Abwehr sucht "Schleich"-Nachfolger, Mittelfeld ist talentiert aber jung, im Angriff droht der Halbzeitflüchtling: Einen Monat vor der Nominierung sind im WM-Kader noch einige Stellen offen.
Seitdem Joachim Löw bei der Nationalmannschaft ist, hat die Kadervorstellung vor einem großen Turnier immer etwas von Weihnachten: Was wird da wohl drin sein in den Paketen? Im Mai 2006 (Löw war noch Ko-Trainer) lugte vor der Heim-WM aus einem die zuvor kaum bekannte Rennmaus David Odonkor heraus, 2008 (Löw inzwischen Bundestrainer) wunderten sich die zur EM-Kader-Präsentation auf die Zugspitze gefahrenen Gäste über den Zweitligaspieler Marko Marin.
Bundestrainer Joachim Löw. (© Foto: Getty)
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Nur noch ein Monat, dann darf der Bundestrainer Löw die Nation wieder überraschen. Am 6. Mai wird er im Stuttgarter Mercedes-Benz-Museum die möglichen Südafrika-Fahrer benennen (den endgültigen Kader will die Fifa bis zum 5. Juni wissen), und so wie es momentan aussieht, muss die Fußballnation hoffen, dass Löw noch ein paar Spieler entdeckt, mit denen derzeit keiner rechnet. Denn von den einst sicheren Kandidaten fallen nun schon so viele aus oder spielen derart unter Form, dass der Fußballnation durchaus mulmig werden könnte beim Gedanken an die WM.
Lesen Sie auf den folgenden Seiten eine Bestandsaufnahme des DFB-WM-Kaders einen Monat vor dessen Nominierung.
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Berliner Zeitung
wird eine sehr spannende Nominierung! Die Vorzeichen für die WM sind ungünstig, aber eins muss man Löw&Co wirklich lassen: sie haben es insbesondere bei der WM geschafft, Wackelkandidaten kurzfristig zu einer soliden Form zu verhelfen. Die Frage ist nur, ob sie noch die psychologische Überzeugungskraft haben wie damals. Zumindest in der Öffentlichkeit hat ihr Ruf schwer gelitten, und von Begeisterung rund um die Nationalelf ist nichts, aber auch gar nichts mehr zu spühren.
Noch kurz zu Kuranyi: Löw wird mit Sicherheit nicht vier Zentralstürmer mitnehmen wollen. Da Klose unantastbar scheint, müsste wohl Gomez oder Kiessling für Kuranyi weichen. Doch ein solcher Tausch lohnt den ganzen Ärger irgendwie nicht. Fazit: In meinen Augen macht eine Begnadigung nur Sinn, wenn dafür konsequenterweise Klose zu Hause bleibt.
Eigentlich ein fairer und kompetenter Kommentar: Löw´s Suche nach einem Innenverteidiger neben Mertesacker ist schwieriger als am Ende vielleicht Kuranyi zu nominieren. Nur - die Medien schüren und schüren - am Ende - sollte Löw Kuranyi benennen - klopfen sie sich auf die eigene Schulter - sollen sie doch, die Hanswursten!