Wegen NHL-Streik Jochen Hecht wechselt in die DEL

Jochen Hecht kommt für die Zeit des Tarifstreits zu den Adlern Mannheim. Die Brose Baskets bleiben in der Bundesliga souverän, Marcel Schmelzer wird nicht gesperrt, die Los Angeles Lakers enttäuschen erneut. Sebastian Vollmer und die New England Patriots gewinnen.

Sportnachrichten in Kürze

Eishockey, DEL: Jochen Hecht wird als vierter NHL-Profi für die Zeit des Tarifstreits zu den Mannheimer Adlern in die Deutsche Eishockey Liga (DEL) wechseln. "Sobald alle formellen Dinge geklärt sind, trage ich wieder das Mannheimer Trikot", sagte der 35-Jährige dem "Mannheimer Morgen" (Dienstag). Hecht sollte bereits am Dienstag in seiner Heimatstadt Mannheim eintreffen. In der nordamerikanischen Profiliga wurden wegen eines Streits um die Verteilung der Einnahmen alle Spiele bis Silvester abgesagt. Eine Reihe von NHL-Stars hält sich deshalb im Moment in anderen Ligen fit. In Mannheim spielen bereits Marcel Goc, Dennis Seidenberg und Jason Pominville. Hecht hat nach einer Gehirnerschütterung seit Januar kein Pflichtspiel mehr bestritten. "Ich will endlich wieder Eishockey spielen", sagte der frühere Nationalspieler. Seine Familie werde in Buffalo bleiben, da die Kinder dort zur Schule gehen. Deshalb will Hecht über Weihnachten auch zurück in die USA reisen und fehlt den Adlern daher beim Spengler Cup in Davos. Die Mannheimer sind aktuell Tabellenzweiter der DEL.

Fußball, Hillsborough-Katastrophe: Die Hillsborough-Katastrophe und der Tod von 96 britischen Fußball-Fans im Jahr 1989 sollen erneut vor Gericht untersucht werden. Generalstaatsanwalt Dominic Grieve reichte beim Obersten Zivilgericht Großbritanniens am Montag einen Antrag ein, das Urteil von damals zu revidieren. Darin war die Katastrophe hauptsächlich als Unfall dargestellt worden. Im September war ein unabhängiges Gremium mehr als 20 Jahre nach der Katastrophe zu dem Ergebnis gekommen, dass mindestens 41 der 96 Opfer hätten gerettet werden können. Polizei- und Rettungskräften seien schwere Fehler unterlaufen, zudem habe die Polizei später für sie negative Passagen aus Berichten entfernt. "Diese neuen Beweise sind der Grund für meinen Antrag, die neuen Informationen sind ein wichtiger Faktor, um tatsächlich zu beurteilen, wie es damals um die Sicherheit im Stadion stand", ließ Grieve über sein Büro mitteilen. Das Gericht werde nun einen ersten Termin zur Anhörung festsetzen. 1989 waren beim Halbfinalspiel des FA Cups zwischen dem FC Liverpool und Nottingham Forrest 96 Menschen in einem überfüllten Liverpool-Block in Sheffield erdrückt worden. Ein offizieller Untersuchungsbericht war 1990 zu dem Ergebnis gekommen, dass die Hauptursache für die Tragödie ein Versagen der Sicherheitskräfte gewesen sei.

Kate Moss aus Črna

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Serie A, Miroslav Klose: Mit Kurzarbeiter Miroslav Klose ist mit Lazio Rom in der italienischen Fußball-Meisterschaft nicht über ein 0:0 beim Abstiegskandidaten FC Bologna hinausgekommen. Der deutsche Nationalstürmer kam nach seiner Oberschenkelverletzung nur für die Schlussviertelstunde zum Einsatz, konnte aber an der Torflaute nichts mehr ändern. Lazio ist nun seit fünf Liga-Spielen ungeschlagen. Der Rückstand des Tabellenvierten auf Spitzenreiter Juventus Turin beträgt allerdings schon acht Punkte. Bei den Römern sah Libor Kozak in der 86. Minute Gelb-Rot.

