Miroslav Klose trifft doppelt und beendet seine Torflaute. Die deutsche Nationalelf gewinnt gegen schwache Waliser mit 2:0 und stößt das Tor zur Europameisterschaft weit auf.
Miroslav Klose hat der ersatzgeschwächten deutschen Fußball-Nationalmannschaft das Tor zur EM-Endrunde 2008 weit aufgestoßen und zugleich seine Torflaute im DFB-Trikot beendet. Der Bayern-Stürmer avancierte mit seinen ersten beiden Länderspieltreffern seit mehr als einem Jahr zum Matchwinner beim 2:0 (1:0)-Sieg gegen Wales in Cardiff.
Der Kapitän ging mit gutem Beispiel voran: Miroslav Klose traf zweimal gegen Wales. (© Foto: Reuters)
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Nach dem siebten Sieg im achten Spiel der Gruppe D könnte die DFB-Auswahl nun bereits mit einem Sieg im nächsten Qualifikationsspiel in Irland die zehnte EM-Teilnahme endgültig perfekt machen.
Wie soll man ein Spiel in Cardiff gegen Wales angehen? Eine unberechenbare Mannschaft, die sich im vergangenen Oktober beim 1:5 gegen die Slowakei bis auf die Knochen blamierte, gegen Zypern jedoch einen 3:1-Sieg einfuhr. Zur Erinnerung: Deutschland kam gegen die Zyprioten nicht über ein 1:1 hinaus. "Wir werden Wales nicht auf die leichte Schulter nehmen", sagte Teammanager Oliver Bierhoff vor dem Spiel.
Wer die Pressekonferenzen in den Tagen vor dem Spiel verfolgte, gewann einen anderen Eindruck. Man musste sich wundern, wie selten das Wort "Wales" genannt wurde. Man diskutierte die Entscheidung des FC Chelsea, Michael Ballack nicht für die Champions League zu nominieren.
Jens Lehmann zeigte sich genervt von den Fragen der Journalisten über seine Zukunftspläne. Lukas Podolski sprach über seine zweite Saison beim FC Bayern. Und Wales? Ach ja, da war ja noch ein Qualifikations-Spiel.
Ohne Stamm-Mittelfeld
Trainer Joachim Löw hatte neben den täglich diskutierten Randthemen auch noch Personalprobleme. Er musste auf sein Stamm-Mittelfeld verzichten: Michael Ballack und Torsten Frings sind verletzt, Bernd Schneider war aufgrund seiner zweiten gelben Karte gesperrt.
Während des Trainingslagers meldete sich auch noch Philipp Lahm verletzt, Mario Gomez litt unter Fieber und Jens Lehmann trainierte mit starken Schmerzen am Ellenbogen. Keine guten Voraussetzungen für ein "Schlüsselspiel" - so nannte Oliver Bierhoff die Begegnung.
In der ersten Halbzeit musste man sich tatsächlich fragen: Wo sind die Waliser? Hätte man nicht ab und ab einen Spieler im roten Trikot durchs Bild huschen sehen, wäre man versucht gewesen zu glauben, die deutsche Elf befände sich allein auf dem Spielfeld. Schweinsteiger und Hitzlsperger konnten sich im Mittelfeld den Ball zuspielen. Kevin Kuranyi ließ sich immer wieder zurückfallen, um auch ein wenig am Spiel ohne Gegner teilhaben zu dürfen.
So fiel auch das 0:1 in der fünften Minute. Hitzlsperger erkämpfte sich den Ball, Kuranyi durfte unbedrängt den Ball über 20 Meter durchs Mittelfeld treiben, ehe er auf Miroslav Klose spielte. Der brauchte den Ball nur noch ins Tor zu spitzeln.
Gefälliges Spiel nach vorne
Nach der Führung spielte die deutsche Elf weiter gefällig nach vorne, hatte jedoch vergessen, dass zum Toreschießen ein Pass gehört, der einen Spieler in geeignete Position bringt. So endeten die deutschen Bemühungen meist vor dem Strafraum, allein Kevin Kuranyi hatte eine gute Einschussmöglichkeit, wurde aber fair vom Ball getrennt.
Nach der Pause blieben die Waliser ungefährlich, so dass nie Gefahr bestand, dass sich die deutsche Elf noch den Ausgleich einfangen würde. Um alle bedenken zu zerstreuen, startete die deutsche Elf in der 59. Minute einen sehenswerten Angriff. Roberto Hilbert setzte sich auf der rechten Seite durch und flankte nach innen, wo sich Miroslav Klose noch einmal hätte vergewissern können, dass auch wirklich kein Gegenspieler im Umkreis von fünf Metern stand, ehe er den Ball zum 0:2 einköpfte.
Nach der Entscheidung hatte man Zeit, sich mit den Randerscheinungen zu befassen. Michael Ballack war nicht da, er reiste nach München, um den Knöchel untersuchen zu lassen. Jens Lehmann musste seinen Ellenbogen nicht prüfen, sondern hatte genügend Zeit, den angeschlagenen Körperteil mit isotonischen Flüssigkeiten zu kühlen. Lukas Podolski durfte nach 70 Minuten für Kevin Kuranyi aufs Feld, fiel aber nicht weiter auf.
Es war ein souveräner Auftritt der deutschen Nationalelf gegen eine schwache Waliser Elf. Ein Schritt in Richtung EM-Endrunde, nicht mehr. Aber auch nicht weniger.
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(sueddeutsche.de)
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Dieses 2:0 gegen eine nicht wirklich ernstzunehmende Waliser Mannschaft sichert dem deutschen Team nicht nur eine mehr als bequeme Tabellenführung, dank dem Unentschieden zwischen Irland und der Slowakei - nein, es ist auch der erste Ansatz zu einer Jahre andauern könnenden Dominanz im europäischen Fussball. Ein Blick auf die anderen Tabellen genügt, um zu sehen, wie sehr sich das DFB-Team bereits von den Verfolgern und auch von anderen europäischen Mannschaften abgesetzt hat. Die Konsequenz: Bis zur Endrunde im nächsten Sommer bleibt weit mehr Regeneration der Stammspieler, während sich andere Teams bis zum letzten Spiel auf die jeweilige Bestformation verlassen müssen. Daher kann Kollege Löw durchaus weiter "testen", was er seit einiger Zeit aus der Not heraus musste - nun kann er es entspannter angehen. Das bisschen Zuschauerschwund aufgrund mangelnder Spannung in der Gruppe kann man gerne in Form von Freikarten für Schulen ausgleichen.
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Die Zyprioten heissen immer noch Zyprer