Von Jürgen Schmieder, Bremen

Der FC Bayern gewinnt in einem höchst temporeichen Spiel beim SV Werder mit 4:0. Bremen kann froh sein, das erste Spiel gegen die Bayern schon am zweiten Spieltag hinter sich gebracht zu haben.

Miroslav Klose muss sich gewundert haben. Als er den Rasen des Weserstadions betrat, um sich mit seinen Kollegen aufzuwärmen, jubelten die Bremer Fans. Er musste nicht nachprüfen, ob ihm seine Sinne einen Streich gespielt hatten - es war der Stadionsprecher, der traditionell die Fans in der Ostkurve begrüßte, die sich daraufhin selbst feierten.

Anzeige

Der Jubel war ein Missverständnis, wie der Bremer Innenverteidiger Naldo kurz nach Anpfiff später unterstrich. Als gerade einmal drei Minuten gespielt waren, stürzte sich der Brasilianer in die Beine von Klose, als wären sie die Kegel auf einer Bowlingbahn, die schnellstmöglich abgeräumt werden mussten. Spätestens da war Klose klar, dass es ein ungemütlicher Nachmittag für ihn werden könnte.

Wie würden die Bremer nach dem holprigen Saisonstart gegen den FC Bayern auftreten? Schließlich stand bei den Münchnern nicht nur Miroslav Klose auf dem Spielfeld, sondern auch die Zugänge Franck Ribéry und Luca Toni, in deren Schatten sich Klose in aller Ruhe eingewöhnen konnte. Würden die Bremer versuchen, angesichts der Verletztenliste und der durchwachsenen Resultate gegen Bochum und Zagreb den Spielfluss des FC Bayern zu unterdrücken?

Das Gegenteil trat ein: Der SV Werder spielte munter mit und hatte in der 10. Minute die erste Gelegenheit, als Diego Boubacar Sanogo freispielte. Der war über den feinen Pass des Brasilianers so erstaunt, dass er Oliver Kahn den Ball aus zehn Metern in die Arme schob.

Es entwickelte sich ein Spiel, bei dem die Zuschauer sich nach 30 Minuten wunderten, ob sie nicht beim Tennis waren - so oft wie sie den Kopf drehen mussten, weil das Spiel ständig hin- und herwogte. Jensen und Diego durften auf Bremer Seite kombinieren, was auch daran lag, dass Mark von Bommel den ersten Teil seines Titels "Aggressiver Leader" wohl in München vergessen hatte. Beim FC Bayern zogen wie schon beim Auftaktspiel gegen Rostock Ribéry und Zé Roberto die Fäden und zwangen Bremens Defensive immer wieder zu Fouls im Mittelfeld.

In der 30. Minute wurde dann die Foulzone aus dem Mittelfeld in den Bremer Strafraum verlegt. Luca Toni drehte sich erstaunlich schnell um Petri Pasanen herum, der vor lauter Staunen den Fuß nicht mehr wegbekam und Toni darüberfallen ließ. Schiedrichter Markus Merk erkannte zurecht auf Elfmeter, den Franck Ribéry frech mit einem Lupfer verwandelte. "Ich habe auf Videos gesehen, dass Tim Wiese sich immer früh fallen lässt", erklärte Ribéry seinen Kunstschuss.

Sie sind jetzt auf Seite 1 von 2 nächste Seite

  1. Sie lesen jetzt Beängstigend schnell
  2. Beängstigend schnell
Leser empfehlen 
Lesetipp aus der aktuellen SZ: "Ich war nie schuld. Nie. Nie. Nie."

Torwartlegende Sepp Maier im Interview. SZ am Wochenende Jetzt lesen ...