Der DFB reagiert auf die Wettaffäre, setzt eine Task Force ein - und rügt Mario Basler, weil der offenbar auf ein Spiel seiner Mannschaft wetten wollte.

Ex-Nationalspieler Mario Basler, Trainer des Regionalligisten Eintracht Trier, ist für persönliche Fußballwetten vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) gerügt worden. Das erklärte DFB-Präsident Theo Zwanziger bei einer Pressekonferenz zum Wett- und Manipulationsskandal im europäischen Fußball auf einer Pressekonferenz am Montag in der DFB-Zentrale in Frankfurt/Main.

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Der DFB hat Mario Basler gewarnt, nicht auf Spiele seines eigenes Vereins zu wetten. (© Archivfoto: dpa)

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Man habe mit dem früheren Profi von Werder Bremen und Bayern München Kontakt aufgenommen, damit es nicht zu Dingen komme, die gegen die Statuten des Verbandes verstießen, erklärte Zwanziger. Trainer Basler hatte im Vorfeld eines Pokalspiels seines Klubs gesagt, er würde auf seine Mannschaft wetten. "Wir haben Mario Basler vor zwei Wochen darauf hingewiesen, dass sein Wettverhalten nicht ganz eindeutig statutengemäß ist. Er hat daraufhin nicht gewettet." Die Sache sei im beiderseitigen Einvernehmen geklärt worden.

Der DFB hatte als Reaktion auf den Wett- und Manipulationsskandal um den ehemaligen Schiedsrichter Robert Hoyzer auf dem außerordentlichen Bundestag im April 2005 unter anderem eingeführt, dass Spieler, Trainer und bestimmte Funktionäre keine Wetten auf Partien des Wettbewerbs abschließen dürfen, an denen die eigene Mannschaft teilnimmt.

Basler hatte mit dem Regionalligisten Trier im laufenden Wettbewerb für Furore gesorgt und den Bundesligisten Hannover 96 und den Zweitligisten Arminia Bielefeld ausgeschaltet. Erst im Achtelfinale war für die Eintracht gegen den 1. FC Köln Endstation. Basler hatte in der Vergangenheit auch für einen Wettanbieter als Werbefigur fungiert.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und die Deutsche Fußball Liga (DFL) setzten zudem im Zusammenhang mit dem neuen europäischen Wettskandal eine Task Force ein. Die Arbeitsgruppe soll sich mit den Auswirkungen der Manipulations-Affäre beschäftigen, die am vergangenen Freitag von der Staatsanwaltschaft Bochum publik gemacht wurde. In neun europäischen Ländern stehen 200 Spiele unter Manipulationsverdacht, darunter auch 32 Begegnungen in Deutschland.

Die Uefa hat für Mittwoch in ihrer Zentrale im schweizerischen Nyon einen Krisengipfel zum Thema Wettskandal einberufen. Der Europaverband hat nach Angaben von Uefa-Mediendirektor Robert Faulkner zu diesem Treffen Vertreter der neun Verbände eingeladen, die nach Angaben der Staatsanwaltschaft Bochum vom jüngsten Manipulationsskandal betroffen sind. In Nyon werden hochrangige Verbandsfunktionäre aus Deutschland, Belgien, der Schweiz, Kroatien, Slowenien, der Türkei, Ungarn, Bosnien und Österreich erwartet.

Zudem wurde auf der Pressekonferenz erklärt, das Frühwarnsystem habe funktioniert. "Wir haben in den letzten Monaten einige auffällige Partien gehabt", sagte Carsten Koerl von der zuständigen Firma Sportradar am Montag in Frankfurt/Main: "Einige der Spiele, die wir als auffällig markiert haben, sind Gegenstand der Ermittlungen."

In Deutschland, wo nach Angaben der Bochumer Staatsanwaltschaft unter anderem vier Zweitliga-Spiele unter Manipulationsverdacht stehen, habe es dagegen keine Auffälligkeiten gegeben. Sportradar arbeitet im Auftrag des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und der europäischen Fußball-Union (Uefa) mit über 300 Wettanbietern weltweit zusammen, um Unregelmäßigkeiten aufzudecken.

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(sueddeutsche.de/sid/dpa/aum)