Der deutsche Kapitän Philipp Lahm spricht nach dem WM-Aus gegen Spanien über entscheidende Fehler und das Ausmaß der Enttäuschung. Er verteidigt seine Aussagen im Machtkampf mit Ballack - und erklärt, welchen Trainer die Nationalelf jetzt braucht.

Frage: Herr Lahm, was hat gefehlt, um den Spaniern Paroli zu bieten?

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Der deutsche Kapitän, den Tränen nah: "Es hat heute nicht jeder seine Topform abgerufen." (© ag.ddp)

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Philipp Lahm: Es hat heute nicht jeder seine Topform abgerufen. Und die wäre nötig gewesen, um eine solch starke Mannschaft zu besiegen.

Frage: Wen haben Sie im Blick?

Lahm: Ich spreche nicht über einzelne Spieler, es geht um die Mannschaftsleistung. Und die war nicht so, wie zuletzt.

Frage: Bundestrainer Joachim Löw hat vor dem Spiel gefordert, dass man die Spanier zu Fehlern zwingen muss. War die Mannschaft zu wenig zwingend?

Lahm: Wir haben in den vergangenen Partien den Gegner auch kommen lassen, um dann schnell nach vorne zu spielen. Letzteres war mit Sicherheit heute nicht so. Wir hatten zu wenig Mut und Überzeugung. Dann unterliefen uns zu viele Fehler in der Vorwärtsbewegung und wir sind kaum zum Abschluss gekommen. Das war aber unser Ziel: Zum Abschluss kommen und dann wieder geordnet in die Defensive zurück.

Frage: Die Abwehr stand zumindest stabil.

Lahm: Ich denke, wir haben insgesamt defensiv ordentlich gearbeitet. Aber nach vorne war es zu wenig.

Frage: Die Mannschaft musste häufig Ball und Spaniern hinterherlaufen. Hat das zu viel Kraft gekostet? Hätten Sie offensiver agieren müssen?

Lahm: Wir sind die Spiele zuletzt auch nicht anders angegangen. Wir haben alle verteidigt und dann schnell nach vorne gespielt. Und das hat heute gefehlt. Dass wir mit wenigen Kontakten nach vorne gekommen wären. Konsequent nach vorne.

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