Schiedsrichter-Assistent Felix Zwayer hat in einem Interview bestätigt, dass es vor dem Zweitligaspiel Essen gegen Köln (2:2) einen entsprechenden Telefonanruf gegeben habe.

Im Interview mit dem "Kölner Express" sagt Zwayer, er habe allerdings das Gespräch sofort abgebrochen.

Anzeige

Den Namen von Schiedsrichter Robert Hoyzer (Berlin), der seit Samstag unter Manipulationsverdacht und im Mittelpunkt des größten Bundesliga-Skandals seit 34 Jahren steht, nannte Zwyer in diesem Zusammenhang allerdings nicht. "Ich wurde vor dem Spiel in Essen angerufen. Ich sollte durch meine Entscheidungen Einfluss auf das Spiel nehmen. Ich habe das Gespräch abgebrochen und wollte damit nichts zu tun haben", sagte Zwayer, der seine Kollegen Manuel Gräfe und Markus Häcker von dem Vorfall aber nicht unterrichtet hatte: "Nein, ich habe nichts weitergegeben. Manuel und Markus wussten bis jetzt nichts von dem Versuch."

Gräfe und Zwayer beteuern ihre Unschuld. "Ich und meine Kollegen haben damit nichts zu tun. Es ist Zeit, die Spekulationen zu beenden. Die Fakten und Namen müssen jetzt auf den Tisch", sagte Gräfe. Der Geschäftsführende DFB-Präsident Theo Zwanziger hatte erklärt, dass Hoyzer bei der von Gräfe geleiteten Zweitliga-Partie zwischen Essen und Köln versucht haben soll, Einfluss zu nehmen.

Bundesliga-Referee Gräfe fürchtet nun wie die gesamte deutsche Schiedsrichter-Gilde um seinen guten Ruf. "Das alles ist ein großer Imageschaden, eine Katastrophe. Jetzt müssen unbedingt Ross und Reiter genannt werden. Ich bin fußballverrückt, ich liebe meinen Job. Ich würde niemals auf so eine Idee kommen", sagte Gräfe. Der DFB hatte bereits eine Ehrenerklärung für das gesamte Schiedsrichter-Gespann um Gräfe abgegeben.

Leser empfehlen 
Lesetipp aus der aktuellen SZ: "Ich war nie schuld. Nie. Nie. Nie."

Torwartlegende Sepp Maier im Interview. SZ am Wochenende Jetzt lesen ...