Bei der U20-Weltmeisterschaft in den Vereinigten Arabischen Emiraten will das deutsche Team den Aufwärtstrend im Junioren-Fußball bestätigen. Allerdings muss Trainer Ulli Stielike auf viele Spieler verzichten.
"Wir spielen in dieser Form zum ersten Mal zusammen, auch für mich ist unsere Leistungsstärke mit vielen Fragezeichen verbunden", sagte DFB-Trainer vor der dreiwöchigen Endrunde, die die Gastgeber und die Slowakei am Donnerstag (17.30 Uhr MEZ) in Abu Dhabi eröffnen. Die DFB-Youngster bestreiten ihr erstes Gruppenspiel gegen Südkorea am Samstag ebenfalls in Abu Dhabi (17.30 Uhr MEZ/beide Spiele im DSF).
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"Ich hoffe auf Parallelen zur 'U21', die sich in den EM-Playoffs gegen den Favoriten Türkei durchgesetzt hat. Wenn die Stimmung ähnlich gut ist, habe ich große Hoffnungen, über die erste Runde hinauszukommen", sagte Stielike.
Ohne Lahm, Hanke und Co.
Dem Coach fehlen viele Spieler. Philipp Lahm (VfB Stuttgart), Mike Hanke (Schalke 04), Sascha Riether (SC Freiburg), Moritz Volz (FC Fulham ), Emmanuel Krontiris (Alemannia Aachen) und David Odonkor (Borussia Dortmund) verzichteten auf eine Reise an den Persischen Golf, weil sie sich zu mehr oder weniger festen Größen in ihren Klubs entwickelt haben.
Inklusive mehrerer verletzter Spieler, darunter auch Bastian Schweinsteiger vom deutschen Meister Bayern München, muss Stielike auf eine komplette Elf verzichten. "Das spricht nicht unbedingt dafür, dass wir zu den Favoriten gehören", erklärte der Trainer, der von der ursprünglichen Zielsetzung Viertelfinale vorsichtshalber etwas abgerückt ist.
Undankbare Gruppe
Die Gruppe mit den Südkoreanern, den USA (am 2. Dezember um 14.45 Uhr MEZ zweiter Gegner) und Paraguay mit Werder Bremens Jungstar Nelson Valdez (Freitag, 14.45 Uhr/beide im DSF) bezeichnet der Europameister von 1980 als "undankbar".
Wie schwer die Ausfälle wiegen, musste Stielike bei der Generalprobe feststellen, die Anfang November mit einem ernüchterndem 0:3 gegen WM-Teilnehmer Tschechien endete.
Zum Minimalziel Achtelfinale reicht der deutschen Mannschaft möglicherweise schon ein dritter Platz, denn neben sechs Gruppenersten und sechs Zweiten qualifizieren sich auch die vier besten Dritten für die Runde der letzten 16.
Die U20-WM sollte ursprünglich schon Ende März stattfinden, war aber wegen des Irak-Krieges verschoben worden. Pech für Stielike, denn der rasante Aufstieg von Lahm, Hanke und Co. begann erst danach.
Letzter DFB-Erfolg vor 22 Jahren
Zu den Hoffnungsträgern im deutschen Team zählt unter anderem Abwehrspieler Robert Huth, der zuletzt mit einigen Einsätzen beim Starensemble des FC Chelsea aufhorchen ließ und erstmals seit der U15 wieder für Deutschland im Einsatz ist. Für den gebürtigen Berliner steht bis zum Auftakt wie für alle anderen Akklimatisierung im Vordergrund. Temperaturen von über 30 Grad sind in den Emiraten Ende November keine Seltenheit.
Zu den Favoriten gehören neben Titelverteidiger und Rekord-Weltmeister Argentinien, der 2001 im eigenen Land zum vierten Mal triumphierte, vor allem noch Brasilien und Europameister Spanien. Ein DFB-Erfolg liegt bereits 22 Jahre zurück: 1981 wurde das deutsche Team unter Trainer Dietrich Weise in Australien durch einen 4:0-Sieg gegen Katar bislang zum einzigen Mal Weltmeister.
Das deutsche WM-Aufgebot:
Tor: Markus Grünberger (Bayern München), Alexander Walke (Werder Bremen) Abwehr: Sofian Chahed, Malik Fathi (beide Hertha BSC Berlin), Robert Huth (FC Chelsea London), Christian Lell (Bayern München), Alexander Meyer (Bayer Leverkusen), Christian Pander (Schalke 04), Michael Rundio (VfB Stuttgart) Mittelfeld: Dennis Bührer (SC Freiburg), Matthias Lehmann (1860 München), Ioannis Masmanidis (Bayer Leverkusen), Patrick Milchraum (Stuttgarter Kickers), Christian Schulz (Werder Bremen), Piotr Trochowski (Bayern München), Benjamin Wingerter (Schalke 04) Sturm: Erdal Kilicaslan (Bayern München), Sebastian Kneißl (Chelsea London), Alexander Ludwig (Hertha BSC Berlin), Denni Patschinsky (Viborg FF)
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(sueddeutsche.de/sid)