Übertragung des Super Bowl in der NFL Massig Werbung, unterbrochen von Sport

Es ist die werbeverseuchteste Veranstaltung im globalen TV: Beim Super Bowl im American Football prallen Marketing und großes Zuschauerinteresse aufeinander. Auch in diesem Jahr überträgt der deutsche Sender Sat1. Doch an vergangene Live-Berichterstattung haben die Zuschauer schlechte Erinnerungen.

Von Nicole Werner

Sie hätten ihre Zeit auch besser verbringen können, fanden viele Zuschauer: "Topflappen bügeln zum Beispiel", schlägt der User "Fan der ersten Stunde" vor. Die Ankündigung von Sat.1, erneut den Super Bowl im Football auszustrahlen, hat Häme und Spott im Kommentarteil der Internetseite ran.de provoziert. Beinahe ein Jahr nach dem letzten Versuch des Senders monieren genervte Zuschauer wieder einmal die mangelnde Qualität der Berichterstattung.

"Diese Vollpfosten von Sat.1", nennt der User "Enttäuschter" die Redaktion, die mit dem vergangenen Meisterschaftsendspiel der National Football League (NFL), nun ja, durchwachsene Erfahrungen machte. In vollem Live-Umfang war der Münchner Sender damals nämlich gar nicht dabei.

Sat.1 spielte sogar Eigenwerbung ein, als die New England Patriots einen Touchdown zum 10:9 gegen die New York Giants erzielten. Man stelle sich die Aufregung vor, wenn hierzulande während eines engen Fußball-Pokalfinales ein Treffer kurz vor der Halbzeit nicht gezeigt würde. "Das tut uns natürlich leid", sagt Christiane Maske von Prosiebensat.1 ungerührt, "aber live is' live."

Bei einer vierstündigen Direkt-Übertragung, noch dazu über zwei Kontinente hinweg, könne eine solche Panne passieren. Zu Beginn jeder Werbepause bekäme die deutsche Redaktion ein Signal, damit sie das Programm anderweitig füllen kann - und ein Mal habe die Warnung zum Wiederanpfiff eben nicht geklappt, erklärt Maske das Malheur.

Es ist ja auch nicht einfach, den Überblick zu behalten: Die NFL gibt vor, dass eine Partie von 20 TV-Werbepausen unterbrochen werden muss. Jeweils zehn in jeder Hälfte. Ein Football-Spiel ist gegliedert in vier 15-minütige Viertel. Zwei Minuten vor Ende des zweiten und des letzten Viertels muss ein Werbeblock eingeblendet werden, die anderen können bei Spielunterbrechungen spontan eingesetzt werden - etwa nach Fieldgoal-Versuchen, Verletzungen, Ballbesitzwechseln oder beim Abspielen des Videobeweises. Nicht verwunderlich also, dass Zuschauer das Gefühl haben, eine Dauerwerbesendung zu verfolgen, die gelegentlich von Football-Spielzügen unterbrochen wird.

Für den jährlichen Höhepunkt der Football-Saison werden sündhaft teure Werbefilme gedreht. 30 Sekunden Werbezeit kostet die Unternehmen an die 3,8 Millionen Dollar (ungefähr 2,9 Millionen Euro). Die Spots, die bei der US-Übertragung des Super Bowl gezeigt werden, erreichen bisweilen Kultcharakter (wie der von Ridley Scott 1984 produzierte Macintosh-Spot) - und auf einen Schlag mindestens 111 Millionen US-Amerikaner. Ein höchst lukratives Geschäft.

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