Gewalt, Verbrechen, Chaos! Die Zweifel an Südafrika waren groß. Umso bemerkenswerter ist der Verlauf des Turniers: Südafrika hat als WM-Gastgeber geglänzt. Doch die Freude ist nicht ungetrübt.
Die erste Fußball-Weltmeisterschaft auf afrikanischem Boden neigt sich dem Finale zu. Und alle Besucher haben überlebt! Man muss das betonen, denn im Vorfeld der WM klangen manche Kommentatoren so, als müsse sich die Welt samt ihrer Mannschaften für einen vierwöchigen Vorstoß auf feindliches Gebiet rüsten. Oftmals war die Kritik an diesem Land so überzogen, dass man sie rational nicht mehr erklären konnte.
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Feiernde Fans in Durban: Südafrika hat alle Zweifler widerlegt. (© dpa)
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Die Südafrikaner haben Wort gehalten. Sie haben ihre Fußball-Gäste mit offenen Armen empfangen, mit großer Herzlichkeit versorgt und vor etwaigen Gefahren geschützt. Die Mannschaften des eigenen Kontinents spielten zwar nicht sehr lange mit bei diesem Turnier. Selbst Ghana, Afrikas letzte Hoffnung, musste sich unglücklich im Viertelfinale geschlagen geben. Nun kämpfen nur noch Europäer um den Pokal. Aber das macht alles nichts. Die Zeit der afrikanischen Teams wird noch kommen. Und das Gastgeberland Südafrika darf sich jetzt schon freuen, weil es seine Sache gut gemacht hat.
Unvorstellbar friedlich
Gewalt, Verbrechen, Chaos - das war das Drillings-Gespenst dieser WM. Viele Fans hat die Angst vom Kap ferngehalten, und manchmal sah es in den Vorbereitungsjahren so aus, als würde dieses Land das Turnier sogar noch abgeben müssen - so übermächtig erschien die Kritik. Aber Südafrika hat dies stoisch durchgestanden und die vielen Zweifler widerlegt. Zwar hat es einige wenige Überfälle auf Fans gegeben, ein Amerikaner wurde verletzt. Ansonsten aber verlief das Turnier so friedlich, wie es sich viele nicht hatten vorstellen können.
Die Worte von Uli Hoeneß klingen noch in den Ohren. Es sei eine der größten Fehlentscheidungen des Weltfußballverbandes (Fifa) gewesen, Südafrika dieses Turnier zu geben, beklagte der Präsident des FC Bayern München noch Anfang des Jahres. Damit nährte er ein verbreitetes Vorurteil, wonach die Afrikaner es schlicht nicht könnten. Zu unzuverlässig, zu gewalttätig, zu unorganisiert seien sie - das war die Botschaft. Sie passt in eine lange Liste zweifelhafter Bewertungen, die dem Kontinent im Allgemeinen und Südafrika im Besonderen nicht gerecht werden. Es fällt Europa immer noch schwer, über Afrika nachzudenken, ohne neokolonialen Reflexen zu erliegen.
Das andere Afrika
Der Erfolg der WM hat nun einige frische Gedanken angestoßen: Jenseits des schaurig-schönen Bildes vom Chaos- und Katastrophen-Kontinent muss es noch ein anderes Afrika geben. Wenn diese Einsicht weltweit durchgesickert ist, dann kann man die Fußball-WM tatsächlich als bemerkenswertes Ereignis der Völkerverständigung betrachten.
Das jedenfalls ist der wichtigste Gewinn, den sich Südafrika mit dem Turnier erkämpft hat. Es ist dies nicht das Verdienst Sepp Blatters und seiner Fifa; es ist die Frucht eines afrikanischen Ehrgeizes, der das Land viele Monate lang beflügelt und getragen hat. Südafrika wollte der Welt zeigen, wozu es fähig ist. Und es hat den Plan durchgezogen. Die Stadien waren rechtzeitig fertig. Das Land hat Touristen und Fans beschützt, trotz der hohen Kriminalitätsrate, die Südafrika belastet. Es hat sie gut und sicher in die Stadien gebracht, manchmal war das vielleicht etwas chaotisch. Aber alles in allem lief diese WM glatt, gemessen an den abenteuerlichen Geschichten, die Afrikas Transportbranche sonst so schreibt - mit überladenen Taxis, schiffbrüchigen Fähren und museumsreifen Fluggeräten.
Wenn in Europa dennoch über den WM-Verkehr gemeckert wurde, oder über den angeblich unerträglichen Lärm der Vuvuzelas, so verrät dies weniger über Afrikas Eigenheiten als über die Empfindlichkeiten und Bequemlichkeit vieler Europäer.
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In guter Erinnerung sind mir die Debatten im Vorfeld der WM. Südafrika sei vom Sicherheitsaspekt zu gefährlich, der Bau der Stadien könne wohl nicht rechtzeitig abgeschlossen werden und die Verkehrsprobleme seien nicht zu beheben. Ich muss sagen, dass Südafrika überzeugt hat. Dahingehend Überzeugt, dass die WM in Südafrika doch kein Reinfall, sondern eher ein Risiko war. Jedoch muss man eine andere Frage stellen - Welchen Nutzen hat Südafrika eigentlich von der WM??? Denn da sieht es nicht so rosig aus. Für weitere Infos siehe http://2010sdafrika.wordpress.com