Von Jürgen Schmieder

Vor der Auslosung der WM-Gruppen wird über mögliche Gegner der Deutschen spekuliert und eine Mogel-Theorie wieder hervorgekramt. Es geht um warme Kugeln - und Angstgegner.

Es gibt mittlerweile einige Konstanten bei der Auslosung zu einer WM-Endrunde. Auf der Bühne stehen zahlreiche ehemalige und aktuelle Sportler (2005 waren es Johan Cruyff, Pelé und Lothar Matthäus, 2009 sollen es Haile Gebrselassie, der Kricketspieler Makhaya Ntini und David Beckham sein), daneben eine hübsche Frau (vor vier Jahren Heidi Klum, nun Charlize Theron).

WM 2010 in Südafrika

Vor den Gewinn des Pokals hat die Fifa die Auslosung gesetzt. (© Foto: dpa)

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Es wird Filme geben über den Gastgeber, das Maskottchen wird herumhüpfen - und der Slogan "Ke Nako" ("Es ist an der Zeit") wird mehr als ein Mal zu hören sein. Dann wird ein Mensch in feinem Zwirn den Ablauf der Veranstaltung erklären, den Modus und die Frage, warum jene Mannschaft gesetzt ist und eine andere nicht. Danach werden Glasbehälter auf die Bühne getragen - und natürlich die ominösen Kugeln.

Darin befinden sich die Namen der 32 Teilnehmer, sie werden acht Gruppen zugelost - und es gehört mittlerweile auch dazu, die Auslosung anzuzweifeln oder gar Verschwörungstheorien aufzustellen. Manche Kugeln seien erwärmt, heißt es, man könne den Unterschied spüren - und somit betrügen. Lothar Matthäus etwa wurde vor vier Jahren mit dem Vorwurf konfrontiert, als er eine Kugel fallen ließ und dann jene zog, die der deutschen Elf Costa Rica als Vorrundengegner bescherte.

Der Gastgeber, so die Verschwörungstheorie, dürfe nicht in der Vorrunde scheitern, weil die Zuschauer sonst nicht mehr so oft ins Stadion kommen würden - also würden ihm leichte Gegner zugelost. Auch beim Confederations Cup, dem Testlauf für die WM, spielte Südafrika gegen Spanien, Irak und Neuseeland, während die andere Gruppe aus Brasilien, Italien, den USA und Ägypten bestand. Eine andere Theorie besagt, dass David Beckham gesagt bekäme, welche Kugel er zu ziehen hat, damit England in eine vermeintlich leichte Gruppe gelost würde und so lange im Turnier verbleiben könne.

Derlei Gerüchte gehören dazu wie die Spekulationen, auf wen die deutsche Elf treffen könnte. Seit Tagen diskutieren die Fans, welche Auslosung denn die ungünstigste wäre für die Mannschaft von Joachim Löw. USA, Elfenbeinküste und Frankreich? Oder doch Mexiko, Nigeria und Portugal? Obwohl, eine Gruppe mit Australien, Kamerun und Serbien wäre auch knifflig. Ach ja, auch Paraguay und die Schweiz wären nicht zu unterschätzen.

Philipp Lahms Lieblingsgruppe würde die Gegner USA, Schweiz und Paraguay enthalten. "Bloß nicht die Chilenen, die sind ein Überraschungskandidat", sagt dagegen Simon Rolfes. Jerome Boateng fürchtet sich vor den Portugiesen, Arne Friedrich vor den Serben. Bleibt die Frage, wer sich eigentlich vor den Deutschen fürchtet.

So wird vor der Auslosung am Freitagabend spekuliert, gewünscht und gezittert - dabei ist doch bereits jetzt klar: Das beinahe paranormale Losglück beschert der deutschen Elf die Gruppengegner Nordkorea, Algerien und Griechenland.

Im Video: Der Manager der Nationalmannschaft über mögliche Gegner, die Nervosität vor der Auslosung und den Austragungsort Südafrika.

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(SZ vom 04.12.2009/cai/mikö)