Im Reich des Fußballs und des Sports allgemein gibt es also kaum einen Fußbreit Boden, den man sorglos betreten kann. Aber rechnet sich die Manipulation von Spielen wirklich? Einige der inhaftierten Zocker haben in Vernehmungen geklagt, dass sie am Ende nur verloren hätten, aber Althans macht an einem Beispiel eine andere Rechnung auf: So seien beim "MSN-Betting" (Wetten per Telefon) bei einem einzigen asiatischen Wettanbieter in 118 Fällen insgesamt 5,54 Millionen Euro eingezahlt worden. Bei den Spielen ohne Manipulationsverdacht hatten die Zocker unterm Strich 147 000 Euro verloren. Bei den verdächtigen Spielen lag der Gewinn bei etwa 1,1 Millionen Euro. Die bislang durch die Sonderkommission "Flankengott" festgestellten Gewinne liegen insgesamt bei 7,5 Millionen Euro.

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Immer neue Fälle

Geradezu euphorisch reagieren Bochumer Strafverfolger, wenn nach Erfahrungen mit der Rechtshilfe in anderen Ländern gefragt wird: Der zuständige Bochumer Oberstaatsanwalt Norbert Salamon spricht von "umfassender Rechtshilfe", die dank des "großartigen polizeilichen Informationsaustausches hervorragend" laufe. In elf Ländern würden derzeit Rechtshilfeersuchen der deutschen Behörden bearbeitet, Anfragen in vier weiteren Ländern würden vorbereitet. Besonders eng ist die Zusammenarbeit mit der Türkei. Die Zahl der verdächtigen Spiele hat sich in der Türkei seit November von 29 auf 74 erhöht. Mittlerweile rollen am Bosporus Ermittler den landeseigenen Wettskandal selbst auf. Eigene Ermittlungen führt beispielsweise auch die Schweizer Bundesanwaltschaft durch. In einigen Ländern bleibt abzuwarten, was am Ende herauskommen wird. Bosnien (8 Fälle) und Slowenien (7 Fälle) beispielsweise sind die einzigen Länder, in denen seit Beginn des Verfahrens kein neuer Fall hinzugekommen ist.

Aber man darf nicht vergessen, dass mancherorts auch bei zuvor fiebrig geführten Ermittlungen zum Schluss die Akten dann doch gern mit dem Stempel "erledigt" oder "eingestellt" versehen werden.

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(SZ vom 14.07.2010/leja)