Lahm hält eine Regierungserklärung, Schweinsteiger humpelt zum Bus, Löw spricht von wichtigen Erfahrungen: Nach dem 1:0 gegen Ghana blickt das DFB-Team voller Sorgen und mit gebremster Zuversicht auf das Achtelfinale gegen England.
Philipp Lahm kam mit Abstand als Erster aus der Kabine, er stellte sich zum ersten Pulk deutscher Reporter und legte los. Der 26-jährige Kapitän sprach schnell, aber klar, er wirkte angespannt, aber es war nichts mehr zu spüren von dem lieben Jüngling Philipp Lahm, der er kürzlich noch war. "Wir haben in einigen Phasen richtig Glück gehabt", die Mannschaft habe viel zu viele Torchancen zugelassen, "sogar klare Torchancen". Vorne hätten die jungen Spieler viel zu häufig den Ball verloren, "vielleicht war der eine oder andere heute ein bisschen nervös".
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Es war eine Regierungserklärung des Münchner Außenverteidigers, der seit der Verletzung von Michael Ballack der jüngste Kapitän einer deutschen WM-Delegation ist. Gerade Lahm hatte in den Tagen zuvor betont, wie sehr er an diese Gruppe glaube, von der besten Nationalmannschaft gesprochen, in der je gespielt habe, und trotz der Niederlage gegen Serbien erklärt, dass es überhaupt keine Zweifel am Weiterkommen gebe. Obwohl ein historisches Vorrundenaus drohte, werde die Mannschaft diese Situation meistern und das letzte Gruppenspiel gegen Ghana souverän gewinnen. Seine Zuhörer waren regelrecht angesteckt worden von dieser Zuversicht. Doch die 93 Minuten in Johannesburgs Soccer City hatten Lahm verändert. Und nicht nur ihn.
Die Fakten bestätigten hinterher zwar den Optimismus, denn Deutschland besiegte Ghana in Soccer City durch Mesut Özils wunderschönen 18-Meter-Schuss in den Winkel mit 1:0 und beendet die Vorrundengruppe D deshalb als Erster. Doch das Spiel führte zu erheblichen Irritationen.
Mertesackers Probleme
"Wir hatten einige Probleme", gestand Bundestrainer Joachim Löw. Probleme etwa in der Abwehr mit dem wieder einmal desorientierten Per Mertesacker, dem mehrfach die Bälle zum Gegner sprangen und der trotz seiner 1,96 Meter entscheidende Kopfballduelle verlor. Zweimal mussten Bastian Schweinsteiger und Philipp Lahm in der Abwehrzentrale einschreiten, um freistehende Ghanaer im letzten Moment zu blocken. Der Bremer Innenverteidiger wirkte später sichtlich erschöpft: Er freue sich über das Weiterkommen, "aber gedämpft". Es wäre nicht verwunderlich gewesen, hätte er in der folgenden Nacht lange über seinen Auftritt gegrübelt.
Die Abwehr kam aber auch deshalb in Bedrängnis, weil in der Offensive viele Pässe den Gegner erreichten, und vor allem der sogenannte letzte Pass vor einem möglichen Torabschluss einfach nicht ankommen wollte. So kamen die wuchtigen Afrikaner zu den erhofften Konterszenen, zeigten dabei aber wieder die bekannte Schwäche im Abschluss. Ghana zieht zwar als Gruppenzweiter ebenso ins Achtelfinale ein, hat aber noch kein Tor aus dem Spiel heraus erzielt, sondern gegen Australien und Serbien lediglich zwei Elfmetertreffer.
Als nach etwa 70 Minuten aus dem vier Stunden entfernten Nelspruit die Kunde eintraf, dass Australien 2:0 führe, stellten die Ghaner trotz des Rückstands ihre Bemühungen ein. Das wäre ihnen am Ende zwar fast noch zum Verhängnis geworden, weil Serbien vehement auf den Ausgleich drängte, der Ghanas Aus bedeutet hätte. Doch als auf der Anzeigetafel Australiens 2:1-Sieg aufleuchtete, brach im Stadion ein Jubelsturm los.
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einverstanden - endlich...
würde die variante mit özil in der Mitte bevorzugen
aber diese 3 Kroos, özil und Müller sollten ständig 'rotieren'
Wäre dann für einn Stürmer (im gegensatzt zu den Meissten am ehesten für Gomez)
Als Innenverteidiger könnte ich mir auch Boateng an der Seite von Badstuber vorstellen
Sollte Schweinsteiger ausfallen sollte Lahm auf die 6 und Boateng nach hinten rechts
Aber es wird wie es wird, d.h Poldi von Anfang an
Klose wird auch spielen und leider wird Trochowski vor Marin oder Kroos eingewechselt ...
fast 100%ig einverstanden, ich würde nur Müller und Özil nicht tauschen oder höchstens in gegenseitiger, variabler Absprache.
Zur Erinnerung: Özil traf gestern aus der Mitte heraus, nach Müller-Pass von rechts.
Außerdem spielte Özil viele geniale Pässe aus der Mitte heraus, z.b. im Spiel gegen Serbien auf Podolski; wenn er rechts außen spielt wäre dieses Potential verschenkt.
Özil ist ein klassische 10 und unsere gefährlichste Waffe!
dass der Kollege Löw die Kraft der faktischen Form- bzw. Dauerschwäche der Herren Mertesacker und Podolski als solche erkennt und diese auf die Bank verbannt. Letzterer kann ausgenscheinlich nur das Eine: die Pille, so sie denn günstig für dessen Klebe angeflogen kommt, mit voller Wucht hart aufs Tor hämmern. Etwas wenig für einen Spieler in linken Mittelfeld. Hierhin gehört Toni Kroos, Müller rückts ins zentrale Mittelfeld und Özil kommt von rechts, so wie bei Bayern Ribery - Müller - Robben. In der Abwehr rückt Arne Friedrich nach rechts und Holger Badstuber spielt das, was er kann: linker Innenverteidiger.
Als linken Verteidiger sollten wir Jansen erblicken dürfen: eben weil er Linksfüßer und keinen Deut schlechter ist als Boateng. Und vorne bitte mit zwei Stürmern spielen.
Einzig: der Kollege Löw nährt seine loyalen Vasallen fortwährend mit Stammplatzgarantien, einzig Frischlinge wie Badstuber setzt er mal auf die Bank.
Zitat: "Weil sich bereits etliche Kandidaten für diese Position verletzt hatten (Ballack, Rolfes, Träsch), stellt der Kader für die beiden Planstellen eigentlich nur noch Schweinsteiger und Sami Khedira bereit."
Das hat allerdings allein unser Trainer zu verantworten, denn sämtliche Verletzungen waren zum Kader-Meldeschluss schon bekannt, trotzdem wurde darauf verzichtet noch einen Spieler für die Position mitzunehmen.
Aber wenn der Trainer eine Woche nach Beginn der WM noch nicht weiß, wann die gelben Karten gelöscht werden (Löw: "Meines Wissens werden die Karten nach der Vorrunde gestrichen"), muss man sich ohnehin Sorgen um die Professionalität beim Nationalteam machen.
England wäre zwar mal wieder dran, Deutschland in einem wichtigen Spiel zu besiegen, doch gerade weil unser Mittelfeld vielleicht ziemlich leer sein wird, die Briten uns also haushoch überlegen sind, haben wir eine Chance. Ein Konter zum 1 : 0 durch Klose, der zwischenzeitliche Ausgleich und ein weiterer Konter zum 2 : 1 in der 81. Minute werden den Mythos von der Unbesiegbarkeit der Germanen, wenn es wirklich drauf ankommt, auffrischen.
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