Weltfußballer Griezmann fordert die Platzhirsche

Antoine Griezmann

(Foto: AFP)

Der Franzose steht in der Endauswahl für den Weltfußballer des Jahres. Skifahrer Aksel Lund Svindal zeigt starkes Comeback. Claudia Pechstein hält immer noch mit der Eisschnelllauf-Weltelite mit.

Fußball, Weltfußballer: Deutschland muss weiter auf seinen nächsten Weltfußballer warten. Ein Vierteljahrhundert nach Lothar Matthäus stehen unter den Top-3 in diesem Jahr "Titelverteidiger" Lionel Messi (29/Argentinien), sein Vorgänger Cristiano Ronaldo (31/Portugal) sowie Antoine Griezmann (25/Atlético Madrid). Dies gab der Weltverband FIFA, der den Sieger am 9. Januar in Zürich küren wird, am Freitag bekannt.

Die Weltmeister Manuel Neuer, Mesut Özil und Toni Kroos hatten es immerhin in die 23 Spieler umfassende Vorauswahl geschafft. Rekordnationalspieler Matthäus (1991) bleibt vorerst der einzige deutsche Weltfußballer.Gewählt wurde (bis zum 22. November) nun der Weltfußballer 2016 - mit einem reformierten Verfahren. Nach dem Vertragsende mit der französischen Fachzeitschrift France Football stimmten diesmal neben den Spielführern der Nationalmannschaften, den Nationaltrainern und 200 ausgewählten Journalisten auch die Fans ab. Die Stimmen der Kapitäne und Trainer zählten zu 50 Prozent, genau wie die der Medienvertreter und Anhänger.

Während auch zu den besten drei Trainern (Claudio Ranieri/Italien, Fernando Santos/Portugal, Zinedine Zidane/Frankeich) kein Deutscher gehört, könnten die Frauen dank des Olympiasieges in Rio de Janeiro gleich doppelt abräumen. Die ehemalige Bundestrainerin Silvia Neid darf neben Jill Ellis (USA) und Pia Sundhage (Schweden) bereits auf ihe dritte Auszeichnung zur Welttrainerin im Frauenfußball hoffen. Weltfußballerin könnte Melanie Behringer (Bayern München) werden. Neben ihr befinden sich Carly Lloyd (USA) und Marta (Brasilien) unter den Top-3.

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Ski Alpin, Super-G: Andreas Sander ist mit einem guten Resultat in die Weltcup-Saison gestartet. Beim Super-G in Val d'Isère holte er als Neunter den siebten Top-Ten-Platz seiner Karriere. Auf Sieger Kjetil Jansrud aus Norwegen fehlten ihm in Frankreich 0,91 Sekunden. "Der Lauf war etwas vorsichtig, etwas zu rund. Aber trotzdem, mit so einer Fahrt, mit der ich nicht ganz zufrieden war eine Top-Ten-Platzierung: da freue ich mich riesig", sagte Sander, ergänzte aber: "Ich muss mich schon noch mal steigern."

Zweiter wurde der bei seinem Comeback überraschend starke Norweger Aksel Lund Svindal (+0,17). Der fünffache Weltmeister hatte sich im Januar auf der Streif in Kitzbühel eine schwere Knieverletzung zugezogen, seine Karriere stand danach auf dem Spiel. Rang drei ging an Dominik Paris aus dem italienischen Team (+0,41).

Auch Thomas Dreßen erwischte einen guten Start im ersten Speedrennen des WM-Winters und holte mit Platz 26 das beste Super-G-Resultat seiner Weltcup-Karriere und erstmals Punkte in dieser Disziplin. Klaus Brandner belegte am Freitag Rang 34. Josef Ferstl erwischte bei seinem Comeback einen vielversprechenden Start mit guten Zwischenzeiten, schied dann aber aus. Er hatte sich im Dezember 2015 das Kreuzband gerissen. Am Samstag folgt eine Abfahrt in Frankreich.