Klose hatte sich überraschend früh wieder fit gemeldet. Trainer Vladimir Petkovic machte sich jedoch Sorgen wegen Kloses Trainingsrückstands und schonte den 34-Jährigen daher zunächst. Der Torjäger war vor einer Woche bei Lazios 2:1-Sieg gegen den AC Parma nach seinem Tor zum 2:0 kurz vor der Pause vom Platz gegangen. Zunächst hatten die Ärzte eine Oberschenkelzerrung befürchtet. In der Torjägerliste der Serie A rangiert der frühere Stürmer des FC Bayern München mit neun Treffern auf Platz drei. Es führt AC Mailands junger Stürmerstar Stephan El Shaarawy (13) vor Edinson Cavani vom SSC Neapel (11).

Konsequent

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American Football, Sebastian Vollmer: Die New England Patriots mit dem deutschen Football-Legionär Sebastian Vollmer haben in der US-amerikanischen Profiliga NFL ihre Titelambitionen eindrucksvoll unterstrichen. Im "Monday Night Game" setzten sich die bereits für die Play-offs qualifizierten Patriots gegen die Houston Texans mit 42:14 durch und verkürzten drei Spieltage vor Ende der regulären Saison mit der Bilanz von 10:3 Siegen den Rückstand auf die führenden Texaner (11:2 Siege) in der American Football Conference. Dem überragenden Star-Quarterback Tom Brady gelangen fünf Tage nach der Geburt seines dritten Sohnes beim siebten Patriots-Sieg in Serie vier Touchdown-Pässe, insgesamt erzielte er mit seinen Pässen 296 Yards Raumgewinn. "Es war ein gutes Spiel, wir haben alles gegeben. Wir haben die Ballverluste des Gegners fast immer gut ausgenutzt. Darauf lässt sich aufbauen", sagte Brady nach dem Spiel.

Basketball, Brose Baskets: Der deutsche Basketball-Meister aus Bamberg hat seine Tabellenführung in der Bundesliga gefestigt. Die Franken gewannen zum Abschluss des zwölften Spieltags zuhause problemlos mit 107:80 (56:42) gegen Phoenix Hagen und liegen nach dem achten Sieg in Serie mit nun 20:2 Punkten deutlich vor Verfolger ratiopharm Ulm (18:8). Hagen rutscht mit 10:14 Punkten auf Platz 15 ab. Vor 6800 Zuschauern in der ausverkauften Stechert-Arena hatten die Bamberger im früheren NBA-Profi Bostjan Nachbar (19 Punkte) ihren besten Werfer. Insgesamt punkteten sieben Spieler des Meister zweistellig. Bei Hagen kam David Bell auf 18 Zähler.

Basketball, NBA: Auszeichnung für Dirk Nowitzki, dritter Sieg in Serie für die Dallas Mavericks: In der Halbzeitpause des 119:96-Erfolgs gegen die Sacramento Kings ist der weiterhin verletzte deutsche Basketball-Superstar in der Profiliga NBA mit dem "Naismith Legacy Award" geehrt worden. Die Auszeichnung erhielt der Würzburger als erster Nicht-Amerikaner für seinen Beitrag für den Basketball-Sport weltweit. Mit der erstmals seit dem 21. November wieder positiven Bilanz von 11:10 Siegen liegen die Mavs als Siebter im Westen auf Play-off-Kurs. Als Zuschauer beim klaren Erfolg seiner Team-Kollegen sah Nowitzki eine hervorragende Mannschaftsleistung, in der O.J. Mayo (19 Punkte) und der deutsche Nationalcenter Chris Kaman (18) die erfolgreichsten Punktesammler waren.

Bundesliga, Debatte um Gewalt: Der Innenminister persönlich greift die Vereine an, die Verbände zittern der richtungweisenden Entscheidung entgegen: 48 Stunden vor der brisanten Abstimmung über das Sicherheitskonzept der Deutschen Fußball Liga (DFL) hat Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich den Druck nochmals deutlich erhöht und einigen Klubs sogar Gleichgültigkeit gegenüber Gewalt in den Stadien vorgeworfen. "Das Problem ist, dass einige Vereine das Thema nicht ernst nehmen. Sie haben eine Verantwortung, für die Sicherheit der Zuschauer im Stadion zu sorgen. Es kann nicht sein, dass einige Vereine sagen: Gewalt im Fußball? Nie gehört!", sagte Friedrich Sport Bild Plus.

