Vettel legt gegen Webber nach "Mark hatte den Sieg nicht verdient"

Vettel in China: "Ich habe nie Unterstützung von ihm bekommen."

(Foto: Getty Images)

Sebastian Vettel hat keine Lust, auf Versöhnungskurs mit Red-Bull-Teamkollege Mark Webber zu gehen. Ganz im Gegenteil. Der Weltmeister teilt vor dem Großen Preis von China kräftig aus und ignoriert damit versöhnliche Worte des Australiers.

Das Duell zwischen Sebastian Vettel und Mark Webber findet kein Ende. Auch knapp drei Wochen nach den Wirren des Grand Prix von Malaysia finden beide Red-Bull-Fahrer nicht zueinander. Im Gegenteil. Weltmeister Vettel sieht weiterhin keinen Grund, sein damaliges Überholmanöver zu bereuen.

"Auf der einen Seite gehorche ich den Entscheidungen des Teams, auf der anderen Seite hatte Mark den Sieg zu dem Zeitpunkt nicht verdient", sagte der dreimalige Formel-1-Weltmeister am Donnerstag in Shanghai. Er sehe sich auch nicht als "Bad Guy", betonte Vettel im prall gefüllten Motorhome seines Red-Bull-Rennstalls.

Kurz zuvor hatte Webber in der offiziellen Pressekonferenz zum Großen Preis von China noch erklärt: "Wir können das nicht mit uns rumschleppen." Webber meinte damit den Zoff nach dem Rennen in Sepang, wo Vettel ihm den Sieg weggeschnappt hatte. Der 25-Jährige hatte dabei die Order seines Teams ignoriert. Vettel hatte die Red-Bull-Mannschaft dafür um Verzeihung gebeten. "Ehrlich gesagt, haben die Leute nicht verstanden, wofür ich mich entschuldige", sagte Vettel.

Auf die Frage, ob er befürchte, künftig auf die Unterstützung von Webber verzichten zu müssen, sagte Vettel dann auch noch dies: "Um ganz ehrlich zu sein, gab es nie Unterstützung von seiner Seite." Und: "Es gab mehr als eine Situation in der Vergangenheit, als er dem Team hätte helfen können, er es aber nicht tat." Sein Rennstall hatte zuvor schon klargemacht, nicht noch einmal einen seiner Fahrer einzubremsen.

Räikkönen als Webber-Nachfolger?

Webber, 36, selbst hat die Entscheidung gegen eine Stallorder im Team begrüßt. "Das macht die Sache leichter", sagte der Australier vor dem Großen Preis von China (Sonntag 9 Uhr). Red Bull hatte während der Woche verkündet, in Zukunft wegen der Vorfälle in Malaysia auf eine Stallorder zu verzichten. Zudem spielte Webber den Zoff nach dem umstrittenen Überholmanöver Vettels in Malaysia herunter, freilich bevor Vettel dann noch einmal nachlegte: "Dass die Emotionen hochschlagen, ist normal. Das ist Teil des Jobs."

Allerdings kritisierte Webber indirekt seinen ungeliebten Kollegen Vettel und ließ seine Zukunft bei Red Bull offen. "Ich habe noch nie zu diesem Zeitpunkt der Saison eine Entscheidung über die Zukunft meiner Karriere getroffen", sagte Webber und betonte, stets nur von Jahr zu Jahr zu planen. Sein Vertrag bei den Roten Bullen läuft am Saisonende aus. Als sein möglicher Nachfolger ist Vettels Kumpel Kimi Räikkönen im Gespräch.