Wettmanipulation im Fußball Der Kreis schließt sich
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In Italien werden Fan-Bosse des AS Bari aufgrund des Verdachts der Wettmanipulation in Haft genommen. Damit schließt sich branchenintern der Höllenkreis des Wettbetrugs. Das Problem ist die Geschäftsmentalität im unregulierten Unterhaltungs- und Menschenhandelsgewerbe Profifußball. Diese bietet besten Nährboden für kriminelles Gelichter.
Neues aus Italien, dem "Epizentrum der Wettmanipulation" (Chefankläger Palazzi): Nun reihen sich auch die Fan-Brigaden ins Feld der Falschspieler und Betrüger ein. Am Donnerstag nahm die Staatsanwaltschaft die Bosse dreier Fan-Klubs des AS Bari in Haft. Sie sollen am Ende der vergangenen Saison die Profis des damaligen Erstligisten bedroht und zu Ergebnismanipulationen gezwungen haben.
Fans in Italien (Symbolbild): Wachsender Einfluss
(Foto: dpa)Die letzten drei Spiele hätte das Team, das als Absteiger schon feststand, verlieren sollen, damit die "Ultra"-Chefs an den Wettschaltern fett abkassieren konnten. Tatsächlich gingen die drei Partien verloren, wobei indes zwei Bari-Profis beim Staatsanwalt beteuerten, sie seien keineswegs auf die Forderungen der Fans eingegangen.
Nicht, dass es überrascht. In manchen Fan-Zirkeln Südamerikas oder Osteuropas werden ja schon Geschäfte bis hin zum Waffenhandel betrieben. Nun ist es aber auch in der westlichen Hemisphäre amtlich: Mit den Fans als Co-Akteuren schließt sich branchenintern der Höllenkreis des Wettbetrugs.
Das ist die Dimension, die der Sumpf in Italien erreicht hat; zugleich ist es der eindeutige Hinweis an das interessierte Publikum, dass die Betrugsproblematik im Fußball nicht nur als das zu sehen ist, was Klubs, Verbände und Funktionäre so fromm beschwören: eine böse Bedrohung von außerhalb, ein Teufelswerk krimineller Zockerbanden.
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Die gibt es zuhauf, gewiss. Was ihr Treiben stark begünstigt, ist die Geschäftsmentalität im unregulierten Unterhaltungs- und Menschenhandelsgewerbe Profifußball. Diese Mentalität bietet besten Nährboden für kriminelles Gelichter. Die Sachwalter des Fußballs brauchten ja schon auffallend lange, bis sie die endemische Betrugsproblematik einräumten, die ihr Geschäft bedroht.
Seitdem klagen sie laut über Wettpaten in Asien oder sonstwo, von den Missständen in der eigenen Branche aber spricht keiner. Dabei sind gerade die enorm: Wenn Spiele nicht wegen Wettgewinnen, sondern zwecks Beeinflussung von Meisterschaft oder Abstiegskampf verschoben werden. Das ist in der Auswirkung schlimmer als das Treiben chinesischer Triaden, und sogar der Fans von Bari.