Nach dem ersten Heimsieg im Europapokal seit fast 45 Jahren hofft der 1. FC Nürnberg in einer bislang verkorksten Saison auf die Wende.

Nicht nur im UEFA-Cup soll nach dem 2:1 (0:1)-Erfolg gegen den AZ Alkmaar nun der Sprung in die K.o.-Runde gelingen, vor allem in der Bundesliga hofft der abstiegsbedrohte Club in den zwei ausstehenden Spielen bis Weihnachten den Grundstein für den Klassenverbleib zu legen.

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"Dieser Sieg tut schon gut. Ich hoffe, dass wir es endlich mal schaffen, nach einem guten Europapokalspiel auch in der Bundesliga erfolgreich zu sein", sagte der sichtlich erleichterte Sportdirektor Martin Bader. Man habe mit dem Sieg etwas für das angekratzte Selbstvertrauen getan und stehe nun vor einem echten Endspiel vier Tage vor Heiligabend auf Zypern bei AE Larissa. "Und das ist das Schöne: Wir haben es selbst in der Hand. Nürnberg ist nicht nur eine Randnotiz in Europa", stellte Bader zufrieden fest.

Mit einem weiteren Sieg beim noch punktlosen Tabellenletzten der Gruppe A ist der DFB-Pokalsieger sicher weiter, ein Unentschieden reicht, sofern Alkmaar gegen den bereits qualifizierten FC Everton verliert und dabei nicht mehr als ein Tor erzielt oder mit zwei Treffern Unterschied unterliegt.

Zu verdanken hat Nürnberg die aufgehellte Stimmung Marek Mintal, der mit seinem Doppelpack in der 83. und 85. Minute ein nach Demy de Zeeuws Gegentreffer (29.) bereits verloren geglaubtes Spiel drehte. "Wir haben jetzt sehr gute Möglichkeiten in Larissa. Aber erstmal haben wir am Sonntag ein ganz schweres Spiel gegen Hertha. Ich hoffe, wir machen auch da alles für einen Sieg", sagte der Torjäger, der zunächst für den jungen Leon Benko 38 Minuten lang auf der Bank sitzen musste, ehe er die Hoffnung auf bessere Zeiten zurück nach Franken brachte.

Auch für Trainer Hans Meyer, der sein 75. Europapokalspiel erlebte, sind mit der späten Wende viele Hoffnungen verbunden. "Eine gute Sache" sei es, dass genau nach diesem dank nimmermüdem Bemühen erreichten und "so wertvollen" Erfolgserlebnis "zwei ganz wichtige Spiele in der Meisterschaft" anstehen. "Dass wir uns die Möglichkeit erhalten haben weiterzukommen, motiviert und wird uns auch ganz sicher Auftrieb geben", sagte Meyer.

Den Grund für die Kehrtwende in einem Spiel, das Alkmaar als technisch wie taktisch reifere Mannschaft zunächst dominiert hatte, sah der Coach im Engagement seiner Elf. "Wir haben gegen eine sehr, sehr gute niederländische Mannschaft gewonnen, weil wir in der zweiten Halbzeit dagegengehalten haben. Dass die Mannschaft nach so einer ersten Halbzeit wieder zurückkommt, war richtig stark", sagte der 65-Jährige und lobte: "Sie haben zwei blitzschöne Tore  herausgespielt."

Für den Gästetrainer und ehemaligen Bondscoach Louis van Gaal, der sich bei einer Stabhochsprung-Vorführung (!) zuletzt am Knöchel verletzt hatte und seither auf Gehhilfen angewiesen ist, blieb die ernüchternde Erkenntnis, dass es immer das Gleiche sei mit deutschen Mannschaften: "Sie kämpfen bis zum Ende. Wir haben das nicht geschafft. Als Iwan Sajenko auf den Platz kam, begannen für uns die Probleme auf der linken Seite."

Das deckte sich mit Meyers Einschätzung zum in der bisherigen Hinrunde formschwachen Russen, der in der vergangenen Saison viele Tore so vorbereitet hatte wie nun gegen Alkmaar. "Sajenko macht es so, dass man sagen kann: Das war er", meinte der Club-Trainer und fügte die zweite Erkenntnis des Abends hinzu: "Marek Mintal ist wieder da."

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(sid/tbc)