Das 4:1 der Deutschen über die Engländer geht als Klassiker durch. In gewisser Weise ist das Spiel aber auch der Anti-Klassiker schlechthin, weil es zwei Legenden ein Ende setzt.
So oft, als hätte die Platte einen Sprung, musste man das Wort "Klassiker" zuletzt hören. Gemeint ist damit ein Spiel, das alles bietet, was der Fußball in seinen besten Momenten bereithält: eine besondere nationale Rivalität, eine lange Tradition, erbitterte Kampfhandlungen, unvergessliche Tore, Gesprächsstoff wegen der Ungerechtigkeit falscher Schiedsrichterentscheidungen und Resultate, die niemand so vorher erwarten konnte. So betrachtet geht der 4:1-Sieg der Deutschen in Bloemfontein über die Engländer in der Tat als Klassiker durch.
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In gewisser Weise aber war die Vorführung der schlappen Steifböcke von der Insel der Anti-Klassiker schlechthin, das Spiel setzte gleich zwei Legenden ein Ende. Denn seit dem 1. September 2001 glaubten die Engländer ernsthaft, auf der Insel könne man besser Fußball spielen als zwischen Flensburg und Berchtesgaden. Damals siegten sie in München 5:1.
Ein Stachel im Fleisch des deutschen Fußballs
Die Tatsache, dass seinerzeit sogar Emile Heskey ins Tor von Oliver Kahn traf, Heskey, der sonst aus zwei Metern Entfernung nicht mal die Fassade des Buckingham-Palasts treffen würde, hat sie zu dieser kuriosen Selbstüberschätzung gebracht. Es fehlte nur ein Tor für Joachim Löws Junioren-Mannschaft, um die einmalige Scharte auch zahlenmäßig auszugleichen.
Viel wichtiger aber ist die Beendigung eines Mythos, der in den vergangenen 44 Jahren für lebhafteste Abende an deutschen Stammtischen gesorgt hat. Das berühmte Wembley-Tor, das Geoff Hurst im WM-Finale 1966 (nicht) erzielte, als der Ball unter die Latte knallte und von dort ins Spielfeld zurückprallte, was der Linienrichter Tofik Bachramow aus der Sowjetunion ganz anders sah, saß wie ein Stachel im Fleisch des deutschen Fußballs.
Dieses Tor zum 3:2, dem später gegen die wild anstürmenden Deutschen das 4:2 folgte, ist hierzulande als Gipfel himmelschreiender Ungerechtigkeit empfunden worden. Damit ist nun Schluss, den Engländern ist diesmal Ähnliches in verschärfter Form widerfahren. Eine Legende aber bleibt lebendig: Die Engländer werden erst dann wieder ein Spiel gegen Deutschland gewinnen, wenn sie sich entschließen, mit einem Torwart anzutreten.
Torwartlegende Sepp Maier im Interview. SZ am Wochenende Jetzt lesen ...
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(SZ vom 28.06.2010)
Champions-League-Finale
Wembley heißt jetzt Bloemfontein
Standuhr und Quartalsspieler
Es müllert wieder
Wenn Sie schon hier mit Fakten glänzen wollen dann sollten Sie diese auch korrekt wiedergeben.
1. Traf nicht Lineker den Pfosten in der Verlängerung sondern Chris Waddle und
2. dürfte Ihnen dann auch nicht entgangen sein das Guido Buchwald just in derselben Verlängerung auch den Pfosten traf. Lustigerweise genau den gleichen wie Waddle.
Also von Glück für die Deutschen zu sprechen halte ich dann doch eher für grenzwertig.
44 Jahre..nun kann ich wieder schlafen. nun ist die Schmach ueberwunden, ich kann sogar ein bischen Gefuehl fuer die Englaender aufbringen.
Danke der Nationalmannschaft fuer ein tolles Spiel, weiter so..aber Ihr habt meine Erwartung schon erfuellt.
Alles klar, Gruesse aus Neuseeland
Mein Kommentar ist spurlos verschwunden.
Warum wohl ?
....über 1966 brauchen wir nicht mehr zureden. Abhaken !
1990 trifft Linecker in der Verlängerung nur den deutschen Pfosten, also Glück für die Deutschen. Wie dann auch im Finale mit einem zugegebenermaßen umstrittenen Elfmeter den Brehme dann auch in das Tor bringt.
Gestern das 2 Tor für England, das ja auch kein "Wembley Tor" war weil der Ball ja wohl glasklar hinter der deutschen Linie war. Sonst hätten die Buchmacher ja wohl auch nicht gezahlt.
Wenn es 2:2 steht fängt das Spiel neu an und wer weiß das schon ob die Deutschen dann nicht das Flattern bekommen hätten.
Wie der Torwart Neuer übrigens der bei Strafraum Situationen keineswegs souverän wirkt. Gegen Serbien übrigens auch nicht.Da wäre mir Butt übrigens lieber gewesen und die Argentinier werden unseren etwas unsicheren Strafraum Kantonisten sich schon gemerkt haben. Nämlich hohe Flanken vor den 5 mtr. Raum !
Vielleicht denkt auch Herr Löw darüber nach ?
Und was macht er wenn unsere Gelb Kandidaten im Mittelfeld Gelb sehen dann in einem möglichen Halbfinale ohne Khedira und Schweinsteiger ?
Da wäre doch ein Thorsten Frings sicher nichtr schlecht gewesen, aber so ist er nun mal der Herr Löw, denn den "worst case" darf es einfach nicht geben ?
Herr Schulze, ich lese Ihre Artikel seit mehr als zwanzig Jahren, aber bisher ist mir Niveaulosigkeit dieser Art noch nie aufgefallen. Ihr Kollege Leyendecker schreibt öfter pessimistisch über den Niedergang des Journalismus. Bekommen Sie auf Redaktionskonferenzen den Auftrag, ab sofort Populismus mit Inkompetenz zu mischen? Wie kommen Sie darauf, über David James abzulästern, der gestern stabiler war als unser Neuer? Ihr Kommentar ist eine einzige Enttäuschung.
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