Deutschland trifft auf Argentinien und die Presse schaut auf den Zweikampf der Ausnahmespieler Messi und Özil. Brasilien gibt eine kontrollierte Partie aus der Hand und Ghana trauert einer historischen Chance hinterher - obwohl sogar die Krawattenfarbe stimmte.

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Argentinischer Ausnahmespieler: Lionel Messi. (© afp)

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Michael Horeni (FAZ) vergleicht Lionel Messi und Mesut Özil und sieht ein Duell der Wunderkinder: "In Argentinien ist es schon ein Fall von Majestätsbeleidigung, falls man es wagt, einen andern Spieler dieser Generation mit Messi auf eine Stufe zu stellen. Der einzige Maßstab, den man für den Superstar des Nationalteams und der WM für akzeptabel hält, ist der eigene Trainer. Wer in Argentinien nicht als Fußball-Banause erscheinen will, darf nur Maradona mit Messi vergleichen - und Messi nur mit Maradona", schreibt Horeni. "Das deutsche Spiel ist weniger abhängig von Özil als Argentinien von Messi. Aber ohne Özil verschwindet eine ständige Anspielstation, die den Ball mit Ruhe, Übersicht und Intuition ganz einfach an die nächstbeste Stelle befördert."

Peter Unfried (taz) freut sich über den neuen Geist im DFB-Team: "Die deutsche Nationalmannschaft: Das klang viele Jahre seltsam. Bedrohlich. Auf keinen Fall gut. Während das englische Verbandsteam immer 'England' genannt wird, Brasilianer ihr Team 'Seleçao' nennen und Spanier ihres 'Selección', bestanden wir auf dem 'National' Die Welt ignoriert das und nennt die Fußballer der Bundesrepublik Deutschland (die DDR spielte in der Fußballwelt keine Rolle) seit vielen Jahren nur die 'Mannschaft'. Auch das hatte keinen guten Klang. In die internationale Konnotation des Begriffs waren die alten Teutonenklischees eingeprägt, die deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts und der ästhetische Widerwille gegen den Spielstil. Die Mannschaft, das bedeutete: Scheißfußball der Deutschen, der sich durchsetzte, leider." Heute verbreite die deutsche Elf "ein Gefühl der Hoffnung. Sie ist eine romantische Metapher für die Möglichkeit einer guten Zukunft unseres Gemeinwesens. Einer Gemeinschaft, die sich nicht über Blut definiert, sondern über gemeinsame Ziele."

Boris Herrmann (FR) trauert nach dem Ausscheiden Ghanas gegen Uruguay einer verpassten Chance hinterher: "Es war eine Nacht, die einen anderen Höhepunkt verdient gehabt hätte, als die Handparade eines Feldspielers. Alles bis hin zur modischen Ghanakrawatte von Trainer Milovan Rajevac war an diesem Abend in Rot-Gelb-Grün gehalten. Mit dem ganzen Stadion, dem ganzen Kontinent, vielleicht sogar mit der ganzen Welt im Rücken, so dachte man, müssten die letzen Afrikaner dieses Turniers wie ein Rudel hungriger Löwen auflaufen."

Peter Birrer (NZZ) versteht die Schmerzen der Black Stars. Immerhin schied die Schweiz im Achtelfinale der WM 2006 ebenfalls im Elfmeterschießen aus - ohne einen verwandelten Strafstoß. "So nahe dran war Ghana in der 122. Minute, so schnell zerbrach der Traum. Der Fehlschuss Afiyiahs (nur 2 Meter Anlauf) war der eine zu viel." Das Aus für die letzte afrikanische Mannschaft im Turnier. Dabei war vorher eine ungewohnte Einigkeit auf dem Kontinent zu spüren: "Plötzlich rücken alle zusammen, überwinden Tausende von Kilometern und vereinen sich über zig Grenzen hinweg. So wird das zumindest zelebriert, wenn Ghana als letzte im Turnier verbliebene Auswahl Afrikas für allerlei Sehnsüchte und Projektionen herhalten muss. Als der Afrika-Cup Anfang Jahr in Angola von einem Attentat überschattet wurde, wiesen die Turnierorganisatoren in Südafrika eiligst darauf hin, dass mehr als 3000 Kilometer zwischen Angola und ihrem Land liegen und das eine nichts mit dem anderen zu tun habe."

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