Verdacht auf Muskelfaserriss Van der Vaart fällt wohl restliche Hinrunde aus

Der Mittelfeldspieler des Hamburger SV hat sich vermutlich einen Muskelfaserriss zugezogen. Italiens Fußballverband entschuldigt sich für den Überfall auf Fans von Tottenham Hotspur. Die deutschen Kombinierer enttäuschen beim Weltcup-Auftakt, Evi Sachenbacher-Stehle überzeugt beim Biathlon.

Sportnachrichten in Kürze

Rafael van der Vaart ging im Spiel gegen Fortuna Düsseldorf ohne gegnerische Einwirkung verletzt zu Boden und musste ausgewechselt werden.

(Foto: dapd)

Hamburger SV, Rafael van der Vaart: Rafael van der Vaart vom Fußball-Bundesligisten Hamburger SV befürchtet das vorzeitige Hinrunden-Aus. "Es wird schwer, dieses Jahr noch mal zu spielen. Die Verletzung schmerzt mich mehr als die Niederlage", sagte der Mittelfeldspieler nach dem 0:2 des HSV bei Aufsteiger Fortuna Düsseldorf. Bei van der Vaart besteht der Verdacht auf einen Muskelfaseriss im rechten Oberschenkel. Der niederländische Nationalspieler ging bei einem Laufduell mit Düsseldorfs Adam Bodzek ohne Gegnereinwirkung zu Boden und wurde in der 32. Minute ausgewechselt. "Fest steht, dass es sich um eine Muskelverletzung handelt und er auf jeden Fall in der kommenden Woche ausfallen wird", sagte HSV-Sprecher Jörn Wolf der Nachrichtenagentur dapd. Eine genaue Diagnose soll dann eine Kernspintomografie am Sonntag ergeben. Somit wird der niederländische Nationalspieler den Hanseaten auf jeden Fall am kommenden Dienstag im Heimspiel gegen Schalke 04 und am darauf folgenden Sonntag beim VfL Wolfsburg nicht zur Verfügung stehen.

Fangewalt, AS Rom: Nach den Angriffen von Hooligans des italienischen Fußball-Erstligisten AS Rom auf Anhänger von Tottenham Hotspur hat sich nun der italienische Verband FIGC entschuldigt. In einem offiziellen Brief an den englischen Verband FA verurteilte FIGC-Präsident Luigi Abete die Randale im Zentrum Roms ebenso wie die antisemitischen Parolen während der Begegnung in der Europa League am Donnerstag zwischen AS-Stadtrivale Lazio Rom und den Spurs (0:0). "Leider war wieder einmal ein Fußballmatch Vorwand für eine Gruppe von Kriminellen, um ihren rassistischen und antisemitischen Wahnsinn freien Lauf zu geben. Der Angriff auf die englischen Fans verletzt das Ansehen unseres Fußballs und entspricht keineswegs der Gastfreundlichkeit Roms", hieß es in dem Brief an den FA-Präsidenten David Bernstein. Der englische Verband hatte bei der Europäischen Fußball-Union (Uefa) am Freitag eine Untersuchung der Vorfälle gefordert. "Wir sind betrübt und alarmiert über die Ausschreitungen und die Gesänge", sagte ein FA-Sprecher. Die Polizei geht davon aus, dass der Angriff seit längerer Zeit geplant war. Die Ermittler berichteten, dass die Rowdys gezielt auf die Tottenham-Anhänger in einem Lokal auf dem Platz Campo dei Fiori losgegangen seien. Dabei wurden zehn Fans verletzt, ein Engländer musste mit schweren Stichwunden notoperiert werden.

Nordische Kombination: Die deutschen Kombinierer haben im ersten Weltcup-Wettbewerb der Saison in Lillehammer enttäuscht. Der Olympia-Zweite Björn Kircheisen aus Johanngeorgenstadt belegte nach dem Springen und dem 10-km-Skilanglauf den 13. Rang, Manuel Faißt aus Baiersbronn folgte auf Platz 15. Es gewann der im Springen achtplatzierte Norweger Magnus Moan mit einer Sekunde Vorsprung auf den Franzosen Jason Lamy-Chappuis. Dritter wurde in der Olympiastadt von 1994 der Österreicher Bernhard Gruber (3,3 Sekunden zurück). Der Rückstand von Kircheisen auf den Gewinner betrug 20,6 Sekunden, Faißt kam mit 24,4 Sekunden Rückstand ins Ziel. Janis Morweiser (Oberstdorf) und Weltmeister Eric Frenzel (Oberwiesenthal) belegten die Plätze 26 sowie 27.

