Lionel Messi dribbelt, wirbelt, schlenzt und spielt Doppelpässe - aber ein Tor gelingt ihm nicht. Bei Argentiniens 1:0-Sieg gegen Nigeria trifft nur ein Verteidiger.
Es lief die 90. Minute, und irgendwann musste es ja klappen. Wieder nahm Lionel Messi Tempo auf, wieder dribbelte er an zwei Gegenspielern vorbei, als würden diese nicht ernsthaft mitspielen. Er spielte den Ball ab, sprintete in den Strafraum, bekam den Ball wieder. Ja, dachte man, jetzt würde es ganz sicher klappen mit einem Tor des ständig wirbelnden Messi. Aber es klappte nicht. Er bekam den Ball nicht unter Kontrolle und konnte nur zusehen, wie dieser ins Aus trudelte.
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Lionel Messi dribbelte und dribbelte - aber ein Tor gelang ihm nicht. (© rtr)
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Es war die sechste Chance, die Messi vergeben hatte. Und so blieb es bei einem 1:0-Sieg Argentiniens gegen Nigeria. Die Angreifer der Südamerikaner vergaben reihenweise gute Möglichkeiten, und das entscheidende Tor erzielte ein Verteidiger: Gabriel Heinze traf bereits in der 6. Minute per Kopf nach einem Eckball.
"Wir haben ein wichtiges Spiel gewonnen und sind auf dem richtigen Weg. Wir können der nächsten Partie gelassen entgegensehen", sagte Argentiniens Trainer Diego Maradona. "Es war sehr wichtig für uns, Chancen herauszuspielen. Wir haben nicht alle genutzt, am Ende hätten Nigeria ausgleichen können, das sind die Gesetze des Fußballs. Aber Gottseidank ist es nicht passiert."
Messi, die Erdbeere
Viele hatten im Vorfeld der WM behauptet, Argentinien habe im Angriff so viel Potential wie kaum eine andere Mannschaft. Für Diego Milito, den Torjäger von Champions-League-Sieger Inter Mailand, und Sergio Agüero von Europa-League-Sieger Atlético Madrid hatte Maradona keinen Platz in seiner Startformation. Gegen Nigeria stürmten Gonzalo Higuain (Real Madrid), Carlos Tevez (Manchester City) und natürlich: Messi.
Der Weltfußballer vom FC Barcelona sei "die Erdbeere auf dem Nachtisch, das Sahnehäubchen", sagt Maradona, "er soll den gleichen Einfluss haben wie ich 1986". Damals wurde Argentinien Weltmeister, Maradona erzielte im Viertelfinale zwei Tore für die Ewigkeit. Seitdem vergöttert Argentinien Maradona, die Verehrung von Messi hält sich dagegen bislang in Grenzen - weil der 22-Jährige meist beim FC Barcelona glänzte, aber nur selten in der Nationalmannschaft. "Ich will bei der WM beweisen, dass ich für Argentinien dasselbe leisten kann wie für Barcelona", hatte Messi deshalb vor dem Turnier angekündigt.
Es dauerte nicht einmal eine Minute, bis Messi zeigte, wie ernst es im mit dieser Ankündigung ist. Er bekam den Ball, dribbelte um zwei Gegner herum und spielte in die Spitze auf Tevez, der den Ball allerdings nicht unter Kontrolle bekam. In der vierten Minute drang Messi über links in den Strafraum ein, schüttelte drei Gegenspieler ab und passte in die Mitte auf Higuain, der den Ball allerdings nicht ins Tor brachte. In der sechsten Minute schoss er aus sechzehn Metern auf das Tor des Nigerianers Vincent Enyeama, der den Ball allerdings über die Latte lenkte.
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