Keine Spielerfrau leidet so schön mit ihrem Mann wie Steffi Graf. Während sich André Agassi auf dem Platz quält, spricht sie mit Jim Carrey, kümmert sich um ihren Sohn - und fiebert nervös mit. Und Jaden Gil animiert sogar die Zuschauer. Von Jürgen Schmieder
Es war einer der schönsten Momente der US Open bisher: André Agassi und Ivo Karlociv waren wieder einmal im Tie Break angelangt, diesmal in Satz 2. Auf dem Center Court war ein leises rhythmisches Klatschen zu vernehmen. Als die Kamera auf die Familie des Amerikaners schwenkte, konnte der Zuschauer erkennen, wer sofort in die spontane Einlage der Zuschauer einstimmte: Jaden Gil, fast vierjähriger Sohn von André Agassi, schlug seine Hände ineinander und sah zu seiner Mutter.
Das war bei den US Open 2002: Schon damals waren die beiden gerne bei den Spielen dabei. (© Foto: dpa)
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Innerhalb von wenigen Sekunden machten alle Zuschauer mit und es entwickelte sich tosender Applaus für beide Spieler, vor allem aber für André Agassi. Der schien bemerkt zu haben, dass seine beiden größten Fans gerade mit ihm fiebern und gewann den Tie Break mit 7:5. Nach drei Sätzen, die allesamt in der Verlängerung entschieden wurden, stand Agassi als Sieger fest. Am herzlichsten jubelten: Steffi Graf und Jaden Gil.
Damit ist klar: Nicht nur André Agassi, sondern auch Steffi Graf hat eine Metamorphose vollzogen: Aus der erfolgreichen Tennisspielerin wurde die liebevolle Mutter und ein enthusiastischer Fan. Jemand, der sich aufrichtig über die Erfolge eines anderen freuen kann. Weil sie weiß, dass auch sie einen großen Teil dazu beiträgt. Und wenn es nur der Start eines tosenden Applauses ist.
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