Nach der Niederlage im Entscheidungsspiel um die WM-Qualifikation randalieren in Ägypten die Fans - und die Regierung in Kairo ruft ihren Botschafter aus Algerien zurück.
Fußballkrieg in Afrika: Nach der Niederlage der ägyptischen Fußball-Nationalmannschaft gegen Algerien im entscheidenden Spiel um die Teilnahme an der Fußball-WM 2010 in Südafrika haben mehrere tausend Menschen in Kairo einige Stunden lang die algerische Botschaft belagert. Aufgebrachte Fans stießen in der Nacht zum Freitag mit der Polizei zusammen, zerstörten Geschäfte und warfen Steine und Feuerwerkskörper. Die Polizei griff erst nach einigen Stunden ein und löste die Versammlung mit Knüppel auf.
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Feuer gegen die Niederlage: ägyptische Fans in der Nacht zum Freitag in den Straßen von Kairo. (© Foto: Reuters)
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Die Fußballfans waren gegen Mitternacht rund um die diplomatische Vertretung Algeriens aufmarschiert. Die Menschenmenge skandierte dabei antialgerische Parolen und beschimpfte das fußballerisch erfolgreichere Land. Algerische Flaggen wurden demonstrativ angezündet.
In Algerien kam es bei den Jubelfeiern nach dem Sieg zu zahlreichen Unfällen mit insgesamt 14 Toten. Mehr als 250 Menschen seien bei etwa 175 Unfällen verletzt worden, teilten die Behörden am Donnerstagabend mit. Zudem hätten 145 Menschen infolge der Feiern Herzanfälle erlitten, davon sei jedoch keiner tödlich verlaufen.
Algerien hatte Ägypten am Mittwoch im Relegationsspiel, das im Sudan ausgetragen wurde, mit 1:0 besiegt und sich damit in letzter Minute für die Fußball-WM 2010 qualifiziert. Zuvor war es beim Heimspiel Ägyptens gegen Algerien am vergangenen Wochenende zu Ausschreitungen gekommen, in deren Verlauf neben vielen Fußballfans auch einige algerische Spieler verletzt wurden. Die Scheiben des algerischen Mannschaftsbusses wurden bei der Anfahrt mit Steinen eingeworfen, in Algerien überfielen Jugendliche als Racheakt von Ägyptern bewohnte Häuser.
Nach dem 2:0 (das zweite Tor fiel in der fünften Minute der Nachspielzeit) im letzten Gruppen-Spiel hatte Ägypten dann das Entscheidungsmatch im Sudan erzwungen. Das war notwendig geworden, weil die beiden Mannschaften nun punkt- und torgleich an der Tabellenspitze lagen.
Bei dem Relegationsspiel in Omdurman, nahe der sudanesischen Hauptstadt Khartum, kam es zu weiteren Ausschreitungen. Nach ägyptischen Angaben wurden 21 Personen leicht verletzt. Unter anderem sei ein Fanbus auf dem Weg zum Flughafen von Khartum mit Steinen beworfen worden. In Paris nahm die Polizei nach Krawallen auf den Champs-Élysées 63 Personen fest. Ägypten berief danach am Donnerstag seinen Botschafter aus Algerien zu Konsultationen nach Kairo zurück.
Außerdem hat sich der ägyptische Fußballverband EFA aus der Vereinigung der nordafrikanischen Fußballverbände UNAF zurückgezogen. Dies berichtete die ägyptische Nachrichtenagentur Mena unter Berufung auf den EFA.
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(dpa/sid/hum)
So, jetzt versuche ich es nochmal. Vielleicht ist die Zensur abends etwas weniger streng:
Ich denke es handelt sich um eine in der islamischen Welt übliche Verhaltensweise. Niederlagen werden hier häufig als Gesichtsverlust gesehen. Dann wird versucht die Ehre wieder auf andere Weise herzustellen. Dieses Verhalten kann man häufig auch bei Mitbürgern mit entsprechendem Hintergrund beobachten. Das kann sehr unangenehm und schmerzaft sein. Aufgrund der räumlichen Situation der beschriebenen Vorgänge halte ich eine besondere Beachtung nicht für notwendig.
Ich halte meine Meinungsäußerung nicht für beleidigend oder ähnliches. Viel mehr halte ich sie für eine objektive Einschätzung. In diesem "demokratischen Forum" bitte ich höflichst darum, von einer Zensur Abstand zu nehmen.
Naja, wenn's die Massen beruhigt den Botschafter abzuziehen, dann soll er doch abgezogen werden.
Diese Erregbarkeit der muslimischen Massen schreit gerade nach einem Cartoon.
... unchristlich wäre es irgendwie auch, oder?
Soll trotzdem schon vorgekommen sein.
... unchristlich wäre es irgendwie auch, oder?
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