Biathlon: Evi Sachenbacher-Stehle hat gleich bei ihrer internationalen Biathlon-Premiere die Weltcup-Norm geknackt. Die zweimalige Langlauf-Olympiasiegerin belegte am Samstag beim IBU-Cup im schwedischen Idre im 7,5-Kilometer-Sprint Rang 24. Die 31-Jährige, die erst seit dieser Saison bei den Skijägerinnen an den Start geht, leistete sich zwar im eigentlich als leichter eingestuften Liegendanschlag vier Fehlschüsse. Beim Stehendschießen blieb sie aber fehlerlos und kam mit einem Rückstand von 1:33,4 Minuten auf die norwegische Siegerin Hilde Fenne (22:36,1 Minuten/1 Fehler) ins Ziel. Damit erfüllte die Bayerin gleich die Qualifikationskriterien für einen Start im Weltcup. Laut Reglement des Weltverbandes IBU musste sie in einem Einzel- oder Sprintrennen ein Ergebnis erbringen, das maximal 15 Prozent hinter der Durchschnittszeit der ersten Drei liegt. "Wir können sehr zufrieden sein", sagte Bundestrainer Uwe Müssiggang. "Beim ersten Schießen war sie sicher aufgeregt. Aber wie sie sich dann gefangen hat, war fantastisch." Am Sonntag folgt noch ein Sprintrennen (13.00 Uhr). Nach Planungen des Trainerstabes könnte Sachenbacher-Stehle im slowenischen Pokljuka Mitte Dezember bei den weltbesten Skijägern starten. Bis dahin soll sie im IBU-Cup in Beitostölen (Norwegen) Rennerfahrung sammeln.

Rodeln: Anke Wischnewski hat überraschend den Weltcup-Auftakt der Rodlerinnen in Innsbruck-Igls gewonnen und ihren zweiten Sieg überhaupt geholt. Die 34-Jährige war am Samstag nach zwei Durchgängen auf der Olympiabahn von 1976 0,074 Sekunden schneller als Natalie Geisenberger. "Ich bin sehr zufrieden, obwohl mein zweiter Lauf gar nicht so gut war", sagte Wischnewski. Auf den dritten Platz kam die Kanadierin Alex Gough (0,152 Sekunden zurück). Mit dem vierten Platz musste sich die Weltmeisterin und Siegerin des Gesamt-Weltcups der vergangenen Saison, Tatjana Hüfner, begnügen. Junioren-Weltmeisterin Aileen Frisch wurde Fünfte.

Zweier-Bob: Die deutschen Bobpiloten Sandra Kiriasis und Francesco Friedrich sind beim Weltcup im kanadischen Whistler jeweils aufs Podest gefahren. Beim dritten Saison-Rennen belegte die Olympiasiegerin von 2006 aus Winterberg am Freitag (Ortszeit) im Zweierbob Platz drei hinter Kaillie Humphries und Fabienne Meyer. Humphries legte auf der Olympiabahn von 2010 zweimal eine Laufbestzeit hin und kam in 1:48,68 Minuten deutlich vor Meyer (+0,69 Sekunden) und Kiriasis (+0,82 Sekunden) ins Ziel. Bei den Männern gelang Friedrich ebenfalls ein dritter Platz. Der WM-Vierte aus Pirna musste sich lediglich Doppel-Weltmeister Steven Holcomb und dem Kanadier Lyndon Rush geschlagen gegeben. Sowohl Kiriasis als auch Friedrich liegen damit in der Gesamtwertung auf Rang zwei hinter Humphries und Holcomb.

Ski Abfahrt, Daniel Albrecht: Der Schweizer Ski-Rennläufer Daniel Albrecht hat sich bei seinem Sturz beim Abfahrtstraining im kanadischen Lake Louise einen Innenbandriss im linken Knie und eine Kniescheibenluxation zugezogen. Das ergab eine Untersuchung im Krankenhaus in Calgary. Wie lange der frühere Kombinations-Weltmeister pausieren muss, ist offen. Albrecht wird in den nächsten Tagen zu weiteren Untersuchungen nach Bern verlegt. Albrecht, mit der hohen Nummer 67 gestartet, kam im obersten Streckenabschnitt an einer vermeintlich harmlosen und flachen Stelle zu Fall und landete im Fangnetz. Die Schweizer müssen in diesem Winter schon den Ausfall von Beat Feuz wegen einer Entzündung im linken Knie verkraften.

Basketball, NBA: Vierte Auswärtsniederlage im vierten Spiel: Die schwarze Serie auf fremdem Boden geht für die Los Angeles Lakers in der nordamerikanischen Basketball-Liga NBA weiter. Im Topspiel bei den Memphis Grizzlies unterlag das Team um Superstar Kobe Bryant am Freitag (Ortszeit) 98:106 (49:56). Memphis bleibt dagegen das Team der Stunde und feierte mit dem neunten Sieg im elften Spiel den besten Saisonstart der Vereinsgeschichte. Rudy Gay war mit 21 Punkten bester Werfer bei den Grizzlies, für die Lakers waren auch 30 Punkte von Bryant am Ende nicht genug.

Badminton, Juliane Schenk: Badminton-Spielerin Juliane Schenk hat beim Jahresabschluss-Turnier der Super Series in Hongkong den Einzug ins Endspiel knapp verpasst. Die 29 Jahre alte Berlinerin, in der Weltrangliste auf Platz vier geführt, verlor am Samstag im Halbfinale der mit 350.000 Dollar dotierten Veranstaltung gegen die Weltmeisterin Wang Yihan aus China mit 8:21, 21:19, 15:21. Eine Woche zuvor bei den China Open hatte die EM-Zweite Schenk die Asiatin noch bezwungen. Juliane Schenk ist bereits für das Super-Series-Finale der acht besten Spielerinnen qualifiziert. Sie schloss die Serie als zweitbeste Spielerin ab. Im Juni konnte sie als erste Deutsche in Singapur sogar ein Super- Series-Turnier gewinnen, außerdem stand sie in zwei weiteren Finals.