Vor der Frauen-WM Frauen-Teams müssen zum Geschlechtstest

Der Weltfußballverband schaut ganz genau hin: Zur Frauen-WM 2015 in Kanada lässt sich die Fifa von jedem Verband versichern, dass in den Teams keine Männer mitspielen. Der DFB reagiert mit Spott.

Das deutsche Frauen-Nationalteam hat sich kurz vor der Frauen-WM in Kanada (6. Juni bis 5. Juli) einem Geschlechtstest unterziehen müssen. Der Weltfußballverband Fifa hatte diesen Test für alle teilnehmenden Mitgliedsverbände angeordnet. Damit müssen die Spielerinnen eindeutig beweisen, dass sie weiblichen Geschlechts sind. Auch alle anderen Nationalteams müssen diesen Nachweis erbringen.

DFB-Managerin Doris Fitschen sagte in der Bild-Zeitung: "Wir haben das gelassen zur Kenntnis genommen und sind froh bestätigen zu können: Unsere Spielerinnen sind alle weiblichen Geschlechts." Dem Bericht zufolge hat Mannschaftsarzt Bernd Lasarzewski eine solche Erklärung für die 23 deutschen Spielerinnen ausgestellt.

Darum lässt die Fifa solche Tests machen

Dem Weltfußballverband geht es mit diesem Test offenbar um Chancengleichheit. Im 2011 verabschiedeten "Gender Verification"-Reglement der Fifa heißt es: "Androgene wirken sich leistungssteigernd auf Stärke, Kraft und Schnelligkeit aus, was im Fußball einen Vorteil bedeuten kann, der über den Ausgang eines Spiels mitentscheidet. Im Hinblick auf die Integrität des Fußballs muss gewährleistet sein, dass die Spieler die jeweiligen Teilnahmekriterien erfüllen. Es fällt in die Verantwortung der Mitgliedsverbände und der Mannschaftsärzte, das Geschlecht ihrer Spieler sicherzustellen."

Im Zweifelsfall soll zunächst der Teamarzt eines Verbandes Dokumente wie Geschlechtshormonspiegel, Krankengeschichte, Behandlung und aktuelle Befunde zur Überprüfung vorlegen. Um Würde und Privatspähre der Spielerin zu schützen, beschränkt das Reglement das Recht, einen Geschlechtstest zu verlangen, auf den Sportler selbst, den Verband, den zuständigen Medical Officer der Fifa oder dessen Vorgesetzten. Genüge das nicht, werde ein unabhängiger Gutachter und notfalls ein Gutachterausschuss bestellt.

Gerüchte um Männer in afrikanischem Frauen-Team

Vor der WM 2011 in Deutschland hatten die Teams aus Ghana, Nigeria und Südafrika wegen der Schwestern Salimata und Biliguisa Simpore sowie Genoveva Ananmo, die alle für Äquatorialguinea spielten, protestiert. Viele hielten die beiden Kickerinnen nicht für Schwestern, sondern für Brüder. Nigerias Nationaltrainerin Ngozi Uche sagte damals: "Wie schon 2008 spielen bei Äquatorialguinea mindestens zwei Männer mit." Anderen Berichten zufolge sind Salimata und Biliguisa Simpore Intersexuelle. Bei der WM in Deutschland spielten sie jedenfalls nicht mit. Wegen dieser Debatte führte die Fifa 2011 die Geschlechtstests verbindlich für alle Teams ein.

So regelt der IOC solche Tests

Als Konsequenz aus der Diskussion um die südafrikanische Leichtathletin Caster Semenya stellte das Internationale Olympische Komitee (IOC) neue Regeln auf. Eine intersexuelle Athletin darf demnach nur dann bei den Frauen starten, wenn ihr Level männlicher Sexualhormone unterhalb dem eines Mannes liegt.