Interview: Johannes Aumüller

Russlands Stürmer Pawel Pogrebnjak über einen möglichen Wechsel zum FC Bayern, die Rolle des Geldes im russischen Fußball und unterschätzte Gegner in der Qualifikationsgruppe.

sueddeutsche.de: Pawel Wiktorowitsch, Sie laborierten zuletzt an einer Oberschenkel-Verletzung und verpassten das Ligaspiel ihres Klubs Zenit gegen Wladiwostok. Wie ist nun der Stand? Können Sie am Samstagabend gegen Deutschland spielen?

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Im Halbfinale des Uefa-Cups schenkte er dem FC Bayern zwei Tore ein - jetzt könnte er selbst bald in München spielen: Pawel Pogrebnjak (li.) von Zenit St. Petersburg. (© Foto: Imago)

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Pawel Pogrebnjak: Ich habe gestern trainiert, ich habe heute trainiert; und ich habe während der Trainingseinheiten keine Schmerzen gespürt und habe mich gut gefühlt. Aber ob ich spiele, das entscheidet Guus Hiddink.

sueddeutsche.de: Sie kennen viele Spieler der Sbornaja, weil Sie mit Ihnen zusammen in einem Verein spiele. Ist das sinnvoll, wenn es in der Nationalmannschaft so einen Block gibt?

Pogrebnjak: Ich denke, ja. Wir verbringen viel Zeit zusammen, verstehen einander gut.

sueddeutsche.de: Das heißt, Sie sind auch dafür, dass am Samstagabend gegen Deutschland zum Beispiel Ihr Teamkollege Igor Denisow von Beginn an spielt?

Pogrebnjak: Das entscheidet Guus Hiddink. Aber ich denke, Igor ist ein sehr guter Spieler.

sueddeutsche.de: Wo sehen Sie Probleme der Nationalmannschaft?

Pogrebnjak: Das werde ich Ihnen vor dem Spiel sicher nicht verraten.

sueddeutsche.de: Wären Sie den einverstanden, wenn ich sage, dass Ihre Abwehr nicht gerade der beste Mannschaftsteil ist?

Pogrebnjak: Wissen Sie, die Abwehr beginnt bei den Angreifern.

sueddeutsche.de: Arbeiten vielleicht Ihre Angreifer nicht so viel nach hinten wie die Angreifer von anderen Nationalmannschaften?

Pogrebnjak: Nein, warum?

sueddeutsche.de: Naja, viele Beobachter sagen zum Beispiel, dass Ihr Vereins- und Nationalmannschaftskollege Andrej Arschawin zu wenig für die Defensive tut.

Pogrebnjak: Auf diese Frage werde ich nicht antworten.

sueddeutsche.de: Wer ist denn am Samstag der Favorit?

Pogrebnjak: Ich denke, Deutschland ist eine starke Mannschaft und spielt zu Hause, von daher - Deutschland.

sueddeutsche.de: Auf einer Pressekonferenz hat Joachim Löw gesagt, dass die russische Nationalmannschaft sich auf einem Niveau mit anderen Spitzenmannschaft wie Spanien oder Argentinien befindet. Was denken Sie darüber? Sind Sie einverstanden?

Pogrebnjak: Das ist sehr schön, dass so ein hervorragender Spezialist wie Joachim Löw so etwas über sagt. Bei der Europameisterschaft haben wir ein hervorragendes Spiel gezeigt, jetzt schaut man anders auf uns.

sueddeutsche.de: In Russland sind die Erwartungen enorm gestiegen. Erwarten die russischen Fans jetzt vielleicht zu viel von Ihrer Mannschaft?

Pogrebnjak: Nein, das ist normal.

sueddeutsche.de: Es ist doch zum Beispiel vorstellbar, dass Deutschland in Ihrer Gruppe Erster wird. Und Sie nur Zweiter. Müssten Sie in so einem Fall mit viel Kritik rechnen? Wäre Ihr Land zufrieden?

Pogrebnjak: Erstmals wären wir als Mannschaft damit nicht zufrieden. Wir wollen sofort die Qualifikation schaffen.

sueddeutsche.de: Das heißt aber, dass sie wohl entweder hier in Dortmund oder zu Hause in Moskau gegen Deutschland gewinnen müssen.

Pogrebnjak: Wahrscheinlich. Ich würde dabei aber nicht so starke Mannschaften wie Finnland oder Wales aus der Liste streichen. Das sind auch starke Nationalteams. Ich denke nicht, dass es in unserer Gruppe nur einen Zweikampf zwischen Deutschland und Russland wird.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, was Pogrebnjak über den russischen Fußball, seine Kontakte zum FC Bayern und das große Geld zu sagen hat.

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