Ein, zwei Chancen hatten sie bereits ausgelassen, bevor sie zuschlugen und der Partie die Richtung gaben. Bezeichnenderweise entsprang die Führung der Slowaken einem krassen Fehler der Italiener. Daniele De Rossi - gegen Neuseeland zum Mann des Spiels gewählt, was als Treppenwitz der WM gelten darf - spielte einen Fehlpass in die Beine von Juraj Kucka. Der legte klug ab auf Robert Vittek, und Vittek hatte einen dieser Tage erwischt, an denen man auf den fast vollen Mond zielen kann und immer ins Tor trifft. Aus 18 Metern schoss er den Ball flach links unten ins Netz.
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Nun musste Italien etwas tun, und Italien tat etwas: Lange Pässe flogen ins Aus, kurze Pässe landeten beim Gegner, die Mannschaft war mit den Nerven am Ende. Fabio Cannavaro hatte Glück, dass er in der 34. Minute nach wiederholtem Foulspiel nicht die gelb-rote Karte sah. Gennaro Gattuso schlitzte Zdenko Strba den Oberschenkel einige Zentimeter auf; der Slowake konnte mit einem dicken Verband weiterspielen. Und auf ging's in die bisher kurioseste und spannendste zweite Halbzeit der WM.
Quagliarellas Abseitstor
Erst vier Tore später sollte feststehen, dass Italien gescheitert ist, am Ende gab es Schreie von den Rängen. Als Robert Vittek in der 73. Minute das 2:0 erzielte, schien die Partie gelaufen zu sein, doch die Italiener, die zuvor die Halbzeit dominiert hatten, schüttelten nun alle Angst aus dem Körper. Sie griffen an, sie warfen alles nach vorn, und was ist das für ein Spektakel, wenn eine italienische Mannschaft angreifen muss. Antonio Di Natale besorgte den Anschlusstreffer, und hatte Quagliarella nicht in der 85. Minute das reguläre Ausgleichstor erzielt? Der Linienrichter jedenfalls gab abseits.
Kamil Kopuneks 3:1 (89.) folgte Quagliarellas Traumtor aus 20 Metern (90.+2), der erneute Anschlusstreffer, die Italiener gaben nicht auf. Bis zur letzten Sekunde der lang und länger werdenden Nachspielzeit rannten sie, rackerten sie, dann beendete Schiedsrichter Howard Webb die Partie mit einem Pfiff, und Italien erstarrte.
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(SZ vom 25.06.2010/dop)
Zumindest für ein paar Tage ... ;-)
Die Italiener haben das Spiel 80 mInuten an sich vorbeigehen lassen und waren seltsam apathisch auf dem Platz. Inden letzten 10 Minuten haben sie durchaus gezeigt, dass sie auch kicken können, wenn sie nur wollen, aberda war es zu spät. Und wer zu spät kommt, der wird nunmal vom Leben bestraft: Ciao Italia.
Angenehmer Nebeneffekt: Wir können jetzt wieder mit erhobenen Haupt, breiter Brust und ebenso breitem Grinsen zum Italiener Essen gehen :o))
Gruß Balldieb
Vladimir Weiss und das ganze slovakische Team. Es ist doch sehr anregend zu erleben, dass nicht nur die Dauerfavoriten die Spiele unter sich ausmachen, sondern auch "Außenseiter", "Kleine" mit großer Spielfreude gewinnen und weiterkommen!
Für Italien geht deswegen die Welt nicht unter: Es ist nur ein Spiel auf dem Rasen, sogar ein gut bezahltes. Nächstes Spiel, neues Glück!
Wird man als Star langsam mutlos und tut nichts mehr Einfallsreiches ? Bei den Italienern war es bis 15 Min. vor Schluss jedenfalls so.