Mit der Internet-Übertragung des Uefa-Cup-Spiels gegen die Glasgow Rangers hat Werder Bremen die Zukunft eröffnet - für die Bundesliga wird dieses Medium immer wichtiger.
Das Internet, man weiß das inzwischen ja, ist eine eigene Welt. Mit einer eigenen Sprache, einem eigenen Zeitverständnis, ohne Anfang und ohne Ende, ohne Anpfiff und ohne Abpfiff. Im Internet hat das Uefa-Cup-Spiel des SV Werder Bremen bei den Glasgow Rangers deshalb schon am Mittwoch begonnen, einen Tag vor dem eigentlichen Beginn also: Bis Mittwoch musste sich im Internet bei maxdome kostenlos registrieren, wer live dabei sein wollte.
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Tim Wieses Patzer im Uefa-Cup waren nur im Internet zu sehen. (© Foto: dpa)
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Maxdome, das klingt wie ein neues Stadion mit vielen Logen und viel Show, und im Grunde ist es das ja auch: Es ist ein Internetportal, das Filme und allerlei anbietet, auch Fußball, namentlich des SV Werder und des FC Schalke 04. "Werder-TV" heißt die grünweiße Version, sie ist, gewissermaßen, ein Teil der Zukunft.
"Werder-TV" zeigte nun also am Donnerstagabend das Hinspiel im Uefa-Cup-Achtelfinale zwischen Glasgow und Bremen, live und exklusiv, es war ein Novum in der deutschen Fußballgeschichte. Noch nie wurde hierzulande ein Spiel ausschließlich im Internet übertragen.
47,88 Euro pro Jahr
Eigentlich, heißt es in der Werder-Pressestelle, hätte man das Spiel gerne an einen Fernsehsender vergeben, aber es fand sich keiner, und deshalb entschied man sich für die Internetversion. Der Uefa-Cup wird im Gegensatz zur Bundesliga dezentral vermarktet, jedes Spiel darf von den Vereinen extra verkauft werden.
Viel Geld hat Werder damit allerdings nicht verdient: 5,99 Euro kostete das Spiel für alle Nicht-Abonnenten, doch die Nutzung war auf 10000 Kunden beschränkt, aus technischen Gründen. Man musste schon ein bisschen zittern, ob man zugelassen wird oder nicht.
Eine Voranmeldung, ließ maxdome wissen, sei nicht möglich, man müsse es eben ab ungefähr 20.15 Uhr versuchen. Es klappt schon beim ersten Versuch, "Video wird geladen" erscheint auf dem Bildschirm. Bis Spielbeginn sendet Werder-TV eine Zusammenfassung vom Spiel gegen Braga, und man bekommt ein bisschen Angst: Das Bild ruckelt, es ist immer wieder mal völlig weg, "Video wird geladen" erscheint alle paar Minuten.
Dann, um 21 Uhr, ist Anpfiff. Das Ruckeln hört auf, das Bild ist ordentlich, und Kommentator Uwe Morawe ist klar und deutlich zu hören. "Herzlich willkommen", sagt er, und man freut sich ganz ehrlich. Als Nicht-Abonnent fühlt man sich ja hier ohnehin wie ein Kleinkind beim ersten Zoo-Besuch.
Ein Abonnent ist da vermutlich routinierter. Das "Werder-Paket" kostet 3,99 Euro pro Monat, also 47,88 Euro pro Jahr, dafür kann der Abonnent das volle Werder-TV-Angebot nutzen, Vorschauen, Interviews, Spielberichte und so weiter. Sie haben eben die Zeichen der Zeit erkannt bei Werder - wie alle in der Bundesliga.
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