Eisschnelllaufen: Claudia Pechstein hat beim Auftakt des Eisschnelllauf-Weltcups in Astana mit Rang sechs über 3000 Meter ihre Zugehörigkeit zur Weltspitze nachgewiesen. In 4:06,50 Minuten setzte sich die 44-jährige Berlinerin am Freitag im direkten Duell mit der 23 Jahre jüngeren sechsmaligen Junioren-Weltmeisterin Melitta Wijfje aus den Niederlanden durch. Den Strecken-Erfolg sicherte sich Seriensiegerin Martina Sablikova aus Tschechien in Bahnrekordzeit von 4:02,90 Minuten. Bente Kraus aus Berlin wurde in 4:06,74 Neunte.

Nordische Kombination: Die deutschen Kombinierer um Olympiasieger Eric Frenzel (Oberwiesenthal) und Weltmeister Johannes Rydzek (Oberstdorf) haben ihren Traumstart in die WM-Saison fortgesetzt und im norwegischen Lillehammer den ersten Team-Wettbewerb souverän gewonnen. Das Quartett des Deutschen Ski-Verbandes (DSV) siegte nach einem Sprung-Durchgang und der 4x5-km-Staffel mit 31,5 Sekunden Vorsprung auf den Erzrivalen Norwegen, Dritter wurde Österreich (+1:23,7 Minuten).

Rydzek, der am vergangenen Wochenende die ersten beiden Einzel-Wettbewerbe der Saison im finnischen Kuusamo gewonnen hatte, Frenzel sowie Routinier Björn Kircheisen (Johanngeorgenstadt) und Fabian Rießle (Breitnau) hatten bereits nach dem Springen deutlich geführt und untermauerten in der Loipe endgültig ihre Favoritenrolle für die WM in Lahti (22. Februar bis 5. März).Das deutsche Quartett mit Rydzek, Frenzel, Rießle und dem kurz vor dem Start in die Saison 2016 zurückgetretenen Tino Edelmann hatte 2015 in Falun/Schweden den WM-Titel vor Norwegen gewonnen und damit das erste deutsche Team-Gold seit Olympia 1988 geholt.

Fußball, Real Madrid: Toni Kroos ist nach rund vierwöchiger Verletzungspause ins Mannschaftstraining des spanischen Rekordmeisters Real Madrid zurückgekehrt. Einen Tag vor dem 265. Clásico beim Erzrivalen FC Barcelona arbeitete der 26-Jährige am Freitag im Kreise seiner Teamkollegen am Ball. Ein Einsatz im richtungsweisenden Meisterschaftsspiel am Samstag kommt aber wohl noch zu früh. Ob Kroos im abschließenden Spiel der Champions-League-Gruppenphase gegen Borussia Dortmund am kommenden Mittwoch (20.45 Uhr/ZDF und Sky) spielen kann, ist ebenfalls noch unklar. Kroos hatte sich Anfang November einen Haarriss am fünften Mittelfußknochen des rechten Fußes zugezogen.

Basketball, Bamberg: Der deutsche Meister hat weiterhin riesige Probleme mit seinen Nerven. In der Euroleague hat Brose nach einer tollen Aufholjagd die nächste knappe Niederlage kassiert. Die Oberfranken unterlagen am Donnerstagabend in eigener Halle gegen Titelverteidiger ZSKA Moskau mit dem letzten erfolgreichen Wurf der Russen in letzter Sekunde mit 88:90 (30:41). Für die Bamberger war es die achte Niederlage im zehnten Spiel. Fünf Spiele davon hat der Bundesliga-Tabellenführer nur ganz knapp verloren. Nach einem Drittel der Hauptrunde belegt Bamberg den letzten Tabellenplatz.

Nur die besten acht der 16 Teams erreichen die nächste Runde.Das Heimspiel gegen das Moskauer Spitzenteam um den Serben Miloš Teodosić entwickelte sich im Schlussviertel zu einem Krimi, nachdem die Gäste vor 6030 Zuschauern zwischenzeitlich schon mit 17 Punkten geführt hatten. Angeführt vom herausragenden Nicolo Melli (26 Punkte) kämpften sich die Bamberger zurück ins Spiel. Neben Melli bot auch Nationalspieler Daniel Theis (19) beim unglücklichen Verlierer eine sehr starke Leistung. Moskaus Topschütze war Teodosić (31 Punkte).