Es war das Spiel der wenigen Tore, doch eine Minute vor dem Ende war den Franzosen klar, dass sie dieses Spiel gewonnen hatten. Sie lagen mit drei Toren Vorsprung in Führung, und auch als die Kroaten noch einen Treffer erzielten, machte sie das nicht nervös.
Die Zeit lief rasch von der Uhr, Nikola Karabatic warf fünf Sekunden vor dem Ende noch schnell ein Tor für Frankreich, und als dann die Schlusssirene ertönte, hatten die Franzosen dieses WM-Viertelfinale 21:18 (10:9) gewonnen.
Die Franzosen um Torwart Thierry Omeyer bejubeln den Einzug ins Halbfinale - es warten die Deutschen (© Foto: dpa)
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Damit stehen sie im Halbfinale am Donnerstag und treffen dort auf Deutschland. In der Hauptrunde waren beide Teams schon einmal aufeinandergetroffen, und den Deutschen war überraschend ein 29:26 gegen den Favoriten gelungen. Das noch einmal zu schaffen, wird eminent schwer.
Gegen die Kroaten in einer Partie der wenigen Tore zeigten die Franzosen, dass sie vor allen Dingen in der Abwehr unfasslich stark sind. Bei den Kroaten leitet Ivano Balic das Spiel, ein Genie dieses Sports, doch selbst Balic fiel bisweilen gegen die massive Deckung um den Spezialisten Didier Dinart nichts ein.
Die Deutschen hatten bei ihrem Sieg eine Trefferquote von 74 Prozent, und das ist so hoch, dass es äußerst selten passiert. An normalen Tagen muss die angreifende Mannschaft versuchen, die Franzosen geduldig auszuspielen. Die Kroaten sind das ideale Team dazu, sie haben das Können und die Geduld, doch selbst sie sind gescheitert an der französischen Mauer.
"Die Franzosen haben hier verdient gewonnen", sagte der kroatische Trainer Lino Cervar, "aber trotzdem bin ich traurig. Wir hätten vielleicht noch mehr tun sollen." Sein französischer Kollege Claude Onesta lobte die Kroaten als eine der "ersten Adressen im Handball", womit er sich gleich selbst mitgelobt hatte, denn schließlich hatte er gewonnen.
In der Partie mussten die Kroaten früh einen Schock verkraften, als Ivano Balic zu Boden ging, nachdem er mit einem Franzosen zusammengestoßen war. Die Uhr stand bei 9:44 Minuten, und sie stand dort lange, mehr als sieben Minuten, weil Balic behandelt werden musste. Nach einer Weile konnte er sich erheben, es gab Beifall, doch Balic schlurfte mit gesenktem Kopf vom Platz. Er hielt sich den Hals und den Nacken, ein Eisbeutel wurde ihm gereicht. Während Balic nicht auf dem Feld war zogen die Franzosen auf 7:4 davon.
Ein Betreuer nahm sich des Spielmachers an. Er griff Balic' Kopf mit beiden Händen und drehte ihn erst weit nach rechts, dann weit nach links. Nach dieser etwas rauh anmutenden Behandlung kehrte Balic zurück, er erzielte schnell zwei Tore, und bald lag Kroatien 9:8 in Führung. In die Halbzeit gingen die Franzosen jedoch mit 10:9, und nach der Halbzeit bauten sie diesen Vorsprung aus. Balic gelang es nicht mehr, die Partie wieder in den Griff zu bekommen. Vielleicht litt er noch an den Schmerzen am Hals, vielleicht aber war das Genie an diesem Tag nicht gut genug.
Das zweite Halbfinale bestreiten am Donnerstag Polen und Dänemark.
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