Ein flinker Fummler aus Finnland rettet Schalke einen Punkt: Beim 2:2 gegen Hannover 96 erzielt Teemu Pukki beide Tore der Gelsenkirchener. Der Auftritt des Huntelaar-Ersatzmanns ist nicht das einzig Spektakuläre an der Partie, die S04-Trainer Huub Stevens nur zwischenzeitlich lächeln lässt.
Es gibt in dieser Saison ausnahmsweise nur zwei deutsche Europa-League-Vertreter: Das sind Hannover 96 und Schalke 04, und das erste Duell der beiden endete nach einer rassigen Partie 2:2 (1:1). "Der große Gewinner dieses Spiels war das Publikum", resümierte Schalkes Trainer Huub Stevens. "Nach dem 1:2-Rückstand haben wir eine gute Moral bewiesen. Das Endergebnis war gerecht, auch wenn wir am Ende die besseren Torchancen hatten."
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Held des Tages: Schalke finnischer Zugang Teemu Pukki (rechts) erzielte in Hannover beide Treffer zum 2:2. Es waren Pukkis erste Tore in der Bundesliga seit seiner Ankunft vom HJK Helsinki. (© dapd)
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Sein Gegenüber Mirko Slomka war weniger gut gestimmt, als er sagte: "Wir hätten unsere Konter besser ausspielen müssen und das Spiel gewinnen können. Am Ende war dann aber Schalke die bessere Elf. Es hat mir gar nicht gefallen, dass wir so viele Chancen zugelassen haben." In der Tat bot die Partie ein Bündel an spektakulären Momenten. Und einen unerwarteten Hauptdarsteller.
Schalkes Dauertorschütze Klaas-Jan Huntelaar war nach dem Nasenbeinbruch, den er sich am Donnerstag beim Europa-League-Gewürge gegen Larnaka (0:0) zugezogen hatte, nicht einmal mit nach Hannover gereist. Zu Spekulationen, der Niederländer hätte eventuell mit Spezialmaske antreten können, sagte Stevens mit einem Anflug von Galgenhumor: "Er kann nichts sehen, also kann er auch nicht Fußball spielen."
Anstelle von Huntelaar lief Teemu Pukki auf. Der Finne, der während der Europa-League-Qualifikation noch das Trikot von Helsinki trug und seinen heutigen Arbeitgeber mit drei Toren in zwei Spielen arg in Verlegenheit brachte, ist vom Typ her ganz anders: ein flotter Fummler, der mit seiner Statur (keine 180 Zentimeter) und Wuschelfrisur an Gladbachs legendären Dänen Allan Simonsen erinnert, der in den 1970ern durch die Bundesliga wieselte.
Pukki wurde sogleich angespielt und holte eine Ecke heraus. Anschließend kam, nach nicht einmal 90 Sekunden, Benedikt Höwedes komplett frei am Fünfmeterraum an den Ball. Doch der Manndecker, der derzeit auf Rechtsverteidiger umschult, hieb den Ball mit Wucht über das Tor. So banal muss man eine Großchance erst einmal vergeben.
Mirko Slomka, der zweieinhalb Jahre lang Trainer bei Schalke war, wollte seinen ehemaligen Klub mit Offensivkraft in Verlegenheit bringen, also bot er Ya Konan zusätzlich im Mittelfeld auf. Doch Jermaine Jones rackerte als einer der beiden Schalker Doppelsechser so viel, dass Hannover in der ersten halben Stunde kaum einen konstruktiven Angriff zustande brachte. Stattdessen leiteten die defensiv disziplinierten Gäste nach Ballgewinnen rasante Konter in jenem Stil ein, Hannover in der Vorsaison auf Platz vier geführt hatte.
So in der 26. Minute, als Raúl einen blitzgescheiten Pass zwischen zwei 96ern nach links spielte, wo kurz hinter der Mittellinie Christian Fuchs ebenso schön Pukki auf die Reise schickte. Der Finne war schneller am Ball, als Ron-Robert Zieler annahm, er umkurvte den 96-Torwart und schob den Ball ins verwaiste Tor. Auf der Bank sah man Huub Stevens grinsen wie selten.
Hannover brauchte schon die Hilfe der Gäste, um wieder in diese Partie zu finden. Zum Beispiel, indem 96 einen Freistoß präsentiert bekam. Auch für solche Anlässe haben die Niedersachsen im Sommer den bei Schalke dauerverletzten Christian Pander verpflichtet. Gerade einmal drei Minuten nach dem 0:1 durfte der Genesene eine seiner Halbfeldbananen auf den Weg bringen, und im Gewühl vor dem Fünfmeterraum rutschte Innenverteidiger Papadopoulos der Ball über den Kopf - unhaltbar ins eigene Netz.
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