Wett-Skandal Hoyzer manipulierte vier Spiele

Der Berliner Schiedsrichter Robert Hoyzer hat gestanden, neben dem DFB-Pokalspiel SC Padernborn - Hamburger SV auch eine Partie der Zweiten Bundesliga und zwei Matches der Regionalliga Nord verschoben zu haben.

Der im Manipulationsskandal hauptbeschuldigte Fußball-Schiedsrichter Robert Hoyzer hat vier Spiele - Wuppertaler SV - Werder Bremen A (30. Mai 2004), Eintracht Braunschweig - FC St. Pauli (5. Juni 2004), SC Paderborn - Hamburger SV (21. August 2004) und LR Ahlen - Wacker Burghausen (22. Oktober 2004) - verschoben, um sich einen finanziellen Vorteil zu verschaffen.

Dies geht aus den Geständnissen des 25-jährigen Hoyzer hervor. Dies gab der Deutsche Fußball-Bund (DFB) auf einer Pressekonferenz in Frankfurt/Main bekannt.

Der ebenfalls unter Manipulationsverdacht stehende Bundesliga-Schiedsrichter Jürgen Jansen, der durch Aussagen Hoyzers bei der Staatsanwaltschaft ins Visier der Ermittler geraten war, beteuerte am Donnerstag erneut seine Unschuld: "Ich habe niemals ein Spiel manipuliert oder dafür gesorgt, dass durch meine Entscheidungen eine Mannschaft einen unberechtigten Vorteil bekommt. Hundertprozentig! Ich habe nicht getan, was man mir vorwirft. Und ich will tot umfallen, wenn es anders ist", sagte Jansen.

Jansen: Ich bin das Bauernopfer

Bei den bundesweiten Razzia wurde unter anderem auch die Wohnung von Jansen in Essen durchsucht. Der Bundesliga-Referee ist im Zusammenhang mit einer möglichen Manipulation des Bundesligaspiels zwischen dem 1. FC Kaiserslautern und dem SC Freiburg (3:0) vom 27. November 2004 genannt worden.

In einem Interview mit den Passauer Neuen Nachrichten sagte Jansen: "Ich bin hier das Bauernopfer! Den DFB, den ich fast als rechtsfreien Raum bezeichne, ist nicht mit normalen Maßstäben zu messen. Anscheinend ist man nicht an einer sachlichen Aufklärung interessiert. Beim DFB zieht man sich zurück ins Mauseloch und sieht zu, wie jemand geschlachtet wird."

Mayer-Vorfelder lehnt Rücktritt ab

DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder schließt trotz der wachsenden Kritik an seiner Person einen Rücktritt aus. Er gehöre nicht zu denjenigen, die davonrennen, wenn die Zeiten ungemütlich werden, sagte der 71-Jährige den Stuttgarter Nachrichten und geht davon aus, auch bei der WM 2006 noch im Amt zu sein.

Die offen ausgesprochene Aufforderung, seine Demission einzureichen, beantwortete der Schwabe lapidar: An eine derart unbegründete Rücktrittsforderung könne er sich nicht entsinnen.