Wintersport kompakt Riesch-Schwestern auf dem Podest
Anzeige
Die deutschen Skifahrerinnen überzeugen im Slalom, Neureuther punktet erstmals seit langem im Riesenslalom, schon wieder ereignet sich ein schwerer Bob-Unfall.
Die Schwestern Maria und Susanne Riesch sind zwei Monate vor den Olympischen Spielen in Vancouver erstmals gemeinsam auf das Siegertreppchen im alpinen Ski-Weltcup gefahren. Beim klaren Sieg der Französin Sandrine Aubert (1:43,24 Minuten) beim Slalom im schwedischen Are belegte Maria Riesch, die nach dem ersten Lauf noch in Führung gelegen hatte, mit 0,45 Sekunden Rückstand Rang zwei. Sie lag damit weitere 0,41 Sekunden vor der jüngeren Schwester Susanne, die zum ersten Mal in ihrer Karriere auf das "Stockerl" fuhr. Maria Riesch übernahm damit wieder die Führung im Gesamtweltcup. Neben den Riesch-Schwestern hatten weitere fünf deutsche Läuferinnen das Finale erreicht. Christina Geiger (Oberstdorf), Katharina Dürr (Germering), Kathrin Hölzl (Bischofswiesen), Fanny Chmelar (Partenkirchen) und Nina Perner (Karlsruhe) belegten die Plätze 12, 14, 16, 21 und 24.
Maria (links) und Susanne Riesch fuhren im Slalom aufs Podest.
(Foto: Foto: AP)Skirennfahrer Felix Neureuther ist zum ersten Mal seit drei Jahren bei einem Riesenslalom-Weltcup in die Punkteränge gefahren. Im französischen Val d'Isère belegte der Partenkirchener am Sonntag Rang 20 und erreichte damit zugleich das zweitbeste Riesentorlauf-Ergebnis seiner Karriere. Seinen ersten Weltcup-Sieg sicherte sich der Österreicher Marcel Hirscher vor Massimiliano Blardone aus Italien und seinem Landsmann Benjamin Raich. Raich übernahm mit seinem vierten Saison-Podium auch die Führung im Gesamtweltcup vom Schweizer Carlo Janka, der in Frankreich in allen drei Rennen des Wochenendes leer ausging.
Der Internationale Skiverband will die Gründe für die Häufung schwerer Verletzungen im alpinen Weltcup untersuchen und Schritte für eine sicherere Athleten-Zukunft ergreifen. "Die Fis ist sehr besorgt wegen der großen Anzahl der Verletzungen zu Beginn der Saison. Wir beschäftigen uns intensiv damit", sagte der Fis-Herren-Renndirektor Günter Hujara am Rande des Weltcup-Wochenendes. Bei der Suche nach Lösungen setzt die FIS auch auf die Mithilfe von Trainern und Athleten
Ohne Magdalena Neuner sind die deutschen Biathletinnen beim Staffelrennen von Hochfilzen nur auf Platz vier gelandet. Martina Beck (Mittenwald), Simone Hauswald (Gosheim), Andrea Henkel (Großbreitenbach) und Kati Wilhelm (Zella-Mehlis) hatten nach 4x6 km 19,5 Sekunden Rückstand auf Sieger Russland. Platz zwei belegte Frankreich vor Schweden. Eine Woche zuvor hatte das deutsche Quartett in Östersund noch gewonnen. Die deutschen Biathleten schafften erstmals in dieser Saison einen Podestplatz. In der Besetzung Christoph Stephan, Arnd Peiffer, Michael Greis und Simon Schempp kam das Quartett im zweiten Staffelrennen der Saison hinter Österreich und Russland als Dritter ins Ziel. Die Österreicher schafften beim Heimrennen einen überlegenen Sieg. Deutschland lag 32 Sekunden zurück.
Anzeige
Die deutschen Langläufer sind beim Sprint-Weltcup in Davos ohne Top-Platzierung geblieben. Die Oberwiesenthalerin Claudia Nystad sorgte am Sonntag als 13. für das beste Ergebnis. Wie Nystad schieden auch Hanna Kolb und Stefanie Böhler bei den Damen sowie Tim Tscharnke bei den Herren im Viertelfinale aus. Bereits in der Qualifikation waren unter anderen Axel Teichmann, Tobias Angerer und Evi Sachenbacher-Stehle gescheitert.
Auf der Kunsteisbahn im sächsischen Altenberg ist es am Samstag zu einem schweren Bob-Unfall gekommen. Der Spurschlitten im Viererbob-Training zum Europacup-Rennen stürzte in Kurve zwölf der anspruchsvollen Piste im Kohlgrund. Dabei verletzte sich der Riesaer Nachwuchspilot Robert Göthner schwer. Er wurde noch am Abend in einem Dresdner Krankenhaus im Halswirbelbereich operiert und in ein künstliches Koma versetzt. "Wir alle hoffen, dass Robert so schnell wie möglich wieder auf die Beine kommt", sagte Riesas Cheftrainer Gerd Leopold am Rande des Weltcups in Winterberg.
Die deutschen Rodlerinnen sind weiterhin unschlagbar. Beim Weltcup in Lillehammer feierten die zweimalige Einzel-Weltmeisterin Tatjana Hüfner aus Oberwiesenthal und Natalie Geisenberger aus Miesbach einen Doppelsieg. Für die deutschen Frauen war es der 94. Weltcup-Sieg in Serie. Die letzte Niederlage datiert vom 29. November 1997 in Königssee.