Nach dem Spiel der Türkei gegen die Schweiz gab es das, was man hässliche Szenen nennt: Die Eidgenossen wurden tätlich drangsaliert, mit Gegenständen beworfen, ein Spieler musste sogar ins Krankenhaus. Der Auslöser: Trotz einer 2:4-Niederlage qualifizierten sich die Schweizer für die Weltmeisterschaft - die türkische Elf schoss ein Tor zu wenig.

Was macht ein Fußballer, wenn er sich gerade für die WM qualifiziert hat? In der Regel läuft er vor Freude ein wenig umher, meist ziellos, bis er einiger Mitspieler gewahr wird, mit denen er ein Menschenknäuel bildet.

Schützende Schilde für den Schweizer Co-Trainer und weitere Team-Betreuer (© Foto: AP)

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Was also machten die Schweizer, als sie sich am gestrigen Mittwochabend in Istanbul für die WM qualifiziert hatten? Sie liefen ängstlich vom Spielfeld so schnell sie konnten, um dem Hagel an Wurfgeschossen zu entkommen, der auf sie niederging.

Im Kabinengang wurden sie gestoßen und geschubst, ein deutscher Kameramann, der das filmen wollte, wurde abgedrängt. Er filmte dann einen deutschen Moderator, der sagte: "Mein Kameramann wird gerade geschlagen." Später berichteten die Schweizer, dass Ersatzspieler Stephane Grichting einen Tritt in den Unterleib erhalten habe und zur Untersuchung ins Krankenhaus gebracht werden musste.

Zudem wurde Torwarttrainer Erich Burgener von Wurfgegenständen getroffen und trug ein blaues Auge davon. Es spielte sich im Stadion "Sükrü Saraçoglu" zu Istanbul das ab, was man hässliche Szenen nennt.´

Zuvor hatte sich eine dramatische Partie zugetragen. Zwar gewann die Türkei 4:2 (2:1), wegen der 0:2-Niederlage im Hinspiel verpasste sie dennoch die Qualifikation zur WM. Millionen Türken auch in Deutschland hatten auf das Team gehofft, ebenso wie 50.000 lautstarke Zuschauer im Stadion.

Im Grunde war die Partie nach 25 Sekunden zum ersten Mal gelaufen: Alpay berührte den Ball im Strafraum mit der Hand, den fälligen Elfmeter, nutzte Alexander Frei zum 0:1.

Jetzt war klar, dass die Türken vier Tore brauchten. Schwierig, aber nicht aussichtslos, wie sich zeigen sollte. Tuncay erzielte in der 22. Minute den Ausgleich, und danach ruderte er mit den Armen, um die Mitspieler, um vor allen Dingen aber das Publikum zu motivieren.

Es wurde laut im Stadion, und die Türken begannen ihren Sturmlauf. In der 36. Minute gelang Tuncay das 2:1, und spätestens zu diesem Zeitpunkt sah alles danach aus, dass sie die Schweizer überrollen würden. Noch zwei Tore? Kein Problem.

Das dritte Tor gelang dann zwar nicht mehr vor der Pause, aber kurz danach: Necati Ates (52.) nutzte einen von Marco Streller an Serhat Akin verursachten Foulelfmeter zum 3:1, und wer wollte daran zweifeln, dass 38 Minuten reichen würden, um noch ein Tor zu erzielen?

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