde seine Ähnlichkeit zum Superstar aus Argentinien nun aber zum Verhängnis. Als der iranische Student im Barcelona-Trikot am Roten Platz in Moskau auftauchte, bildete sich sofort eine Menschenmenge, die glaubte, den echten Messi vor sich zu haben. Es kam zu chaotischen Szenen. Russische Polizisten führten den falschen Messi daraufhin ab. Laut Angaben iranischer Medien wurde Parastesh Erregung öffentlicher Unruhe vorgeworfen. Einige Sicherheitskräfte sollen aber selbst Selfies mit dem Messi-Double geschossen haben.Der 25-Jährige aus Hamedan tritt seit einiger Zeit als "Messi" auf. Im Mai hatte er in dieser Rolle bereits in Teheran für Tumulte gesorgt. Auch da hatte die Polizei einschreiten müssen.

Polen: Vor allem dank Torjäger Robert Lewandowski hat Polen im letzten Testspiel eines Endrunden-Teilnehmers überhaupt vor dem Beginn der Fußball-WM am Donnerstag in Russland (14. Juni bis 15. Juli) einen mühelosen Sieg gefeiert. Gegen Nachbar Litauen setzten sich die Polen am Dienstagabend in Warschau 4:0 (2:0) durch, Bayern-Star Lewandowski (19./33.) traf doppelt.Für Polens Rekordtorschützen, der kurz nach der Pause ausgewechselt wurde, waren es im 95. Länderspiel die Tore 54 und 55. Dawid Kownacki von Sampdoria Genua (72.) traf zum 3:0, der Wolfsburger Jakub Blaszczykowski (82./Elfmeter) erzielte den Endstand. Lewandowski stand als einziger Bundesliga-Profi in der Startelf, der Dortmunder Lukasz Piszczek wurde wie Blaszczykowski eingewechselt. Polen, das im vorletzten Test zu einem 2:2 gegen Chile gekommen war, trifft am kommenden Dienstag in seinem ersten WM-Spiel auf Senegal. Weitere Gruppengegner sind Kolumbien und Japan.

Mexiko: Abwehrspieler Diego Reyes von Deutschlands WM-Auftaktgegner Mexiko fällt für das Turnier aus. Reyes (FC Porto) habe sich nicht völlig von einer vorherigen Muskelverletzung erholen können, teilte der mexikanische Fußballverband am Dienstag (Ortszeit) mit. Der 25-Jährige werde durch Erick Gutiérrez vom mexikanischen Club CF Pachuca ersetzt, hieß es in einer kurzen Stellungnahme des Verbands.Die Entscheidung, nicht an der Weltmeisterschaft in Russland teilzunehmen "schmerze in der Seele", teilte Reyes auf Twitter mit. Er hatte am Dienstag noch mit seiner Mannschaft trainiert. Er habe seit seiner Verletzung daran gearbeitet, vollständig für seine zweite WM-Teilnahme fit zu sein, so Reyes. Er habe letztendlich aber gemeinsam mit dem Trainer-Team entschieden, die WM nicht zu spielen.Er sei sich sicher, dass seine Mannschaftskollegen mit ihrem Talent Geschichte schreiben würden, so Reyes. "Ich glaube an euch", schrieb er in seiner Mitteilung. Deutschland trifft am Sonntag bei seinem ersten WM-Spiel in Moskau auf Mexiko.

Fifa: Die Fifa hat im Jahr 2017 weniger Verlust gemacht als erwartet und sieht sich bei der Konsolidierung ihrer Finanzen auf einem guten Weg. Wie der Fußball-Weltverband bei seinem Kongress am Mittwoch in Moskau mitteilte, wurde das Vorjahr mit einem Verlust von 189 Millionen Dollar abgeschlossen. Kalkuliert hatte die Fifa allerdings sogar ein Netto-Negativergebnis von 443 Millionen Dollar. Die Reserven sanken somit unter die Milliarden-Marke und lagen zum Jahresabschluss bei 930 Millionen US-Dollar. Die Fifa hatte nach den Skandaljahren unter dem ehemaligen Präsidenten Joseph Blatter ihr Finanzsystem umgestellt und berechnet die kalkulierten Einnahmen in WM-Jahren nun erst zum Abschluss eines Vierjahres-Zyklus. Da die WM die Haupteinnahmequelle des Weltverbandes ist, rechnet die Fifa in ihrem Finanzausblick mit einem Anstieg der Reserven in diesem Jahr auf 1,653 Milliarden Dollar.

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