Nach dem souveränen 3:0-Sieg Brasiliens über Chile ist sich die Presse in der Bewertung der Selecao uneins. Blogger diskutieren, wie Roberto Rosettis Gesicht Bände über die Fifa-Politik spricht.
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"Brasiliens Ballstafetten im Mittelfeld wirkten, als kickten ein paar Rentner nach Feierabend im Sand der Copacabana", urteilt Tim Jürgens vom Tagesspiegel über die 3:0-Leistung von Kaka und Co. gegen Chile. (© ap)
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Paul Wilson (Guardian) ist bereit, sich begeistern zu lassen: "Brasilien zeigte sich unbändig in diesem Spiel, lehnte sich trotz eines Drei-Tore-Vorsprungs nicht zurück und gab Kostproben der berühmten Angriffsvirtuosität, von der es doch hieß, Dunga hätte sie erstickt. Wenn sie müssen, können sie es. Gegen ein bereits zur Halbzeit geschlagenes Chile, spielten die Brasilianer die zweite Halbzeit mit angezogener Handbremse, in dem Wissen, dass jetzt größere Brocken warten."
Weniger Ballkunst, dafür erhöhte Kaltschnäuzigkeit sieht Tim Jürgens (Tagesspiegel): "Brasiliens Ballstafetten im Mittelfeld wirkten, als kickten ein paar Rentner nach Feierabend im Sand der Copacabana, aber nicht wie die Creme de la Creme des Weltfußballs in einem Achtelfinale einer Weltmeisterschaft. Ziellos passten sie sich den Ball immer wieder zu. Es war wohl Teil einer ausgeklügelten Ermüdungstaktik. Denn mit der Zielgenauigkeit einer aus dem Unterholz hervorschnellenden Schlange, kamen die Brasilianer in dieser fast mysteriös anmutenden Verkettung spielerischer Banalitäten immer wieder zu Torerfolgen."
Viel Präzision und ein bisschen Kunst
Roland Zorn (faz.net) kann beides erkennen, Glanz und Effizienz, und hält das für eine erfolgversprechende Mischung: "Nur in der ersten halben Stunde hatte die Selecao gegen ihren südamerikanischen Nachbarn ein paar kleinere Probleme, setzte sich dann aber deutlich von den stets bemühten Chilenen ab. 'Wir haben heute sehr gut gespielt - und nun sind wir auf einem guten Weg', sagte Fabiano. 'Das war schwer heute. Aber gegen die Holländer wird es noch schwerer.' Kaká und Robinho lieferten vor 54.000 Zuschauern den Glanz, während die Abwehr um Lucio und den sehr starken Juan den Zu-Null-Erfolg mit fehlerloser Arbeit abrundete. Macht die Mannschaft von Trainer Carlos Dunga nur so weiter, muss sich die Konkurrenz schon sehr strecken, um diese Brasilianer noch aufhalten zu können."
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Berliner Zeitung