Im SID-Interview erläuterte der CSU-Politiker, mit der Verabschiedung des Sicherheitskonzeptes am Mittwoch bei der DFL-Vollversammlung in Frankfurt am Main könnten die Klubs "zeigen, dass sie das Heft des Handelns in ihren Händen behalten" wollen. "Ich erwarte, dass die Vereine und Verbände nach der kontrovers geführten Diskussion ihre Geschlossenheit demonstrieren", sagte der 55-Jährige. Zuvor hatten seine Länderkollegen mit weitreichenden Konsequenzen gedroht, falls die Liga nicht zu einem Konsens komme. Liga-Chef Reinhard Rauball hatte zuletzt sogar die Autonomie des Fußballs bedroht gesehen. Am Mittwoch steht bei der DFL-Mitgliederversammlung der 36 Profivereine der 1. und 2. Liga in Frankfurt/Main das Konzept "Sicheres Stadionerlebnis" zur Abstimmung.

Marcel Schmelzer, Rote Karte: Dortmunds Profi Marcel Schmelzer wird trotz seiner Roten Karte im Spiel gegen den VfL Wolfsburg nicht gesperrt. Wie erwartet, beantragte der Kontrollausschuss des DFB am Montag die Einstellung des Verfahrens gegen den Nationalspieler. Schmelzer ist deshalb bereits im kommenden Bundesligaspiel am Sonntag bei 1899 Hoffenheim spielberechtigt. "Im Normalfall zieht ein Feldverweis eines Spielers generell eine automatische Sperre von mindestens einem Spiel nach sich. Einzige Ausnahme: wenn der Feldverweis eindeutig und zweifelsfrei auf einem offensichtlichen Irrtum des Schiedsrichters beruht", hieß es in einer DFB-Mitteilung am Montag. Damit reagierte der Verband auf eine Fehlentscheidung von Wolfgang Stark in der 35. Minute der Partie. Der Schiedsrichter hatte eine Rettungsaktion von Schmelzer auf der Torlinie irrtümlicherweise als Handspiel gewertet und mit einem Elfmeter für Wolfsburg sowie einem Platzverweis für den Außenverteidiger geahndet.

Basketball, NBA: Die Los Angeles Lakers enttäuschen weiter in der besten Basketballliga der Welt. Der 16-malige Meister musste mit der 110:117-Heimniederlage gegen die Utah Jazz die zweite Pleite in Serie hinnehmen und bleibt mit der negativen Bilanz von 9:12 Siegen als Nummer elf im Westen unterhalb der Play-off-Plätze. Utah (12:10) dagegen verbuchte den dritten Erfolg nacheinander und bleibt Sechster der Western Conference. 34 Punkte von Kobe Bryant konnten den erneuten Rückschlag der Lakers, die weiterhin auf den verletzten Routinier Steve Nash als Point Guard verzichten müssen, nicht verhindern. Headcoach Mike D'Antoni war von seinen Spielern enttäuscht: "Wir haben zu viele Jungs, die sich mal bei Ballbesitz ausruhen." Bei den Jazz waren Paul Millsap (24 Punkte) und Mo Williams (22) die herausragenden Leistungsträger. Im Osten hat Spitzenreiter New York Knicks (15:5) derweil seine perfekte Heimbilanz ausgebaut. Mit dem 112:106 gegen die Denver Nuggets feierten die Knicks den achten Sieg im achten Spiel im heimischen Madison Square Garden. Flügelspieler Carmelo Anthony gab dabei nach einer Fingerverletzung mit 34 Punkten ein eindrucksvolles Comeback.

Müller gibt den Genießer am Elfmeterpunkt

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Schwimmen, Bundestrainer: Der Deutsche Schwimm-Verband ist bei der Suche nach einem neuen Bundestrainer fündig geworden. Nach dpa-Informationen soll der Essener Henning Lambertz das Amt übernehmen. Offiziell bestätigen wollen das weder der Stützpunktrainer noch der DSV, der auf eine Pressekonferenz am Freitag während der Kurzbahn-WM in Istanbul verwies. "Wir haben jemanden ausgewählt, das Präsidium hat zugestimmt", sagte DSV-Präsidentin Christa Thiel der dpa, ohne weitere Details zu nennen. Auch Lambertz wollte sich nicht näher äußern: "Ich würde mich sehr drüber freuen, wenn ich es würde." Vor einem Jahr hatten sich der DSV und Dirk Lange getrennt.

