Werder Bremen Djilobodji-Geste "ist in Afrika gebräuchlich"

In der Kritik: Bremens Papy Djilobodji (rechts).

(Foto: Bongarts/Getty Images)

Werder-Manager Eichin nimmt den Verteidiger nach seiner "Kopf-ab-Geste" in Schutz. Frankreichs Nationaltrainer verzichtet vorerst auf Franck Ribéry. Luca Toni lobt den kommenden Bayern-Coach Ancelotti.

Werder Bremen: Sportchef Thomas Eichin (49) von Fußball-Bundesligist Werder Bremen hat Papy Djilobodji (27) nach dessen Kopf-ab-Geste in Schutz genommen. "Es gibt Gesten, die in unterschiedlichen Kulturen verschiedene Bedeutungen haben. Wir müssen erklären, dass diese Geste in Afrika gebräuchlich ist", sagte Eichin der Bild-Zeitung. Den Innenverteidiger aus dem Senegal "in typisch deutscher Manier durchs Dorf zu treiben, geht nicht".

Nachdem Djilobodji am vergangenen Wochenende gegenüber seinem Gegenspieler Pablo de Blasis (FSV Mainz 05) das Abschneiden des Halses angedeutet hatte, droht dem Leihspieler vom FC Chelsea eine Sperre. Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hatte am Montag ein Ermittlungsverfahren eingeleitet und Djilobodji "zu einer zeitnahen Stellungnahme aufgefordert". Danach wird über den weiteren Fortgang des Verfahrens entschieden.

Fußball, Frankreich: Franck Ribéry spielt in den EM-Planungen von Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps derzeit keine Rolle. "Für mich hat das Thema Ribéry keine Aktualität. Man sollte nicht so voreilig sein", sagte Deschamps in einem kicker-Interview. Ribéry hatte in der vergangenen Woche ein Comeback bei "Les Bleus" zumindest nicht ausgeschlossen. "Ich habe gelesen, dass Didier Deschamps die Besten zur EM mitnehmen will. Punkt. Ich spiele nun wieder beim FC Bayern, habe mein Niveau zu 100 Prozent wiedergefunden", sagte der 32-Jährige dem kicker.

Aber bevor man über eine Rückkehr nachdenke, "muss es vorher ja überhaupt erst ein Gespräch mit Deschamps geben. Das wäre die erste Voraussetzung." Es freue ihn, meinte Deschamps dazu, "dass Franck sein Lächeln zurückgewonnen hat, dass er wieder Spaß am Spiel hat." Aber die Aussagen hätten ihn auch "ein wenig zum Lächeln gebracht. Er hat nur gesagt: Schauen wir mal." Ribéry absolvierte bisher 81 Länderspiele und erzielte 16 Tore für Frankreich. Sein letztes Spiel für die Auswahl bestritt er am 5. März 2014 gegen die Niederlande.

Basketball, Euroleague: Der Basketball-Verband FIBA Europe startet im Machtkampf mit der Euroleague die nächste Attacke. Die europäische Konföderation droht ihren Mitgliedsverbänden mit Ausschluss von FIBA-Wettbewerben, sollten Vereine aus diesen Ländern beim von der Euroleague organisierten Eurocup starten. Das teilte die FIBA in der Nacht zu Dienstag nach einem Beschluss ihres Boards mit.

Jeder nationale Verband, der die "illegalen Praktiken" der Euroleague unterstütze und seinen Ligen oder Clubs erlaube, Vereinbarungen mit der Euroleague abzuschließen, "verliert automatisch das Recht, an Herren-Wettbewerben der FIBA Europe teilzunehmen", hieß es. Ausgenommen davon seien lediglich die 16 Teilnehmer an der Euroleague. Dieser Ausschluss könnte auch auf weitere Wettbewerbe ausgeweitet werden. Sollte sich der Weltverband FIBA dieser Forderung vollumfänglich anschließen, könnte dies damit womöglich sogar einen Olympia-Bann zur Folge haben.

Die Euroleague hatte zuletzt bereits Klage bei der Europäischen Kommission eingereicht, weil sie der FIBA unerlaubte Einflussnahme auf ihre Clubs vorwirft. Die FIBA Europe hatte am Montag das Konzept für ihre neue Champions League vorgestellt. Mit dieser Liga wollte der Verband eigentlich die bestehende europäische Königsklasse Euroleague als wichtigste Liga des Kontinents ablösen.

Elf Top-Clubs wie der FC Barcelona oder ZSKA Moskau hatten sich aber für einen Verbleib bei der Euroleague ausgesprochen. Auch für einen deutschen Verein ist in der Euroleague ein Startplatz vorgesehen. Die Euroleague organisiert ebenfalls den zweitklassigen Eurocup. In welcher von insgesamt vier europäischen Ligen die deutschen Clubs kommende Saison starten werden, ist noch offen.

Tennis, Indian Wells: Raymond Moore, Direktor des Tennisturniers von Indian Wells, ist nach abfälligen Bemerkungen über Spielerinnen zurückgetreten. Das gab der US-Unternehmer und Besitzer der BNP Paribas Open, Larry Ellison, in der Nacht zum Dienstag auf der Homepage des Turniers bekannt. Moore habe ihn von seinem Rücktritt unterrichtet. "Ich kann seine Entscheidung vollkommen verstehen", so Ellis.

Der Südafrikaner Moore hatte in einem Interview am Sonntag weibliche Spielerinnen beleidigt und herabgesetzt. Beispielsweise hatte er gesagt, dass die Internationale Vereinigung der Tennis-Spielerinnen, WTA, lediglich ein Art Anhängsel des Männer-Tennis sei. Serena Williams, Nummer eins der Weltrangliste, und andere Spitzenspielerinnen hatten Moore umgehend scharf kritisiert.

Bayerischer Scheiterhaufen

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Fußball, Luca Toni: Luca Toni prophezeit seinem früheren Klub Bayern München unter Carlo Ancelotti große Erfolge. Der Trainer, der im Sommer Pep Guardiola ablösen wird, sei "ein absoluter Winner-Typ. Er hat in Italien, Spanien, England und Frankreich Titel gewonnen. Er ist mega-professionell, trotzdem immer freundlich zu allen, zu Spielern, zu Mitarbeitern, zu Journalisten. Für Bayern ist er der perfekte Trainer", sagte Toni der Bild-Zeitung.

Toni (38), der von 2007 bis 2010 bei Bayern gespielt hatte, bestätigte Ancelottis Ruf als Freund der Profis. "Alle Spieler, mit denen ich über Ancelotti gesprochen habe, schwärmten von ihm - auch die, die bei ihm nicht spielten", sagte Toni.

Dennoch sieht der Stürmer des italienischen Erstligisten Hellas Verona seinen Landsmann vor einer Herkulesaufgabe. Es sei "nicht leicht", die Guardiola-Bayern "auf diesem sehr hohen Niveau" noch besser zu machen, meinte er. Wenn es einer schaffen könne, dann aber Ancelotti (56): "Ancelotti hat mit drei Champions-League-Erfolgen, die kein anderer Trainer vorweisen kann, auf diesem Niveau eine riesige Erfahrung."