Südafrikas 0:3 gegen Uruguay entsetzt die Fans des Gastgebers. Nur noch ein kleines Wunder kann Bafana Bafana im Turnier halten. Trainer und Spieler kommentieren das drohende Aus sehr unterschiedlich.
Carlos Alberto Parreira schien in Gedanken bereits weit weg zu sein. Mit jeder Frage hingen seine Augenwinkel noch ein wenig tiefer, seine Zunge fuhr hektisch zwischen den Lippen umher, mit dem rechten Zeigefinger bohrte er in seiner Wange. Parreira zog sich während der Pressekonferenz im Loftus-Versfeld-Stadion auf einen anderen Planeten zurück, die reale Welt war an diesem Abend einfach zu ungemütlich.
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Nur einmal flackerte die gewohnte Energie des 67-Jährigen auf, plötzlich redete er im gewohnten Tempo, reihte Satz an Satz. "Das war der schlechteste Schiedsrichter des Turniers. Wir sind sehr verärgert, er hat immer gegen mein Team entschieden. Und dann verließ er den Platz noch mit einem breiten Grinsen. Er hat es nicht verdient, hier zu sein." Bumm! Da blieb kein Raum für Versöhnung.
Die südafrikanische Mannschaft, der Gastgeber dieser WM, verließ am Mittwochabend das Turnier. Theoretisch gibt es zwar noch Hoffnung, egal, wie das andere Spiel der Gruppe A zwischen Frankreich und Mexiko am Donnerstagabend ausgeht. Doch nach dem 0:3 gegen Uruguay glaubte in Pretoria ernsthaft niemand mehr daran, dass die so euphorisch unterstützte Bafana Bafana noch den Weg ins Achtelfinale findet. Dafür saß der Schrecken über die Hilflosigkeit der Mannschaft während der 90 Minuten zu tief.
Ein allzu durchschaubarer Akt
Und so wirkte Trainer Parreiras Kritik an Schiedsrichter Massimo Busacca wie ein Scheingefecht, um das so unangenehme Rampenlicht von dem eigenen Versagen hin zu einem vermeintlich Schuldigen zu lenken. Doch bald schon sah er selbst ein, dass dies ein allzu durchschaubarer Akt war. Er ging dazu über, den Gegner zu preisen: "Uruguay hat sehr erfahrene Spieler. Sie können mit dem Ball umgehen und haben die Situation sehr gut kontrolliert." Eigenschaften eben, die seine Mannschaft nicht hat.
So wird der Traum von einer sportlich erfreulichen Heim-WM wohl ein Traum bleiben. Mit Parreira war Bafana Bafana zuletzt 13 Mal in Serie ungeschlagen geblieben, inklusive dem Eröffnungsspiel gegen Mexiko (1:1). Gegen Uruguay, so glaubte das ganze Land, würden die Jungs mit einem Sieg die Nation mit Glück und Stolz beseelen.
Immerhin fiel das Spiel auf den Youth Day, 34 Jahre nach dem Schüleraufstand von Soweto gegen die rassistische Apartheid-Politik. Und so versammelten sich die Menschen trotz bitterer Kälte im ganzen Land vor einem Braai, der südafrikanischen Variante des Grillfestes, bei dem nur Holz als Befeuerungsmaterial zum Einsatz kommen darf, und bereiteten sich auf das größte Fest vor, das Südafrika je gefeiert hat.
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...freut es mich natürlich, dass in Zukunft weniger geblasen wird. Ich verstehe in diesem Zusammenhang auch das Verhalten der Offiziellen auf Seiten Südafrikas nicht. Es war ihre Entscheidung die Vuvuzela zum Kult zu machen, ihre Entscheidung Plakate anzubringen mit der Aufschrift "Make Noise" und einer abgebildeten Plastiktröte.
Und selbstverständlich hilft ein Dauergetröte der eigenen Mannschaft nicht, es ist schlicht so als spielte man in der Nähe eines Flughafens. M.a.W. ohne eigenen Vorteil andere nerven. Das mag ja der Durchschnittsfan nicht raffen, aber von den Offiziellen hätte es doch jemandem auffallen müssen.
Wirklich müssen. Das kann doch nicht sein, dass die sich wegen ein paar Trötenrands, welche sie sich selbst in die Tasche stecken durften, derart unbeliebt machen. Ich jedenfalls verstehe es nicht. Südafrika ist draussen, die Welt ist froh, die Gastgeber traurig, Wahnsinnserfolg.
Übrigens wäre Marokko selbstverständlich in der Lage gewesen eine WM auszurichten. Aber Blatter ist halt... naja... ist ja allgemein bekannt, was er ist.
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Die Südafrikaner hatten mit ihrer von Leben sprühenden Gastfreundlichkeit schon gewonnen, bevor der erste Anstoss gepfiffen war. Jetzt können sie die Größe von Verlierern zeigen, die ein solches Turnier immer hinterlässt. Nur einer triumphiert auf diesen Spielplätzen. Südafrika hat diesem Kontinent bereits viel Ansehen eingebracht und die aufgeschlossenen Gäste aus der ganzen Welt haben das sicher bemerkt.
Dieses Turnier ist für weitere Überraschungen gut und das kann es nur spannend bleiben lassen.
... wie gerade beim Spiel der Argentinier zu hören ist. Ohne Afrikaner und ihrem chinesischen Spielzeug entwickelt sich das Spektakel scheinbar doch noch zu einem Fußballturnier.
...die Vuvuzelas nerven ein wenig und vielleicht hätten die Zuschauer ihre Bafana banfana gestern auch besser ermutigen können, hätten sie gezielt mit Anfeuerungsgesängen die Spieler getragen.
Eingestanden auch, bisher waren viele Spiele eher mager.
Ich bin aber dankbar für solche nüchternen Beurteilungen wie von @agewies, linos und timbo.
Bei anderen, wie @Cyrano (und vielen, deren Kommentare ich vor und während der WM gelesen habe) kommt mir so der Verdacht, dass sie gerne alles schlecht reden möchten.
Nein, es hat schon afrikanische Mannschaften gegeben, die sich bis in's Achtel- und Viertelfinale toll und begeisternd geschlagen haben. Das möchten Sie nur nicht wissen, Cyrano!
Und dann ist man die Konzession eingegangen, die WM nach Südafrika zu vergeben, weil dies nun mal der einzige afrikanische Staat sein dürfte, in dem sowas möglich ist.
Da gibt es so viele Menschen mit soviel Begeisterungsvermögen. Die reißen sich für sowas die Beine aus, zehn Mal mehr als der satte deutsche Internetposter.
Ich habe ja schon viel schlimmere Dinge als die von Cyrano. Zuerst hat man vorweg schon sicher gewusst, dass das wg. der Kriminalitätsrate alles ganz schlimm wird. Wo das jetzt nicht eingetreten ist, da schwenkt man eben um und nöhlt am Nächsten rum, was einem einfällt.
Und das sind dann so hingero.tzte Nöhler, die niemals auch ausgewogen die schlechten UND die schöneren Sachen bemerken, sondern nur immer das Schlechte sehen wollen.
Es ist doch zu durchsichtig. Was die Leute dann bei sich zuhause für Sprüche austauschen, kann ich mir fast denken...
Paging