Handball, Bundesliga: Der THW Kiel muss nach 585 Tagen feststellen, dass er doch nicht unbesiegbar ist. Der deutsche Meister und Seriensieger unterlag am Sonntag überraschend der MT Melsungen mit 25:29 (16:14) und kassierte damit erstmals seit dem 4. Mai 2011 und dem 24:30 beim SC Magdeburg wieder eine Niederlage in der Liga. In der gesamten Saison 2011/12 hatte der THW keinen einzigen Punkt abgegeben. Die letzte Pleite in der heimischen Sparkassen-Arena hatten die Kieler am 6. April vergangenen Jahres beim 31:33 gegen die Rhein Neckar Löwen hinnehmen müssen. Durch die Pleite bleiben die Löwen, die bereits am Freitag bei Aufsteiger und Tabellenschlusslicht Tusem Essen mit 30:20 gewonnen hatten, mit 28:2 Punkten Tabellenführer.

Kiel hat 29:3 Zähler auf dem Konto. 10.285 Zuschauer in der ausverkauften Halle trauten ihren Augen kaum. Schon in der ersten Halbzeit tat sich der Champions-League-Sieger schwer, doch erst nach der Pause nahm die Niederlage Formen an. Zwischen der 35. und der 44. Minute warfen die Gäste aus Hessen fünf Tore in Folge und gingen mit 21:18 in Führung. Mit vereinten Kräften brachte das Team von Trainer Michael Roth den Vorsprung erstaunlich souverän über die Zeit. Beste Werfer der Melsunger waren Michael Allendorf (7) und Felix Danner (6). Für die Kieler reichten diesmal sechs Treffer von Filip Jicha nicht aus.

Handball-EM, Frauen: Die deutschen Handballerinnen haben zum Hauptrunden-Auftakt der Europameisterschaft in Serbien einen Sieg gegen Rekord-Weltmeister Russland verschenkt. Die Mannschaft von Bundestrainer Heine Jensen führte am Sonntagabend in Novi Sad lange Zeit gegen den Favoriten, musste sich dann aber mit einem 26:26 (16:13) zufriedengeben. Beste Werferin für die Auswahl des Deutschen Handballbundes war Laura Steinbach (Bayer Leverkusen) mit neun Toren. Daneben überzeugte erneut Torfrau Katja Schülke vom HC Leipzig. Gegen die Russinnen zeigte die DHB-Auswahl, die zuvor nur knapp das dritte Vorrunden-Aus bei einem Großereignis in Serie verhindert hatte, zunächst eine konzentrierte Leistung. Zwischenzeitlich führte das Jensen-Team sogar mit sechs Toren, konnte den Vorsprung aber nicht ins Ziel retten. Weil gut neun Minuten kein Tor gelang, glich Russland in der 57. Minute beim 25:25 aus. Damit bleibt Deutschland in der Tabelle Letzter. Am Dienstag (18.15 Uhr/Sport 1) folgt das Duell gegen den Olympia-Zweiten Montenegro, zum Abschluss geht es am Donnerstag (18.15 Uhr) gegen Rumänien. Die beiden Gruppen-Ersten ziehen ins Halbfinale ein. Der Gruppen-Dritte spielt um Platz fünf.

