Die Bremer sind wieder im Geschäft der Champions League - trotz eines sechsminütigen Blackouts mit drei Gegentoren Mit einem packenden 4:3 schafften sie es auf Achtelfinal-Kurs.
Nach einer kurzfristig verspielten 3:0-Führung setzten sich die Hanseaten gestern Abend 4:3 (2:0) gegen Udinese Calcio durch und sind nach dem ersten Sieg in der Meisterklasse auf Achtelfinal-Kurs. Vor 35424 Zuschauern im Weserstadion war Johan Micoud (67.) der Matchwinner. Zuvor hatten Klose (15.), Baumann (24.) und Micoud (51.) die Bremer in Führung gebracht, Di Natale (54./57.) und Bremens Schulz (60.) per Eigentor hatten ausgeglichen.
Bremens Frank Fahrenhorst im Duell mit Udineses Vincenzo Iaquinta. Unten Bremens Frank Baumann, links der Brasilianer Naldo. (© Foto: AP)
Anzeige
Die in der Champions League schon obligatorische Krankmeldung für Trainer Thomas Schaaf kam wie üblich Stunden vor der Partie: Stürmer Ivan Klasnic wurde mit einer Blinddarm-Reizung ins Krankenhaus eingeliefert. Für den Kroaten lief Valdez als Sturmpartner von Klose aufs Feld - und setzte nach sechs Minuten den ersten Kopfball Richtung italienisches Tor, allerdings nur ziemlich ungefähr.
Zwei Minuten später war Klose dran, aus zehn Metern traf auch er den Ball nicht richtig. Besser klappte es im Zusammenspiel: Rechtsflanke Valdez, Kopfball Klose - nach einer Viertelstunde führte Werder verdient mit 1:0.
Und blieb am Drücker. Im Zuge einer neunminütigen künstlerisch wertvollen Ensemble-Leistung wurden Udines Kicker auf Trab gehalten, den Ball berührten sie dabei eher selten, dann war es wieder so weit: Borowski passte nach innen, Valdez blockte Sensinis Abwehrversuch und Baumann lupfte den Ball über De Sanctis hinweg ins Netz (24.).
So vorgeführt zu werden, tat natürlich weh, Pinzi zahlte es Micoud mit einem Karatesprung in die Leistengegend heim und hatte Glück, dass er dafür nur Gelb sah. Für Udinese kam di Natale als dritter Angreifer, für Werder die nächste Großchance: Micoud traf volley die Torlatte (31.).
Dasselbe Missgeschick widerfuhr Iaquinta (37.) auf der Gegenseite, als er plötzlich allein sieben Meter vorm Bremer Tor stand - die erste Chance für die verschüchterten Gäste überhaupt. Ein Schreckschuss, der Werder nicht aus dem Tritt brachte.
Klose köpfte knapp drüber, Frings schoss knapp vorbei - zur Pause durfte Udinese den 0:2-Rückstand als höchst komfortabel bezeichnen. Und Tribünengast Willi Lemke, Werders ehemaliger Manager, befand gerührt, Klose allein sei das Eintrittsgeld wert.
Aber Sturmpartner Valdez stand ihm kaum nach. Sechs Minuten nach Wiederanpfiff brach er erneut am rechten Flügel durch, seine Flanke fand Micouds Stirn - das 3:0, und dreimal hatte der Paraguayer die Vorarbeit geleistet. Diesmal aber schlugen die Gäste zurück. Der eingewechselte di Natale traf aus 18 Metern zum 1:3, Reinke rutschte der Ball dabei unter dem Körper hindurch (54.).
Sie sind jetzt auf Seite 1 von 2 nächste Seite
Torwartlegende Sepp Maier im Interview. SZ am Wochenende Jetzt lesen ...
Erster Arbeitstag als Chef der Deutschen Bank