Der FC Sevilla darf weiter vom Triple träumen: Die Andalusier verteidigten den UEFA-Cup in Glasgow gegen Espanyol Barcelona, die erst im Elfmeterschießen verloren.
Der FC Sevilla schreibt ein weiteres Kapitel spanischer UEFA-Cup-Geschichte und darf nach der Titelverteidigung sogar weiterhin vom Triple träumen. Die Andalusier setzten sich im spanischen Finale im Hampden-Park in Glasgow nach einem 2:2 (1:1, 1: 1) nach Verlängerung erst mit 3:1 im Elfmeterschießen gegen den Liga-Konkurrenten Espanyol Barcelona durch.
Jubel beim FC Sevilla und Frederic Kanoute, der zum 1:2 in der 105. Minute traf. (© Foto: Reuters)
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Zweimal in Folge konnten die begehrte Trophäe lediglich die iberischen Konkurrenten FC Barcelona, FC Valencia und Real Madrid gewinnen. Ausgelassen feierten die Andalusier, die sogar noch das nationale Double holen können, ihren erneuten Triumph nach den Treffern von Adriano Correia (18.) und Frederic Kanoute (105.).
Für Espanyol, das die entscheidende Phase der Partie nach der Gelb-Roten Karte gegen Moises Hurtado (68.) in Unterzahl bestreiten musste, trafen Alberto Riera (28.) und Jonatas (115.) vor 52.000 Zuschauern jeweils zum Ausgleich. Im entscheidenden Elfmeterschießen zeigte Espanyol jedoch Nerven. Dreimal konnte Sevillas Keeper Andres Palop parieren und wurde damit zum gefeierten Matchwinner.
Lange Gesichter prägten hingegen die Szene bei den Katalanen, die im Halbfinale Werder Bremen aus dem Rennen geworfen hatten. Zum zweiten Mal nach 1988 gegen Bayer Leverkusen scheiterte Barcelona im Endspiel und wartet somit weiterhin auf den ersten internationalen Titel. Im strömenden Regen versuchten beide Teams von der ersten Minute an Akzente zu setzen.
Beim offenen Schlagabtausch ergab sich die erste Chance für Sevilla bereits nach vier Minuten, als Enzo Maresca nur das Außennetz traf. Doch Barcelona zeigte sich völlig unbeeindruckt und hielt in jeder Phase dagegen. Für Ernüchterung sorgte Adriano Correia. Nach einem Abwurf von Sevillas Torhüter Palop spurtete der Brasilianer über das halbe Spielfeld und ließ anschließend Barcelonas Keeper Gorka Iraizoz aus spitzem Winkel keine Chance.
Doch die Freude bei den Andalusiern währte nur bis zur zehn Minuten, als Barcelonas Alberto Riera die Unentschlossenheit in Sevillas Abwehr nutzte und mit einem leicht abgefälschten Schuss von der Strafaumgrenze zum 1:1 erfolgreich war. Die Abwehr von Sevilla, in der erneut der deutsche Ex-Nationalspieler Andreas Hinkel nicht aufgeboten wurde, wirkte in dieser Szene unentschlossen und schlecht organisiert.
Mit dem Rückenwind des Ausgleichstores traten die Katalanen wesentlich selbstbewusster auf und verstärkten den Druck auf das Tor des Tabellendritten der Primera Division aus Sevilla. Doch Torhüter Palop zeigte kaum Unsicherheiten. Der FC ließ sich vor der Halbzeitpause zu weit in die Defensive drängen und kam nur zu wenigen Entlastungsangriffen. Zwar wirkte das Spiel von Sevilla mit dem starken ehemaligen Schalker Christian Poulsen im Mittelfeld nach dem Wechsel ein wenig zielstrebiger, aber nicht effektiver. Wesentlich gefährlicher präsentierte sich Barcelona in der Offensive.
Nach der Führungschance von Raul Tamudo (56.) lenkte zwei Minuten später Sevillas Torhüter Palop den Ball mit einer Glanzparade nach einem Distanzschuss von Riera an die Latte. Nach dem Platzverweis gegen Hurtado benötigte Barcelona einige Minuten, um sich neu zu ordnen. Sevilla verstärkte derweil seine Offensivbemühungen, folglich musste Barcelona einige brisante Situationen im eigenen Strafraum überstehen.
Der erneute Führungstreffer lag buchstäblich in der Luft. Pech hatte Kanoute mit einem Kopfball in der 84. Minute. Ein Reflex von Torhüter Iraizoz verhinderte die vorzeitige Entscheidung. In der Verlängerung bot sich das gleich Bild: Sevilla versuchte das Abwehr-Bollwerk von Barcelona zu knacken, Espanyol suchte seine Minimal-Chance mit Kontern. Neben Torhüter Palop ragten bei Sevilla der ehemalige Bundesliga-Profi Poulsen und Jesus Navas heraus. Barcelona hatte in David Garcia und Riera seine herausragenden Kräfte.
(SID /Holger Schmidt)
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Kommentar zu fieldy77:
Zwar ist es richtig, dass vor dem FC Sevilla nur Real Madrid den UEFA-Pokal verteidigen konnte, den es seit 1972 gibt.
Dieser ist jedoch aus dem 1955 gegründeten Messepokal hervorgegangen, den eben 1958 und 1960 der FC Barcelona (Pokal wurde 1959 nicht ausgespielt) und 1962 und 1963 der FC Valencia gewinnen konnte.
Nur Real Madrid und Sevilla ist bisher zweimal hintereinander UEFA Cup Sieger geworden. Ich weiss nicht woher die SZ Valencia und Barcelona rausgekramt hat....ist aber nicht das erste mal dass hier nicht so genau recherchiert wird.
Wieder einmal hat der Schiedsrichter ein wichtiges Spiel entschieden: Sevilla hat den Uefa-Cup zwar verdient gewonnen; aber erst die (unverdiente?) Hinausstellung eines Espaynol-Spielers öffnete endgültig die Tür zum Sevilla-Sieg! Soll man das nun ausgleichende Gerechtigkeit nennen? Es war ja auch ein Schiedsrichter, der Espaynol einmal zum leichten Spiel gegen Werder verholfen hat. Diesmal blieben einige Schwalben (besonders von Sevilla-Spielern) ungeahndet! So blieb es beim 10 zu 11 zu ungunsten von Espaynol.
Noch beeindruckender finde ich, dass der FC Sevilla vor 5 Jahren eine Mannschaft im Mittelfeld der spanischen Liga war. Man hat sich gezielt Stück für Stück hochgearbeitet. Die Belohnung erfolgt dann in diesem Jahr, wo man sicher in der Champions League nächste Saison spielen wird.
Das zeigt für mich, dass wenn man den UEFA-Cup ernst nimmt, sich dieser für die Entwicklung eines Vereins positiv auswirken kann.
wenn man das finale gesehen hat, kann man erahnen warum deutsche mannschaften eine eher geringe rolle im eurpäischen vergleich spielen.
ballsicherheit, abschlussdrang, teamgeist und vor allem spielerische geduld, sprich der verzicht auf "taktische" mittel wie "brechstange"(sevilla) oder blinde, totale offensive(espanyol) waren die mittel zum zweck.
beeindruckend. beide mannschaften wären verdiente euefa cup sieger gewesen.
nachmachen, bitte.
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