NFL, Unfall: Nach dem Unfalltod von Football-Profi Jerry Brown Jr. von den Dallas Cowboys ist sein Teamkollege Josh Brent wegen Totschlags angeklagt worden. Brent soll betrunken am Steuer des Wagens gesessen haben, in dem Brown am Samstagmorgen ums Leben gekommen war. Nur eine Woche nach dem Suizid des für die Kansas City Chiefs spielenden Jovan Belcher muss die National Football League (NFL) damit eine weitere Tragödie verkraften. Brent hatte offenbar bei überhöhter Geschwindigkeit die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren. Das Auto rammte einen Bordstein und überschlug sich. Brent versuchte noch, seinen Teamgefährten aus dem brennenden Wagen zu ziehen. Doch Browns Leben konnte nicht mehr gerettet werden. Der 25-Jährige gehörte zum Trainingskader der Dallas Cowboys. Er hatte zuvor ein NFL-Spiel für die Indianapolis Colts bestritten, ehe er in dieser Saison zu den Cowboys gewechselt war. Zum Einsatz war er für Dallas nicht gekommen. Brent erlitt bei dem Unfall nur leichte Schürfwunden. Er musste bis zur Festsetzung einer Kaution im Gefängnis bleiben. Ihm drohen bis zu 20 Jahre Haft.

Handball, Transfer: Handball-Profi Petar Djordjic wechselt anscheinend zur neuen Saison von der SG Flensburg-Handewitt zum Bundesliga-Konkurrenten HSV Hamburg. Der 22-Jährige, der derzeit einen Kreuzbandriss auskuriert, meldete den Transfer auf seiner Website perfekt. Mit Flensburg gewann Djordjic 2012 den Europapokal der Pokalsieger. Djordjic, eines der größten Rückraum-Talente weltweit, könnte beim HSV den Druck auf Pascal Hens und Blazenko Lackovic erhöhen. Zuletzt hatte er angedeutet, neben seiner serbischen auch die deutsche Staatsbürgerschaft annehmen und für die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) auflaufen zu wollen.

Curling, EM: Den deutschen Curling-Teams droht bei den Europameisterschaften in Karlstadt/Schweden ein Debakel. Die Herren um Skip Andreas Lang (Füssen) verloren nach zuvor zwei Niederlagen auch die Begegnungen am Sonntag gegen Tschechien (5:6) und Russland (1:8) und liegen damit am Tabellenende. Auch die Frauen um die erfahrene Skip Andrea Schöpp (Partenkirchen) sind denkbar schlecht in den Wettbewerb gestartet. Nach einer 7:8-Niederlage im zweiten Spiel des Wettbewerbs gegen Dänemark unterlag das deutsche Team Gastgeber Schweden mit 4:6. In der Tabelle liegt die Frauen-Auswahl des Deutschen Curling-Verbandes (DCV) ebenfalls auf dem letzten Platz.

Eishockey, DEL: Die Krise der Adler Mannheim setzt sich fort. Der sechsmalige Meister unterlag dem EHC München trotz Führung im ersten Drittel noch mit 2:5 (2:1, 0:2, 0:2) und hat damit fünf der letzten sechs Begegnungen verloren. Die Adler, für die Nationalspieler Dennis Seidenberg den ersten Treffer durch Adam Mitchell vorbereitet hatte, drohten zudem die Tabellenführung zu verlieren. Die Kölner Haie konnten die Mannheimer im Spiel gegen die Augsburg Panther am Abend noch von Rang eins verdrängen. Zuvor hatten die Hamburg Freezers in der Spitzengruppe überraschend Federn gelassen. Zwei Tage nach dem 7:1-Kantersieg gegen die Haie unterlag der bisherige Tabellenzweite bei den Hannover Scorpions mit 2:3 (0:1, 2:1, 1:0).

Matthew Pettinger hatte die Freezers vor 3083 Zuschauern zwei Mal in Führung geschossen, ehe die Scorpions das Spiel im Schlussdrittel durch Tore von Christopher Herperger und Marvin Krüger noch drehten. Für Hannover war es der fünfte Heimsieg in Folge. Die Düsseldorfer EG kassierten im Derby gegen die Krefeld Pinguine eine schmerzhafte 1:4 (1:1, 0:1, 0:2)-Niederlage und rutschte zudem auf den letzten Tabellenplatz ab. Zeitgleich hatte das bisherige Schlusslicht EHC Wolfsburg die Iserlohn Roosters mit 4:1 (0:0, 0:0, 4:1) geschlagen. Dem ERC Ingolstadt gelang im Rennen um die Play-off-Plätze ein wichtiger 3:1 (0:0, 2:1, 1:0)-Sieg im bayerischen Derby gegen die Straubing Tigers.

