Weltrekord der Sprint-Staffel Usain Bolt und die 80.000

Am letzten Leichtathletik-Abend der Olympischen Spiele führt Usain Bolt die jamaikanische Sprintstaffel zu einem neuen Weltrekord. Dann feiert er seine Party mit den Zuschauern, die das Stadion beim zweiten Sieg des britischen Langstreckenläufers Mo Farah zum Beben bringen. Allein die Amerikaner hatten einen harten Abend.

Von Thomas Hahn, London

Es waren noch alle da, als die Nationalhymne Jamaikas zum letzten Mal durchs weite Rund des Londoner Olympiastadions wehte. 80.000 Zuschauer auf den Tribünen lauschten andächtig der Musik, und als sie zu Ende war, setzten die Leute ihr Fest fort, das vor allem ein Fest für einen Mann war: für Usain Bolt, der mit der jamaikanischen Staffel kurz zuvor über 4x100-Meter mit Weltrekordzeit von 36,84 Sekunden seinen dritten Olympiasieg dieser Spiele errungen hatte.

Zwei Männer bewegen ein Stadion: 5000-Meter-Sieger Mo Farah aus Großbritannien und Usain Bolt aus Jamaika.

(Foto: AFP)

Usain-Bolt-Sprechchöre wurden laut. Die Leute jubelten, als Usain Bolt seine berühmte Sterndeutergeste zeigte, und begeistert machten sie mit, als er eine La Ola dirigierte. Bolt und die 80.000 Menschen schienen zusammenzugehören in diesen Momenten.

Die Leichtathletik-Wettbewerbe der Londoner Sommerspiele endeten als Triumph für den Sport-Entertainer und unangefochtenen Goldsprinter Usain Bolt. Und Bolt gab die Komplimente an die Zuschauer zurück. Über das Stadionmikrofon sagte: "Es ist ein Vergnügen, für Euch zu laufen."

Der letzte Leichtathletik-Abend bei den Londoner Spielen ist noch einmal ein bewegter gewesen. Und das hatte nicht nur mit Usain Bolt zu tun, sondern auch mit Mo Farah, dem britischen Langstrecken-Idol, der zu Beginn der Leichtathletik-Wettbewerbe einen ziemlichen Aufreger geliefert hatte mit seinem Sieg über 10.000 Meter vor dem amerikanischen Trainingspartner Galen Rupp und dem Äthiopier Tariku Bekele.

Diesmal versuchte er sich über die halbe Strecke, und wieder zeigte Farah ein denkwürdiges Rennen. Hielt sich bei mäßigem Tempo geraume Zeit im Hintergrund, aber zwang am Ende allen seine Geschwindigkeit auf. Dejen Gebremeskel aus Äthiopien und Thomas Longosiwa aus Kenia versuchten noch, ihn auf der Zielgeraden abzufangen. Vergeblich. Mo Farah errang seinen zweiten Olympiasieg in 13,41,66 Minuten.

Das Olympiastadion bebte vor Lärm und Jubel. Mo Farah war endgültig drin in den Herzen der Briten. Später sagte er: "Das Publikum ist für mich der Antrieb gewesen."