Viktoria Rebensburg gewinnt Riesenslalom Trotz Riesenfehler zum ersten Saisonsieg

Souverän in Ǻre: Viktoria Rebensburg.

(Foto: Getty Images)

Sogar ein Beinahe-Sturz im zweiten Lauf kann Viktoria Rebensburg nicht stoppen: Im schwedischen Åre fährt die Olympiasiegerin zeitweise überragend und gewinnt ihr erstes Rennen des Winters. Topfavortin Tina Maze hat keine Chance, auch Maria Höfl-Riesch fällt zurück.

Der große Vorsprung aus dem ersten Durchgang genügte - nicht knapp, sondern ziemlich locker: Mit dem ersten Saisonsieg beim Weltcup-Riesenslalom im schwedischen Ǻre ist Viktoria Rebensburg eindrucksvoll aus ihrer kleinen Krise gerast. Rebensburg dominierte die Konkurrenz unter Flutlicht beinahe nach Belieben; sogar Tina Maze aus Slowenien, die Gewinnerin der bisherigen vier Riesenslalom-Rennen des WM-Winters, konnte nicht mithalten.

Trotz eines Riesenfehlers samt Beinahe-Sturz im zweiten Durchgang kam Rebensburg mit einem komfortablen Vorsprung von 0,62 Sekunden ins Ziel. Zweite wurde Anna Fenninger aus Österreich - Maze wurde mit 0,91 Sekunden Dritte. Maria Höfl-Riesch, Vierte nach dem ersten Durchgang, fuhr auf Rang sechs. Für Rebensburg war es der neunte Sieg im Weltcup, der achte im Riesenslalom. Im Gesamtweltcup führt Maze mit 859 Punkten weiter überlegen vor Höfl-Riesch (508).

"Ich wollte es ein bisschen spannend machen", scherzte Rebensburg nach dem Rennen. "Die Vicky ist gut gefahren, ein bisschen ein Ausrutscher war dabei, aber sie hat es nach Hause gefahren", lobte auch Frauen-Bundestrainer Thomas Stauffer.

Unbefriedigender Saisonstart

Mit dem bisherigen Saisonverlauf war die ehrgeizige Rebensburg nicht zufrieden gewesen. Ausgeschieden in Sölden, danach die Ränge drei und zwei in Beaver Creek und St. Moritz, am Sonntag Rang 15 im französischen Courchevel: nicht schlecht, aber auch nicht gut genug für die zweimalige Riesenslalom-Weltcup-Gewinnerin. Vor allem hatte Rebensburg mit der Umstellung auf die neuen Riesenslalom-Skier zu kämpfen. Sie sind länger, und sie kamen ihrem Fahrstil bisher gar nicht entgegen. Maze fuhr damit seit Saisonbeginn wie entfesselt.

Vor allem die Fahrt von Rebensburg im ersten Lauf hatte es in sich. Drei Tage nach dem verkorksten Rennen in Courchevel fuhr die 23-Jährige wie verwandelt, griff auf der harten Piste unbekümmert an - und ging mit einem sehr beruhigenden Vorsprung von 1,12 Sekunden auf Maze in den Finaldurchgang.

Die fünf anderen deutschen Starterinnen konnten sich im ersten Lauf nicht für das Finale der besten 30 qualifizieren. Barbara Wirth (Lenggries) belegte Rang 34, Veronika Staber (Samerberg-Törwang) Rang 35, Veronique Hronek (Unterwössen) Rang 37 und Lena Dürr (Germering) Rang 40. Simona Hösl (Berchtesgaden) schied aus.