Skispringen, Sotschi: Richard Freitag und Andreas Wellinger sind beim Skisprung-Weltcup in Sotschi auf das Podest gesprungen. Mit Rang zwei und drei krönte das Duo am Sonntag den überragenden Auftritt der DSV-Springer. Beim Sieg des Österreichers Andreas Kofler kam Severin Freund auf Platz fünf und verteidigte damit das Gelbe Trikot des Gesamtführenden. Karl Geiger feierte mit Rang sechs das beste Ergebnis seiner Karriere, Andreas Wank wurde Zehnter. Freitag lag nach Sprüngen auf 100 und 102,5 Meter um 0,1 Zähler vor Wellinger, der mit 100,5 und 103 Metern erstmals auf das Podium kam. Freund sprang 100 und 103 Meter, Geiger landete bei 101 und 101,5 Metern.

Biathlon, Staffel: Die deutschen Biathleten haben zum Abschluss des Weltcups im österreichischen Hochfilzen mit der Staffel einen Podestplatz klar verpasst. Simon Schempp, Erik Lesser, Florian Graf und Arnd Peiffer mussten sich am Sonntag mit Platz sechs zufriedengeben. Das Quartett leistete sich eine Strafrunde und neun Nachlader und hatte nach 4 x 7,5 Kilometern 2:02,7 Minuten Rückstand auf die siegreichen Norweger. Den zweiten Platz sicherte sich Frankreich vor Russland. Ohne den geschonten Sprintsieger Andreas Birnbacher hatten die Deutschen keine Chance. Startläufer Schempp lieferte als Einziger eine tadellose Leistung ab und übergab als Zweiter an Lesser. "Ich bin ganz gut durchgekommen und zufrieden", sagte Schempp. Lesser haderte vor allem mit seiner Materialwahl: "Da habe ich die falsche Entscheidung getroffen." Er konnte auf seiner Runde dem Norweger Ole Einar Björndalen nicht folgen. Graf benötigte vier Nachlader und schickte Schlussläufer Peiffer als Vierten mit einem Rückstand von 1:18,5 Minuten in die Loipe. Doch der Sprint-Weltmeister von 2011 musste gar in die Strafrunde und fiel weiter zurück.

Auch die deutschen Biathletinnen verpassten beim ersten Staffelrennen der Saison den Sprung aufs Siegerpodest. Zum Abschluss des Weltcups in Hochfilzen wurden Tina Bachmann, Miriam Gössner, Nadine Horchler und Andrea Henkel am Sonntag Vierte. Das Quartett leistete sich eine Strafrunde und sieben Nachlader und hatte nach 4 x 6 Kilometern 54,1 Sekunden Rückstand auf die siegreichen Norwegerinnen. Rang zwei holte sich die Ukraine vor Russland.

Bachmann offenbarte wie schon in allen Saisonrennen zuvor am Schießstand einige Probleme. Sie blieb wenigstens ohne Strafrunde, im Gegensatz zu Gössner: "Ich bin zu langsam zum Stehendschießen gekommen. Der Puls war zu weit unten, und ich hatte es nicht mehr unter Kontrolle", sagte Gössner. Die erstmals in einer Staffel eingesetzte Horchler zeigte eine starke Leistung und brachte ihr Team vom achten auf den dritten Rang nach vorne. Schlussläuferin Henkel musste stehend einmal nachladen und ging mit elf Sekunden Rückstand auf Rang drei in die Schlussrunde. Am Ende fehlten knapp zehn Sekunden zum Podest. "Wir konnten zeigen, dass wir vorne angreifen können. Das war wichtig für uns", sagte Henkel.

Short Track, Robert Seifert: Shorttracker Robert Seifert hat eine Woche nach seinem Sensationssieg einen weiteren Erfolg im Weltcup verpasst. In Shanghai/China schied der 24 Jahre alte Dresdner, der im japanischen Nagoya für den ersten deutschen Weltcup-Erfolg auf einer Einzel-Strecke gesorgt hatte, über 500 m im Viertelfinale aus. Am Ende reichte es für Seifert zu Rang zehn. Auch Seiferts Vereinskollgein Bianca Walter qualifizierte sich nicht für das Halbfinale und landete auf dem zwölften Platz.