Mit seiner Krankheit steht Sebastian Deisler nicht alleine da: Fünf Prozent der Bevölkerung sind in Deutschland von einer behandlungsbedürftigen Depression betroffen, das sind etwa vier Millionen Menschen.

(SZ vom 22.11.2003) - Umgangssprachlich ist oft schon von Depression die Rede, wenn bei jemandem nur die Stimmung etwas gedrückt ist. Tatsächlich ist eine Depression aber eine schwerwiegende Erkrankung, bei der neben starken Gefühlen der Hoffnungslosigkeit, Angst, Hilflosigkeit oder Schuld oft auch körperliche Beschwerden wie Schlaflosigkeit, Appetitverlust und schnelle Ermüdung auftreten.

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Auch die Unfähigkeit, überhaupt noch Gefühle zu empfinden, ist charakteristisch. Die Betroffenen ziehen sich aus ihrer sozialen Umwelt zurück und kommen im Alltag nicht mehr zurecht. Lebensbedrohlich ist die Erkrankung in dem Sinne, dass die meisten schwer Depressiven Selbstmordgedanken haben; nach Angaben des "Kompetenznetzes Depression" setzen bis zu 15 Prozent der Patienten diesen Gedanken in die Tat um.

Auslöser oft akute Stress-Situationen

Als Ursache für die Erkrankung wird ein Zusammenspiel von genetischen, Persönlichkeits- und Umweltfaktoren angenommen. Auslöser sind oft akute Stress-Situationen, zum Beispiel der Tod einer nahe stehenden Person, aber auch eine chronische Überlastung in Beruf und/oder Alltag. Menschen, die in gesundem Zustand besonders leistungsorientiert sind, scheinen eine erhöhte Anfälligkeit für Depressionen zu haben.

Um eine Depression zu behandeln, wird meist eine Kombination aus Medikamenten und Psychotherapie eingesetzt. Antidepressiva sollen den gestörten Stoffwechsel im Gehirn wieder ins Gleichgewicht bringen; eine Psychotherapie soll dem Patienten helfen, Schwierigkeiten besser in den Griff zu bekommen, die die Depression ausgelöst haben oder als Folge der Erkrankung aufgetreten sind.

Wenn die depressiven Symptome zurückgehen, ist allerdings noch nicht alles überwunden: Um Rückfälle zu vermeiden, sollten die Medikamente noch weitere vier bis sechs Monate eingenommen werden.

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