Beim Einzug ins Viertelfinale zeigt die deutsche Elf, dass sie auch schlau und verschlagen sein kann. Verantwortlich dafür ist unter anderem Manuel Neuers großer Bruder.
Marcel Neuer sagt, dass es eine Menge Unterschiede zwischen ihm und seinem Bruder Manuel gibt. "Er ist blond, meine Haare sind schwarz", hebt er zum Beispiel hervor, und: "Ich studiere Theologie und Geschichte, er den Fußball." Aber zum Glück widmet sich Marcel Neuer nicht nur den Tiefen der Religion, sondern auch dem irdischen Leben - er ist Schiedsrichter im Fußball-Kreis Gelsenkirchen und hat in dieser Eigenschaft einen kleinen Anteil daran, dass Deutschland gegen England 1:0 in Führung ging. Und ganz entfernt hat auch er dazu beigetragen, dass diese brave und strebsame neue Nationalmannschaft auch schlau und verschlagen handeln kann.
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Kolossale Extrawaffe: Manuel Neuer beim Abschlag. (© online.sdesport)
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Dieses 1:0 war zwar ein Außenseiter im Vergleich mit den edlen Kontertoren, die dem deutschen 4:1-Sieg eine Krone aufsetzten, es wirkte beinahe primitiv in seiner Schlichtheit. Aber es gehörte mehr planender Verstand dazu, als ihm anzusehen war.
Anzusehen war das Tor wie ein Bunte-Liga-Treffer von der Stadtwaldwiese: Torwart prügelt die Kugel weit nach vorn, Mittelstürmer läuft los, spitzelt Ball rein. Doch es war kein Zufall, dass Miroslav Klose in jenem Moment Richtung Tor startete, als Manuel Neuer mit dem Schwung eines Hammerwerfers den kolossalen Abschlag von der Fünfmeter-Linie machte.
Talent zum "Drunterkloppen"
Neuer wusste, was er zu tun hatte, er hatte ein Kommando empfangen. "Ich habe mich zurückfallen lassen und Handzeichen gegeben, dass er einfach mal draufhalten soll", berichtete Klose am Montag. Er hatte erkannt, dass Neuers Talent zum "Drunterkloppen" - so nennt er selbst sein gewaltiges Schussvermögen - eine Extrawaffe sein könnte. Sie hatten dann eine geheime Zeichensprache verabredet, um sich auf den Versuch eines Bunte-Liga-Treffers zu verständigen.
Das 1:0 entstammte also Vorsatz und Hinterlist, wozu sich auch noch seltenes Wissen gesellte, denn dass es beim Abstoß kein Abseits gibt, das wissen außer ein paar Eingeweihten nur die Fußballjuristen, Männer wie Marcel Neuer etwa. "Miro hatte mit mir darüber gesprochen, aber ich wusste es vorher schon: Mein Bruder ist ja Schiedsrichter in der Oberliga", erzählte Manuel Neuer in Bloemfontein, und es war nicht klar, auf wen er jetzt stolzer war: Auf sich selbst, auf Miroslav Klose oder auf seinen großen Bruder.
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Champions-League-Finale
Wembley heißt jetzt Bloemfontein
Standuhr und Quartalsspieler
Es müllert wieder
Jetzt ist Schluss!
Und: danke Miro!
ein echter Gelsenkirchener in der Nationalelf, der letzte war ja Olaf Thon.
Gegen die Engländer hat Neuer mir sehr gut gefallen, Spielübersicht, gute Paraden und Anfang der zweiten Halbzeit die Ruhe bewahrt.
(Und wenn er beim 2:1 auf der Linie geblieben wäre, hätte er genauso schön fliegen können wie gestern abend der Chilene Bravo gestern. Sieht besser aus, hilft aber auch nichts, wenn die Abwehr pennt.)
reichen 44 Jahre immer noch nicht aus... armseliges Deutschland!
oder HDTV. Ich dachte bisher der Pass auf Özil vor dem 4:1 kam von Müller.
Wembley - Tor zu machen - war Teil seiner Psychologie:
Ein Tor ist hat einen Verhaltenskodex: Schiedsrichter erkennen bei haarigen Situationen an der Körperhaltung und der Reaktion des Torwarts, wenn der Ball drin ist.
Neuner gab vor dass der Ball eben nicht im Tor war - und das verunsicherte die Schiris, die sekundenschnell reagieren müssen....
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