Wahl im Deutschen Tennisbund:Stich will doch nicht Präsident werden

Michael Stich

Steht doch nicht zur Wahl: Michael Stich wird kein DTB-Präsident.

(Foto: Daniel Reinhardt/dpa)
  • Michael Stich wird am Sonntag in Berlin nicht für das Amt des DTB-Präsidenten kandidieren.
  • Mit Ulrich Klaus steht somit nur noch ein Kandidat zur Wahl.
  • Eine künftige Kandidatur schließt Stich allerdings nicht aus.

Stich wird nicht kandidieren

Michael Stich hat sich nach reiflicher Überlegung entschieden, am Sonntag in Berlin nicht für das Amt des DTB-Präsidenten zu kandidieren. Eine künftige Kandidatur schließt der 46-Jährige allerdings nicht aus. "Mein Wunsch, etwas zu verändern und die Zukunft des DTB und des deutschen Tennis mit zu gestalten, ist weiterhin ungebrochen", teilte der Wimbledonsieger von 1991 am Donnerstag mit: "Jedoch war es in der Kürze der Zeit nicht möglich, bis zur Wahl ein komplettes Präsidium zusammenzustellen und mit den möglichen Präsidiumsmitgliedern die Sachverhalte und Themen inhaltlich ausreichend zu erörtern."

Ulrich Klaus als einziger Kandidat übrig

Damit scheint der Weg an die Spitze des deutschen Dachverbandes für Ulrich Klaus frei zu sein. Der 72 Jahre alte pensionierte Gymnasiallehrer, Präsident des Landesverbandes Rheinland-Pfalz, ist der Wunschkandidat des Bundesausschusses, der mit seinen 18 Landesverbänden über Wohl und Wehe im deutschen Tennis bestimmt. Allerdings hat die Sache noch einen kleinen Haken: Klaus plant ein Präsidium unter anderem mit den Verbandspräsidenten Dirk Hordorff (Hessen) und Helmut Schmidbauer (Bayern). Die dürften aber qua Satzung nur ein halbes Jahr sowohl im DTB als auch in ihren Landesverbänden in Doppelfunktion auftreten.

Der erste Antrag, den entsprechenden Paragrafen 31 der Satzung zu ändern, wurde abgelehnt und soll am Samstag in Berlin noch einmal verhandelt werden. Für den Fall der erneuten Ablehnung hat Klaus im kleinen Kreis angedeutet, dann nicht mehr zur Verfügung zu stehen - der DTB stünde nach dem lange angekündigten Rückzug des amtierenden Präsidiums Karl Altenburg ohne Führung da.

"DTB-Präsidium ist kein Versuchslabor"

"Ich wünsche den Mitgliedern am Sonntag Einigkeit und die richtigen Entscheidungen für die Zukunft des deutschen Tennis", sagte Michael Stich: "Alles Weitere möchte und werde ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht weiter kommentieren." Er habe, so ließ er am Donnerstag wissen, "den Fokus, dass es um die weitere Entwicklung und Zukunftsfähigkeit des deutschen Tennis geht, nicht aus den Augen verloren". Ein "Schnellschuss" sei aber seiner Meinung nach "kein professionelles Vorgehen - schließlich ist das DTB-Präsidium kein Versuchslabor, in dem man einfach einmal irgendetwas ausprobiert, sondern eine sehr verantwortungsvolle Institution."

Erster Entwurf der Mannschaft

Dabei ist der erste Entwurf seiner Mannschaft alles andere als ein Fragment. Anke Huber, als ehemalige Nummer vier der Welt, für den Leistungssport, Sport-Ökonomin Veronika Rücker im Bereich Sportentwicklung, der frühere Tennisprofi Gerald Marzenell für den Wettkampfsport sowie der Hamburger Rechtsanwalt Lars Kirschner für die Abteilung Recht und Marketing. Die im aktuellen Präsidium für den Jugendsport zuständige Eva-Maria Schneider ist laut Stich "ebenfalls bereit, sich einzubringen". Für das Ressort Finanzen habe er, so Stich weiter, "bereits Gespräche geführt, kann aber noch keinen konkreten Namen nennen". Von allen fünf genannten habe er ein positives Signal bekommen, "dass sie sich sehr gerne in einem Präsidium zusammen mit mir engagieren würden, um den DTB zukunftsfähig zu machen. Darüber und auf die gemeinsame Basisarbeit in den nächsten Monaten freue ich mich sehr."

Stich hat viel Zustimmnung erfahren

Der Anspruch aller Beteiligten sei es dabei, "sich inhaltlich professionell mit den Themen und Problemen des DTB auseinanderzusetzen. Dafür braucht man Zeit. Wir möchten die nächsten vier bis sechs Monate dafür nutzen, uns intensiv mit den wichtigen Themen zu beschäftigen, und hoffen, dann in der Lage zu sein, den Mitgliedern unsere Ausarbeitungen vorzustellen." In den letzten Wochen, so Stich weiter, habe er sowohl von außen als auch aus dem Kreis der DTB-Mitglieder sehr viel Zustimmung erhalten, "aber natürlich auch Kritik für meine Vorgehensweise". Er hoffe dennoch, "dass wir mit dem genannten Präsidium und einer guten Vorbereitung die Möglichkeit erhalten, in naher Zukunft die Geschicke des DTB positiv mitzugestalten".

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Jetzt entdecken

Gutscheine: